Der Dokumentarfilm porträtiert drei Frauen, die in einer Hamburger Wäscherei arbeiten. Ihr Alltag im Betrieb wird gezeigt und sie gewähren Einblick in ihr Privatleben. Die sehr verschiedenen Frauen sprechen über Sparsamkeit, Träume und wie sie das im Leben Erreichte einschätzen.
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| FILMKRITIK
Die Hamburger Dokumentarfilmerin Susan Gluth hat in „Wasser und Seife“ drei Frauen auf liebevolle Weise porträtiert, die zu den Geringverdienern im Lande zählen und trotz schwerer Arbeit kaum über die Runden kommen. Sie bietet dabei Einblicke in den von Bescheidenheit geprägten Alltag der Frauen, die sich am Rand der Gesellschaft ihre eigenen Nischen einrichten konnten. Beim Blick auf diese vermeintlichen Ränder erweitert sich jedoch der Horizont.
Monika ist die älteste der drei Frauen, deren Arbeit frühmorgens in der Wäscherei Utecht beginnt. Sie steht hier seit 20 Jahren und sortiert Wäsche, während andere ihrer Generation wohl schon den Ruhestand genießen können. Monika hat einen kleinen Hund, der so alt ist, dass er hustet und Tabletten braucht. Und sie hat Wellen- und Nymphensittiche in ihrer Wohnung. Gerda spart, damit sie im Alter was zum Leben hat. Tatjana ist verheiratet mit einem Konditor, der nachts zur Arbeit fahren muss.
Gekonnt führt die Filmemacherin in kleinen, atmosphärisch gut gewählten Szenen in den Alltag der drei Frauen ein. Sie begleitet sie auf ihrem Weg in die Arbeit, zeigt die Abläufe in den engen Räumen der Wäscherei, die vom Besitzer gerade renoviert wird, damit sie die nächsten zehn Jahre bestehen kann. Die Arbeit im Stehen beim Sortieren der Wäsche, Ein- und Ausräumen der Maschinen und beim Mangeln ist anstrengend und die Hitze vor allem im Sommer belastend.
Die Frauen sind alle stolz darauf, dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. Wenn sie ihre Wohnungen zeigen, strahlen sie Zufriedenheit und Selbstbewusstsein aus, obwohl sie eisern rechnen müssen und sogar dringend benötigte Schuhe zum Problem werden können. Im Laufe des Films bekommen die Biografien immer mehr Farbe. Gerade Monika, die anfangs arm und einsam erschien, entpuppt sich als Frau mit vielen Interessen, die sich über eine selbst gesäte Sonnenblume am Fensterbrett begeistert und sich überhaupt als glücklichen Menschen bezeichnet. Ein solcher Film lehrt Bescheidenheit.
| FAZIT
Sympathisches Porträt dreier Frauen, die in einer Hamburger Wäscherei arbeiten und mit wenig Geld auskommen müssen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung