Aus einer vom FBI gestellten Falle entwischt der brutale irische Terrorist Miles Jackson mit einem Koffer Diamanten, wobei er mehrere Leichen hinterlässt. Durch Zufall kommt Officer Danny Fisher ihm und seiner Komplizin Erica auf der Flucht in die Quere. Als sie sich der Verhaftung entziehen wollen, stirbt die Gangsterbraut durch einen Unfall. Der inhaftierte Miles schwört Rache und bricht genau ein Jahr nach ihrem Tod aus dem Gefängnis aus. Kurzerhand lässt er Dannys blonde Freundin Molly kidnappen und zwingt den inzwischen zum Captain aufgestiegenen Beamten zu einem teuflischen Duell. Um seine Geliebte zurück zu bekommen, muss Danny mehrere Aufgaben bewältigen, die Miles für ihn über ganz New Orleans verteilt hat. Bei Versagen steht nicht nur Mollys Leben, sondern gleichfalls das Schicksal zahlreicher Unbeteiligter auf dem Spiel.
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| FILMKRITIK
Eine Schnitzeljagd durch eine Großstadt, bei welcher der Protagonist mörderische Rätsel lösen muss und Zeitbomben das Leben unschuldiger Passanten bedrohen, muss unweigerlich an den aktuellen Kassenhit „Illuminati“ erinnern. Das mag vielleicht Zufall sein, aber weitere Parallelen zu Actionhits wie „Stirb Langsam 3“, „Speed“ oder „French Connection“, die Daniel Kunka in seinem unoriginellen Skript aufscheinen lässt, unterstreichen klar, welche modernen Klassikern er im Auge hatte. Um die Rückkehr der Neunziger-Actionkracher einzuläuten, benötigt Renny Harlin, dessen Erfolgssträhne an Ende dieser Periode auslief, allerdings bessere Stoffe. Dabei bewies der einstige Blockbuster-Spezialist mit dem zu unrecht geschmähten „Mindhunters“, dass er Gespür für langsam entwickelte Spannungsdramaturgie besitzt.
Dies scheint ihm bei dem lärmenden „12 Runden“ und weiteren aktuellen Arbeiten allerdings völlig abhanden gekommen zu sein. Wie bei Harlins letzten Filmen hält die restliche Handlung nicht, was die rasante Exposition verspricht. Die anfängliche Hatz auf den blassen Superschurken, wobei man dem Drehbuch schlicht abnehmen muss, dass es sich um einen irischen Terroristen handelt, verspricht einen kurzweiligen ‚No-Brainer’. Angesichts der vorhersehbaren Routine, mit der hier die endlosen Stunts und Explosionen in einer Mischung aus Jump Cuts, Schwenks und Handkameraeinsatz abgespult werden, zieht sich das Actionspektakel spätestens ab der Hälfte reichlich in die Länge.
Man nehme: einen unrasierten Adam Sandler-Verschnitt als Schurken, zwei Ex-Models, die eine bald tot, die andere in den Händen des rachsüchtigen Master Minds, und einen sportlichen Wrestler, der halb New Orleans vor der Vernichtung retten will, dabei aber die andere Hälfte in Schutt und Asche legt. Hauptdarsteller John Cena zieht sich immerhin achtbar aus der Affäre, zumal man von einem Wrestlingstar ohnehin keine darstellerische Meisterleistungen erwartet.
Als schwarz-weiß erweist sich nicht allein die schematische Handlung, sondern ebenso die Typisierung der Cop-Protagonisten, was sowohl Danny Fisher und seinen Partner Hank Carver als auch die beiden kahl geschorenen FBI-Beamten betrifft. Spätestens seit „Lethal Weapon“ gehört diese Konstellation zu den Actionthriller-Standards, und wie bei Riggs und Murtaugh bleibt bei der privaten Abrechnung als erstes das Eigenheim des Officers (samt Klempner) auf der Strecke. Im folgenden Tauziehen mit dem rachsüchtigen Verbrecher, der seinen irischen Akzent auch in Original völlig ablegt, muss der rastlose Retter aus zwei Kästchen das Exemplar mit der Bombe heraus finden oder eine entfesselte Straßenbahn bremsen.
Allerdings werden die spektakulären Verfolgungsjagden stets durch Ungereimtheiten getrübt. So bleibt Dannys Freundin mit blinkender Zeitbombe unter der Jacke von den restlichen Bahnreisenden unbemerkt, und der allwissende Superverbrecher kennt stets den exakten Zeitpunkt, an dem er Danny mit neuem Kontrollanruf den Weg zum nächsten mörderischen Rätsel weisen muss. Doch von einem Werk, das durch Harlins eigene Firma Midnight Sun Pictures sowie World Wrestling Entertainment produzierte wurde, darf man wohl kaum auf ein Übermaß an realistischer Details und psychologischer Einfühlung hoffen.
| FAZIT
Ein routiniertes Actionspektakel der Kategorie B, das kaum Interesse an seinen Charakteren zu wecken versteht und sich in ermüdenden Verfolgungsjagden verstrickt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung