Vom Wimpernschlag zum Intervallscheibenwischer bei Ford – so einfach kann es manchmal gehen. Bob Kearns (Greg Kinnear) – eigentlich Ingenieur aber mit Leib und Seele Erfinder – findet, dass ein Scheibenwischer ähnlich funktionieren müsse, wie ein Auge blinzelt. Diese Idee erweist sich als äußerst sinnvoll und so gelingt ihm eine bahnbrechende Erfindung. Von der auch Ford so begeistert ist, dass der Automobil-Gigant sie einfach als eigene Erfindung deklariert. Kearns kann und will das nicht akzeptieren und beginnt einen schier ausweglosen Kampf um sein Recht, an dem seine Familie und sogar er selbst beinahe zu Grunde gehen.
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| FILMKRITIK
Wie es scheint, war es mal wieder Zeit für die filmisch Erinnerung an die Geschichte eines besonderen Menschen und somit den Satz „nach einer wahren Begebenheit“ auf einem Filmplakat.
Wie bei Biopics meistens der Fall, beginnt die Filmhandlung an dem Tiefpunkt des Protagonisten, nur um direkt nach dieser Szene einen Sprung zu machen, um die Geschichte von Anfang an zu erzählen. Die Szene zu Beginn des Films wird sich dann natürlich etwa in der zweiten Hälfte des Films wiederholen.
„Flash of Genius“ ist nicht unbedingt ein Geniestreich: Die Kamera zeigt unauffällig – und von kleinen spannungssteigernden Zooms abgesehen – das Geschehen ohne jede Effekthascherei. Die ist aber auch nicht nötig. Der Film lebt von der Geschichte, die er erzählt, obwohl auch die auf den ersten Blick eher wenig innovativ erscheint. Denn ja, mal wieder geht es um einen kleinen Mann mit einer großen Familie und vor allem einer wunderbaren Ehefrau, der sich im Kampf gegen ein unbarmherziges Riesenunternehmen einfach nicht geschlagen geben will. Und dennoch, es war wohl mal wieder Zeit für so einen Film. Als Zuschauer kann man sich den wunderbar liebevoll konzipierten Szenen, in denen die gesamte Familie beisammen ist, nicht entziehen. Egal, ob es sich um die Hektik früh morgens am mit sechs Kindern besetzten Frühstückstisch oder die bescheidene Feier in einem Fast-Food-Restaurant anlässlich des ersten funktionierenden Prototyps handelt. Man bekommt da eine Familie zu sehen, die glücklich und mit dem zufrieden ist, was sie hat. Die Fallhöhe ist also recht hoch, als sich heraus stellt, dass der Traum vom eigenproduzierten Scheibenwischer platzt.
Die von Drehbuchautor Philip Railsback geschaffenen Dialoge sind gespickt mit einem fein pointierten Humor, den vor allem Greg Kinnear gut umzusetzen versteht. Besonders in Erinnerung bleibt Lauren Graham als Kearns Ehefrau Phyllis, weil sie durch ihre Ausstrahlung mehr aus ihrer Rolle macht, als nur als schmückendes Beiwerk des Protagonisten zu fungieren. Man kommt zwar nicht umhin, des Öfteren an ihre Paraderolle der Lorelai Gilmore zu denken, aber das macht nichts. Es passt, dass in Phyllis eine kleine Lorelai steckt. Aber eine ruhigere, die auch zum richtigen Zeitpunkt mal nichts sagt, weil die Mimik jedes Wort überflüssig macht.
„Flash of Genius“ ist ein Film über Träume, die Wirklichkeit werden und erst dadurch Gefahr laufen, verloren zu gehen, über Streben nach Annerkennung und Gerechtigkeit und über Kraft und Rückhalt, wie nur eine Familie sie leisten kann.
| FAZIT
Ein liebevoller Film, der kein Geniestreich sein muss, um sehenswert zu sein.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung