Montag | 28. Mai 2012 | 04:01 Uhr
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  • FILM REVIEW | Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
  • Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

    Thriller | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Walter Garber arbeitet als Fahrdienstleiter in der New Yorker U-Bahnleitstelle. Eines Tages sieht er auf der großen elektronischen Tafel, dass der Zug Pelham 123 im Tunnel stehen geblieben ist. Er versucht, mit dem Zugführer per Funk Kontakt aufzunehmen, doch der antwortet nicht. Dafür meldet sich ein Mann, der sich Ryder nennt. Er hat mit drei Komplizen den Zug entführt und etliche Geiseln in seiner Gewalt. Er fordert zehn Millionen Dollar von der Stadt New York, und zwar binnen einer Stunde. Sonst will er die Geiseln umbringen.

    Ein auf Verhandlungen mit Entführern spezialisiertes Polizeiteam wird in die Leitstelle geschickt. Doch Ryder will nur mit Walter Garber sprechen. Garber hat so einen Fall noch nie erlebt, und wird von Ryder moralisch unter Druck gesetzt. Der Bürgermeister hat angeordnet, dass das Lösegeld herbeigeschafft wird, doch die Polizei scheint den Wettlauf mit der Zeit zu verlieren.
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      • | FILMKRITIK

      • „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ von Regisseur Tony Scott ist ein spannender, gut gemachter Actionthriller, in dem Denzel Washington und John Travolta die gegensätzlichen Figuren in einem Psychoduell spielen. Der Film ist ein Remake von „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ aus dem Jahr 1974 mit Walter Matthau. Der diesmal von Washington dargestellte Verhandlungsführer ist kein Polizist, sondern ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe. Diese Konstruktion verstärkt die Ungewissheit, ob Walter Garber überhaupt etwas bewirken kann und erhöht zugleich die Bedeutung seiner Persönlichkeit.

        Der Film spielt im heutigen New York und schmückt sich geschickt mit einigen modernen Utensilien. Ryder googelt und verfolgt die Reaktion der Aktienkurse an der Wall Street über das Internet. Und auch die Behörden sind dank des Internets und einer Onlineverbindung zu einem Laptop im Waggon buchstäblich im Bilde über das, was sich im Abteil abspielt. Regisseur Tony Scott drehte im Tunnelsystem der New Yorker U-Bahn und schafft damit eine authentische Atmosphäre.

        Im Mittelpunkt des Thrillers steht das Wortduell von Garber und Ryder. Trotz aller modernen Ausrüstung des U-Bahn-Kontrollzentrums ist die Atmosphäre dort eher hilflos. Der Bürgermeister, der Polizeiexperte, die anderen Mitarbeiter scharen sich alle um den integer wirkenden Garber, der sozusagen zum Steuermann in der Zentrale wird. Er wird in dem Gespräch von Ryder gezwungen, vor allen Zuhörern zuzugeben, dass er Schmiergelder genommen hatte und deshalb in der Behörde herabgestuft wurde. Garber lässt sich zu diesem Bekenntnis nötigen, weil sonst ein junger Passagier erschossen worden wäre. Denzel Washington spielt den Angestellten jedoch glaubwürdig als ehrlichen, pflichtbewussten Charakter.

        John Travolta trägt als Ryder Lederjacke, dunkle Brille, eine Strickmütze und einen dünnen Schnurrbart. Aber nicht nur optisch stellt er den perfekten Gangster dar: Er spielt so eindringlich und entfesselt diese unberechenbare Figur mit ihren Wutausbrüchen und ihrer Emotionalität, dass man die Angst, die er seinen Zuhörern einjagt, gut nachvollziehen kann. James Gandolfini hat die Rolle des glücklosen, geplagten Bürgermeisters, der nicht selten das Falsche sagt und von den Bürgern seiner Stadt nicht direkt respektiert wird.

        Dass Tony Scott ein Routinier des Actionfilms ist, sieht man den rasant inszenierten Außenszenen an, die das Wortduell von Garber und Ryder mit Handlung anreichern. Der Geldtransport durch die Stadt läuft keineswegs unfallfrei ab und im weit verzweigten Tunnelsystem kann jeder unbedachte Schritt tödlich sein. Schon die Eingangsszenen mit der zwischen den Wolkenkratzern durchbrechenden Sonne zur rhythmisch begleitenden Musik orchestrieren wirkungsvoll die ungewisse, unheimliche Stimmung. Die Spannung hält einen bis zum Schluss im Griff. Was dann vielleicht noch fehlt, ist die Botschaft, der tiefere Sinn hinter diesem ansonsten gelungenen Thriller.

      • | FAZIT

      • Spannend inszenierter Actionthriller mit Denzel Washington und John Travolta als ungleichen Kontrahenten in einem Geiseldrama.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 6.2/10 (18 votes)

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