Die erste Begegnung von Claire Stenwick und Ray Koval endet unharmonisch: Sie, die CIA-Agentin, verbringt die Nacht mit ihm, dem MI6-Spion, nur um ihn zu betäuben und ihm wichtige Unterlagen zu stehlen. Doch zwischen Ray und Claire hat es gefunkt, und als sie sich wieder über den Weg laufen, beschließen sie, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen: Sie wollen in die Industrie wechseln, um das Rezept für ein neues Produkt zu klauen und es gewinnbringend zu verkaufen. Nach einigen Anläufen scheint der Plan von Claire und Ray auch in die Gänge zu kommen, als sie bei konkurrierenden Pharmazieunternehmen Werksspione werden.
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| FILMKRITIK
Mit Julia Roberts und Clive Owen hat Regisseur und Drehbuchautor Tony Gilroy das verliebte Agentenpaar von „Duplicity“ attraktiv besetzt. Das romantische Katz- und Mausspiel dreht sich um die Prämisse, dass die beiden Spione einfach zu misstrauisch geworden sind, um ihren Liebesbeteuerungen Glauben zu schenken. Erschwerend für die Beziehung kommt hinzu, dass sie für Firmen arbeiten, die sich gegenseitig mit harten Bandagen bekämpfen.
Die Handlung wird mit zahlreichen Rückblenden erzählt, was die Spannung immer wieder ins Stocken bringt. Während die Beziehungsebene eher verhalten bleibt, ist die Spionagegeschichte kompliziert und stellenweise auch bewusst undurchsichtig. Clive Owen und Julia Roberts sind Agenten, die sich ohne Waffen, nur mit klugen Tricksereien durch die Handlung schlagen. Anders als in Tom Tykwers „The International“ darf Clive Owen sein charmantes Lächeln hier voll ausspielen und ist in der Regel auch besser gekleidet.
Als sich Claire und Ray kennen lernen, sind sie beide noch Agenten in verschiedenen Staatsdiensten. Doch nach ein paar schönen Tagen in einem Hotelzimmer in Rom beschließen sie, an das große Geld zu kommen – damit ihre gemeinsame Zukunft gesichert ist. Claire wird stellvertretende Leiterin der Spionageabwehr bei der New Yorker Firma Burkett & Randle und Ray landet beim Konkurrenten Equokrom. Dieses Unternehmen kämpft mit allen Mitteln, um an die neueste Produktentwicklung von Burkett & Randle zu kommen. Claire arbeitet insgeheim ebenfalls als Zuträgerin für Equokrom, und als Liebespaar wollen die beiden ihre Arbeitgeber auch noch gemeinsam austricksen – kein Wunder, dass bald keiner von beiden mehr weiß, was der andere jeweils gerade im Schilde führt.
Zur Spannung und Belustigung tragen ganz entscheidend die beiden Chefs der konkurrierenden Firmen bei: Tom Wilkinson als Howard Tully von Burkett & Randle und Paul Giamatti als sein paranoider Feind Dick Garsik von Equokrom wollen sich gegenseitig vernichten. Schon am Anfang des Films gehen sie auf einem Flugplatz hasserfüllt aufeinander los. Vor allem Paul Giamatti wirft sich hemmungslos in seine Rolle des neurotischen Kontrollfreaks, was sehr erheiternd ist.
Aber es gibt zu viele Rückblenden, die immer wieder Konfusion schaffen, indem sie zeigen, wie es wirklich zu der gegenwärtigen Situation kam. Dabei kommen ständig neue Puzzleteilchen ans Licht, so dass der Erzählstil irgendwann aufdringlich wirkt. Dennoch kommt im letzten Teil noch richtig Spannung auf, als es darum geht, wer das sensationelle neue Produktrezept von Burkett & Randle in die Finger kriegt.
| FAZIT
Clive Owen und Julia Roberts trauen sich als Industriespione nicht über den Weg in dieser verhaltenen romantischen Komödie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung