Stan Minton scheffelt viel Geld, indem er alten Frauen Schrottimmobilien andreht. Dafür wird er zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Nur ein gerissener Winkeladvokat kann ihm noch helfen: Indem er den Richter besticht, erreicht er einen sechsmonatigen Haftaufschub für Stan. Doch Stan will gar nicht nach Mexiko fliehen, hat er doch sein ganzes Geld fest angelegt. Seine große Sorge aber ist, dass er als schmächtiger Kerl im Gefängnis vergewaltigt werden könnte.
Zum Leidwesen seiner Frau Mindy holt Stan also bald einen Martial-Arts-Lehrer in seine Villa. Der kettenrauchende Obdachlose nennt sich Meister und unterzieht Stan einem gnadenlosen Härtetraining. Nach sechs Monaten ist er, als der zweitbeste Schüler des Meisters, fit genug, um die Haft anzutreten. Stan verschafft sich zielstrebig den Respekt aller Insassen und sorgt für ein friedliches Miteinander im Knast. Der Gefängnisdirektor aber hat andere Pläne.
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| FILMKRITIK
„Big Stan“ von Regisseur Rob Schneider, der auch die Hauptrolle spielt, ist eine witzige Komödie mit derbem Humor und Hang zu schrägen Übertreibungen. Das Drehbuch von Josh Lieb hat haufenweise freche Ideen und unkorrekte Sprüche. Auch die Kampfeinlagen sind wenig zimperlich, schließlich muss der neue Häftling Stan sich im Gefängnis handfest Respekt verschaffen.
Doch vorher hat der Immobilienbetrüger noch reichlich Zeit, in seiner protzigen Villa, umsorgt von seiner treu ergebenen Frau Mindy, ängstlich in die Zukunft zu blicken. Jennifer Morrison spielt die hübsche Gattin, die sich ein Kind wünscht – ein Anliegen, das Stan total unnötig findet. Die Gegensätze könnten nicht größer sein, als in dieses übertrieben luxuriöse Heim der Meister einzieht: barfuß, unrasiert, auch beim Essen eine Zigarette rauchend. Mindys zaghafte Versuche, seinen Neuerungen zu widersprechen, beantwortet der Meister mit „Schweig still, Frau!“
David Carradine persifliert seine „Kung-Fu“-Vergangenheit auf das Beste als der weißhaarige Meister, der einfach zu gut und zu schnell ist, um sich auch noch rücksichtsvoll benehmen zu müssen. Dass er praktisch immer eine Zigarette im Mund hat, passt insofern ganz gut zur Unkorrektheit seiner freien Persönlichkeit, die dem Zeitgeist eine lange Nase dreht.
Stan hat so viel Angst davor, im Knast vergewaltigt zu werden, dass er bereitwillig tut, was der Meister von ihm verlangt: Nicht nur Kampftraining steht auf dem Programm, sondern auch Abhärtung der Geschmacksnerven. Als Stan dann das Gefängnis von innen sieht, lobt er das gute Essen. Nach einigen Schaukämpfen mit umgeknickten Fingern gehört ihm der Respekt aller Gangs.
Der schräg-überdrehte Spaß zieht auch die brutalen Machos aus der Nazigang in den Strudel unliebsamer Begegnungen. Nicht zum ersten Mal erzählt ein Film davon, wie hinter Gittern eine gerechtere Ordnung entsteht. Aber dieser Film haut dabei richtig auf den Putz, indem er gnadenlos karikiert und unterhält.
| FAZIT
Witzige, ungenierte Knast- und Martial-Arts-Komödie mit derbem Humor und gelungenen Übertreibungen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung