Fotograf Marc Barenberg (Benno Fürmann) ist mit seinem Sohn Tyll (Henry Stange) in Bayern unterwegs um Fotos von der Landschaft zu machen. Dabei geraten sie in kleines Dorf, wo sie in der ausgebauten Scheune der Familie Lukas unterkommen.
Marc ist sofort von Juliana Lukas (Alexandra Maria Lara) angetan, doch die eigentümlichen Dorfbewohner lernen seinen Sohn bald das Gruseln. Maskierte Ungetüme, Schellen und Lagerfeuer sollen jedes Jahr den Teufel austreiben. Marc, der mit den Sitten der Landbevölkerung halbwegs vertraut ist, versucht seinem Sohn die Angst zu nehmen. Doch in der Nacht wird auch er von Albträumen geplagt. Am nächsten Morgen stellt sich jedoch heraus, dass er tatsächlich in der Nacht sein Bett verlassen hat und in dem nahe gelegenen Wald umhergeirrt ist.
Auf der Suche nach dem Ort, den er in seinen Träumen gesehen hat, geraten Vater und Sohn auf einen Aussiedlerhof, wo scheinbar seit Jahren niemand mehr lebt. Dem Ort haftet etwas Eigentümliches an, und Marc will sich die Innenräume schon näher ansehen, als Tyll auf einmal in einen Brunnen fällt. Vater und Sohn gehen zurück ins Dorf, wo Marc seine Alpträume indirekt bestätigt bekommt. Auf dem Aussiedlerhof ist einst ein grausamer Mord geschehen, bei dem eine ganze Familie ums Leben kam. Der Täter wurde nie gefasst.
Marc beginnt zu recherchieren und seine Träume in der Nacht werden immer intensiver. Doch wem in dem Dorf kann er vertrauen? Selbst Juliana scheint mehr von der Geschichte zu wissen, als sie ihm verrät. Und warum verhält sich die alte Großmutter Lukas so merkwürdig?
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| FILMKRITIK
Die wahre Begebenheit, auf die der Film basiert, gehört mittlerweile zum geschichtlichen Erbgut der Deutschen. Vom Geschichtslehrer in heiserer Stimme vorgetragen oder von der Großmutter mit schüttelndem Kopf deklariert, die Geschichte von der ermordeten Familie Gruber und ihrer Magd ist eine moderne Legende geworden.
Der Film Hinterkaifeck greift die realen Hintergründe nur vage auf. Zwar dreht es sich um die 1922 ermordete Familie, doch schon bald weicht der Film von der Vorlage ab. Benno Fürmann spielt den Fotografen Marc, der sich bald mit übernatürlichen Ereignissen konfrontiert sieht, die seiner kühlen kalkulierenden Natur zuwider gehen. Doch es dauert nicht lange, bis er sich Hals über Kopf in wilde Spekulationen über den Tathergang stürzt, die zumeist aus seinen Träumen stammen. Juliana Lukas, gespielt von Alexandra Maria Lara, unterstützt ihn bei seinen Recherchen, doch schon bald muss sie sich fragen, ob ihre Familie und die anderen Dorfbewohner nicht tiefer in die Geschichte verstrickt sind, als ihr lieb ist.
Esther Gronenborn, die für ihren Debütfilm alaska.de den bayerischen Regienachwuchspreis erhielt, geht die düstere Geschichte mit für deutsche Verhältnisse eher ungewohntem Stil an. Die Effekthascherei ist hier nur allzu offensichtlich, die Gruselmomente werden bis zum letzten Atemzug ausgeschöpft und Benno Fürmanns glasig blaue Augen durch gekonnte Lichtsetzung so lautmalerisch betont, dass man sich bald fragt, ob sie als Metapher herhalten sollen.
Doch leider verliert sich die Geschichte alsbald in ihrer unlogischen Handlung. Die Dorfbewohner sind zu gewollt mysteriös, Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara spielen zu lasch und die Effekte sind zu vorhersehbar. Das anfängliche Gruseln wird bald ungewollt komisch, bis sich der Film seinem haarsträubenden Finale entgegen windet. Spätestens hier verliert die Handlung jede denkwürdige Glaubwürdigkeit.
Bleibt die Frage, ob hier nicht mehr möglich gewesen wäre. Der leichtfüßig inszenierte Beginn verheißt Gutes und vielleicht sollte sich Esther Gronenborn noch einmal mit einem schlüssigeren Drehbuch an einem Horrorfilm versuchen.
| FAZIT
Mäßig spannender Horrorfilm aus deutschen Landen, dem ein bisschen mehr Realismus geholfen hätte.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung