Sonntag | 27. Mai 2012 | 15:33 Uhr
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  • FILM REVIEW | Terminator: Die Erlösung
  • Terminator: Die Erlösung

    Action, Science Fiction | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Nach der Machtergreifung der Maschinen durch das Netzwerk Skynet fürchten die letzten Menschen um ihr Überleben. Im Jahr 2018 leitet John Connor (Christian Bale) die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz und ihre Terminatoren. Auf der Liste der zu eliminierenden Skynet-Feinde steht er an zweiter Stelle – nach Kyle Reese (Anthony Yelchin), der eigentlich sein Vater ist, aber zu diesem Zeitpunkt noch als jugendlicher Rebell gegen die Roboter kämpft. Ihm schließt sich der fremde Marcus Wright (Sam Worthington) an, ein im Jahr 2003 hingerichteter, aber auf mysteriöse Weise wieder auferstandener Verbrecher. Aufgrund seiner rätselhaften Herkunft misstrauen die Rebellen dem Unbekannten zunächst, doch Wright kann zumindest die Amazone Blair Williams (Moon Bloodgood) von seinen redlichen Motiven überzeugen.
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      • | FILMKRITIK

      • Nach Rambos eher verzichtbarem Comeback findet eine weitere Achtziger-Actionikone der auf Blockbuster spezialisierten Firma Carolco ihren Weg auf die Leinwand zurück. Angesichts des apokalyptischen Szenarios und der staubigen Wüsten-Location fühlt man sich bei der dritten „Terminator“-Fortsetzung unweigerlich in diese Kinoperiode versetzt, als sich einst Untergangsstimmung, Road Movie-Faszination und Zivilisationskritik verbanden. Der Unterschied zu früher liegt in der perfekteren Tricktechnik, wobei im „Transformers“-Zeitalter die riesiger Roboter, Flugzeuge und Maschinenwesen immer gigantischer ausfallen, und einer im Hinblick auf die jugendliche Zielgruppe etwas zurück genommene Gewaltdarstellung.

        Mit der Exposition im Jahr 2003 geht die neuerliche Auseinandersetzung zwischen dem „Big Brother“-System und den Menschen in die vierte Runde. Die von Helena Bonham Carter verkörperte Genetikforscherin Serena Kogen überzeugt den Brudermörder Marcus Wright, seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Dabei gehört die krebskranke Wissenschaftlerin, noch von einer Technikhandhabe als dienende Funktion überzeugt, sicherlich zu den interessantesten neuen Charakteren, doch sie verschwindet schnell weitgehend aus der Handlung. Ihr ‚Werkzeug’ Marcus Wright, der sich im Konflikt zwischen Widerstand und Skynet befindet, muss sich bald für eine Seite entscheiden. Obwohl es sich bei dem Auferstandenen um einen Infiltrationsprototyp handelt, einen Cyborg mit menschlichen Eigenschaften, lässt ihn diese Eigenschaft lebendiger wirken als die restlichen Protagonisten.

        Im Verlauf verlagert sich allerdings die Erzählperspektive von Wright auf John Connor. Ohnehin wurde die Rolle des späteren Rebellenführers erst mit Christian Bales Engagement ausgebaut, Endzeit-erfahren durch „Herrschaft des Feuers“ oder „Equilibrium“. Auf der Milizseite finden sich zudem „Mr. Chekov“ Anthony Yelchin als angehender Résistancekämpfer Kyle Reese und Bryce Dallas Howard als John Connors schwangere Frau Kate, die von Teil drei zu vier verjüngt wurde, da ihre zwei Jahre ältere Vorgängerin Claire Danes eine Rückkehr ablehnte.

        Die Neuauflage fiel wesentlich überzeugender aus als „Rebellion der Maschinen“ von 2003, der sein Pulver schon nach der ersten fulminanten Verfolgungsjagd verschossen hatte. Im harten Actiongenre erweist sich der Ex-Musikvideoregisseur McG durchaus versiert, was man nach seinen überdrehten „3 Engel für Charlie“-Werken nicht unbedingt erwarten konnte. Schon John Conners Einführung wirkt als technische Meisterleistung, wenn ihm die Kamera ungeschnitten in einen offenen, abfliegenden Helikopter folgt, bis der abgeschossene Hubschrauber schließlich auf seinem Dach eine unfreiwillige Landung vollführt.

        Dagegen zeigt sich das Skript von John Brancato und Michael Ferris, schon Autoren des Vorgängerfilms, als weitgehend humorlos. Die meisten Lacher erntet noch das „I’ll be Back“-Zitat. Dieses Mal ertönt es nicht aus dem Mund von Arnold Schwarzeneggger, dem immerhin ein digitaler Kurzauftritt als T-800 beschert wurde – versehen allerdings mit dem Gesicht des jungen Arnie aus Teil eins. Zudem zitieren oder variieren McG und das Autorenduo noch weitere einprägsame Dialoge sowie Situationen aus früheren Folgen. Für eingefleischte Fans, bei denen dieser Beginn einer angeblich neuen Trilogie nicht nur auf positive Resonanz stieß, gibt es somit einiges zu entdecken – allerdings auch mehrere Löcher und Ungereimtheiten in der Handlung. So verwundert ebenso der Umstand, dass Widergänger Wright von seiner Hybrid-Umwandlung lange Zeit nichts merkt bis zur finalen, spielend einfachen Skynet-Überrumpelung. Ein mächtiges, allwissendes System würde sich nicht so leicht täuschen lassen. Doch schließlich ist die letzte Schlacht noch lange nicht geschlagen, und der Schlussmonolog lässt gleich die Hintertür für die nächste Folge offen.
      • | FAZIT

      • Ein technisch perfekter, rasant inszenierter Endzeit-Actionfilm in überzeugender Kulisse, dessen zahlreiche Logikbrüche nicht zu übersehen sind.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 8.1/10 (18 votes)

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