Derek Charles arbeitet als Vermögensverwalter und hat es in seiner Firma bereits in die Führungsetage geschafft. Mit seiner Frau Sharon und dem kleinen Sohn zieht er in ein neues Haus, doch das junge Glück wird bald getrübt, denn in der Firma lauert Gefahr. Sie kommt in Dereks Vorzimmer in Gestalt der blonden Zeitarbeitskraft Lisa, die sich sehr für ihn interessiert. Ihre Annäherungsversuche werden mit der Zeit drastischer und Derek gerät in den Verdacht, mit ihr eine Affäre zu haben.
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| FILMKRITIK
Der Thriller „Obsessed“ zeigt, wie einsturzgefährdet das private Glück sein kann, selbst wenn es mit einem neuem Heim und einem guten Einkommen auf solidem Fundament zu stehen scheint. Beyoncé Knowles und Idris Elba spielen das junge schwarze Ehepaar, das mit dem kleinen Jungen, dem neuen Haus und der Beförderung des Mannes seine Träume wahr werden sieht. Es gibt eine wichtige Regel, die Derek Charles beachten muss, damit er seine Sharon mit den langen roten Locken nicht verliert: eheliche Treue.
Derek ist ein Vorbild an Treue und würde seine Frau nicht einmal anschwindeln, um mit einem Kollegen ein Spiel anzuschauen. Weil er früher gerne seinen Spaß hatte, glauben ihm die Kollegen noch nicht wirklich, dass er sich so geändert hat, und Sharon hat auch einige Ängste. In diese Situation platzt die blonde Lisa, um Dereks Leben zu ruinieren. Das Kinoregiedebüt von Steve Shill ist ein Thriller im Stil von „Eine verhängnisvolle Affäre“ aus dem Jahr 1987, nur dass die Stalkerin hier gar keine Affäre benötigt, um Derek in massive Schwierigkeiten zu bringen.
Lisa, gespielt von Ali Larter, pirscht sich jeden Tag ein bisschen näher an Derek heran. Zuerst ersetzt sie den erkrankten Sekretär, dann weint sie, angeblich aus Liebeskummer, so dass Derek sie tröstet, indem er sie eine attraktive Frau nennt. Ist Derek nicht an seinem Platz, sitzt manchmal Lisa dort, die ihn irgendwann beim Vornamen nennt. Mit ihrem souveränen Lächeln sieht sie berechnend aus, aber nicht verliebt. Die Geschichte behauptet zwar, dass Lisa sich in den Wahn steigert, Derek wolle sich wegen ihr scheiden lassen, aber diese emotionale Seite wird nicht glaubwürdig herausgearbeitet.
Überhaupt ist das Spiel der Darsteller in diesem Film eher nebensächlich. Die Inszenierung setzt auf stilvolle Bilder und auf Handlung, auch wenn die Schlinge sich nur langsam, manchmal sogar stockend zuzieht. Beyoncé Knowles macht als Sharon nicht nur optisch eine gute Figur und liefert sich am Schluss sogar einen Nahkampf mit Lisa. Aber es bleibt die Frage, warum Sharon die gestörte Lisa so bereitwillig als ihre Rivalin anerkennt und damit adelt. Vermutlich wollte man an das Klischee von der Ehefrau anknüpfen, die ihr Glück mit allen Mitteln verteidigt.
Aber im Zentrum der Aufregung steht eindeutig Derek, der arme Mann, der einfach nur schreckliche Angst davor hat, missverstanden zu werden. Lisa mit ihm auf der Männertoilette, später in seinem Hotelbett: Wer soll ihm noch glauben, dass das alles von Lisa so arrangiert wurde, ausdrücklich gegen seinen Willen? Derek verkörpert im Grunde die Angst des Mannes vor der Frau am Arbeitsplatz. Schon allein die Vorstellung, sie könnte einem mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung die Hölle heiß machen...
| FAZIT
Manager muss um seine Ehe bangen, als ihn eine Aushilfe verfolgt: Nicht mehr ganz neue Idee, schick inszeniert mit Beyoncé Knowles und Idris Elba.
| BEWERTUNG
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