Maître Bertrand Beauvois ist ein berühmter Anwalt aus Paris, der in Monte Carlo Madame Lassalle in einem Mordprozess vertreten soll. Dort wird ihm gleich der Personenschutzbeauftragte Christophe als Bodyguard zur Seite gestellt. Als Bertrand die junge, schöne, leidenschaftliche Wetteransagerin Audrey kennenlernt, ist es um ihn geschehen; doch Christophe versucht, ihn von ihr fernzuhalten: er hat selbst schon eine Affäre mit Audrey gehabt. Will er ihn vor ihr retten, oder ist Eifersucht im Spiel? Bertrand jedenfalls macht sich als verliebter Gockel ziemlich lächerlich, während Audrey flatterhaft mit ihm zu spielen scheint. Bis Christophe eingreift.
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| FILMKRITIK
Auf einem mondänen Platz in Monaco küsst sich ein Paar – und selbst danach siezen sie sich noch, so ist das halt im französischen Film. Der Mann macht der Frau freundlich klar, dass er nicht weiterzugehen wünscht: Nehmen wir an, ich lade sie auf ein Glas Wein in meinem Zimmer ein: bekäme unsere Beziehung dann nicht etwas Banales, Konventionelles?
Anwalt Bertrand Beauvoir ist ein Mann, der anmacht, aber nicht ausführt. Und (unfreiwillig) verhält sich der Film „Das Mädchen aus Monaco“ genauso, der ganz amüsant daherkommt, aber eben doch nicht wirklich witzig ist in dem Teil, der Komödie ist; und ebenso wirkt dann, wenn die Tragik durchschlägt, dies nicht als schicksalhafte Konsequenz, sondern eher als Bruch.
Warum Bertrand nicht zum Schuss kommen will, von den Frauen aber auch nicht lassen kann, wird nie so recht klar; ebensowenig, warum sich die junge Schönheit Audrey an ihn hängt und ausgerechnet mit ihm ihre erotischen Fantasien durchzuexerzieren sich bemüßigt fühlt. So beruht einiges auf Behauptungen des Films, die man als Zuschauer als gegeben nehmen soll, ob man will oder nicht. Und das funktioniert nicht so recht.
Wiewohl doch Fabrice Luchini als verklemmt-gehemmter Anwalt, verkopft und eloquent und alles hinterfragend, lustig anzusehen ist. Aber eben nicht richtig aus sich rausgehen darf, wie es im „So ist Paris“-Film von Cedric Klapisch der Fall war, als er als versteifter Professor ebenfalls eine erotische Offenbarung erlebte und dafür einen ganz innigen, aber lächerlich anzusehenden Tanz hinlegte.
Hier nun ist die Handbremse angezogen. Dabei merkt man schon, dass hinter allem ein Konzept steht, dass alles durchdacht ist: plötzliche Begegnungen und ständige Unterbrechungen, wenn die Figuren mal – auf diese oder jene Weise – zur Sache kommen wollen, werfen immer wieder subtil die Frage auf nach Zufall oder Schicksal/Karma (woran Audrey unbedingt glaubt, inklusive orangener Energieströme); ebenso die Verweise auf Lady Di und Prinzessin Gracia, von denen Audrey so großer Fan ist, auf oberflächliche Weise, die eben doch tiefer geht. Und die Parallelen zwischen dem Gerichtsprozess, den Bertrand gewinnen will, und seinem wirklichen Leben sind schön nebenbei aufeinander hin zugespitzt: hier die alternde Frau, die sich einen jungen Liebhaber aufreißt (und ihn dann unerklärlicherweise erstochen hat), dort der alternde Anwalt, der einem jungen, hemmungslosen, entwaffnenden Ding verfällt.
Aber es ist halt nicht richtig spritzig, und vielleicht trägt zu diesem Eindruck auch eine eher dröge erscheinende deutsche Synchro bei; auch wenn ich des Französischen nicht sooo mächtig bin: OmU hätte wahrscheinlich mehr Spaß gemacht.
| FAZIT
Beziehungskomödie, die nicht so richtig flott anlaufen will.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung