Montag | 28. Mai 2012 | 03:24 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Phantomschmerz
  • Phantomschmerz

    Drama, Romanze | Deutschland 2008
  • | INHALTSANGABE

  • Marc fährt gerne Rennrad und hält sich mit Jobs über Wasser, die er schon nach kurzer Zeit wieder verliert. Er hat Schwierigkeiten, den Unterhalt für seine zwölfjährige Tochter Sarah zu zahlen, die sich immer auf die Treffen mit ihm freut. Dann lernt er Nika kennen, die sein schriftstellerisches Talent erkennt. Doch Marc will nach einer Enttäuschung nie wieder schreiben.

    Nach einem Unfall mit seinem Motorroller liegt Marc lange im Krankenhaus und das linke Bein wird ihm amputiert. Sein bester Freund Alex hält in der schweren Zeit zu ihm und unterstützt ihn. Marc leidet an schlimmen Phantomschmerzen und verliert beinahe den Lebensmut. Doch dann trifft er Nika wieder.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Til Schweiger spielt die Hauptrolle in diesem Drama über einen Hobby-Radsportler, der ein Bein verliert. Der in Los Angeles lebende Produzent Matthias Emcke gibt mit „Phantomschmerz“ sein Regiedebüt und erzählt darin vom Schicksal seines kanadischen Freundes Stephen Sumner. Das ehrgeizige Drama setzt auf die Kraft seiner Geschichte und auf das schauspielerische Können der Darsteller. In beiden Fällen geht die Rechnung nicht auf.

        Marc ist ein Mann mit vielen Talenten, aus denen er wenig macht. Seine Freundin Nika liest einmal aus seinem Reisebericht über Sri Lanka, und man erkennt seine poetische schriftstellerische Ader. Leider hat der erste Versuch, den Bericht zu veröffentlichen, nicht geklappt. Marc sollte ein paar Erklärungen einfügen, wollte nicht – und will fortan nie wieder schreiben. Im Off erzählt der sensible Marc von seiner Kindheit und seinem Vater. Weil ihm die Erinnerungen zu nahe gehen, will er aber seiner Tochter Sarah nichts davon mitteilen.

        Til Schweiger steht der wilde Rebell mit dem halblangen Zottelhaar ganz gut. Ansonsten aber scheint ihm das Ernste am Drama suspekt zu bleiben. Eines von Marcs Talenten ist laut Drehbuch, dass er andere Leute gerne mit fantasievollen Geschichten unterhält. Also schildert Schweiger ausführlich, wie der kanadische Hummer an der Westküste angesiedelt werden sollte, und ist dabei doch mehr an seinem Image interessiert. Denn er gibt den liebenswerten Jungen mit dem verschmitzten Lächeln.

        Schweigers Tochter Luna wirkt hingegen ganz natürlich in ihrer Rolle als Marcs Tochter Sarah. Stipe Erceg stellt Marcs gutsituierten, treuen Freund Alex dar und darf in dieser Rolle sogar ein paar Tränen vergießen. Auch sonst muss er einmal nicht den abgründigen Macho geben, sondern spielt einen ganz normalen Charakter. Jana Pallaske als Nika lächelt die meiste Zeit über warmherzig.

        Wegen der Schwäche des Drehbuchs und der Regie gibt es viele langatmige Szenen, die die Geduld überstrapazieren. Zu aufdringlich muss Marc stumm im Krankenhaus leiden, die Kamera seine unaufgeräumte Bude inspizieren. Etliche Dialoge wirken unfreiwillig komisch, weil sie so unpassend sind. So muss Marc, als ihn nach seiner Beinamputation endlich Nika besucht, diese mit der Frage begrüßen, „Wie geht’s dir?“

        Emcke hat sich mit diesem schwierigen Psychodrama überfordert, das zu viele verschiedene Themen anschneidet.
      • | FAZIT

      • Das langweilige Drama ist schwere Kost für Hauptdarsteller Til Schweiger.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN