Die Amerikanerin Georgia ist eigentlich Professorin für Geschichte, doch zurzeit arbeitet sie in Griechenland als Reiseführerin. Ziemlich erfolglos versucht sie, Touristen die antiken Schätze im Land ihrer Vorfahren zu zeigen. Die lärmenden Kunstbanausen an Bord des Reisebusses mit dem schlecht gelaunten Fahrer interessieren sich nur für Shoppen und Eiscreme. Die einwöchige Reise nach Olympia, Delphi und zur Akropolis beginnt mies, doch dann lernt Georgia den alten Irv besser kennen, der als Witzbold ihrer Gruppe für Aufregung sorgt. Irv öffnet Georgia die Augen dafür, wie sie die Menschen begeistern kann und auch dafür, wer sich für sie näher interessiert.
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| FILMKRITIK
Unter dem Titel „My Big Fat Greek Summer“ kommt diese Touristenkomödie in die deutschen Kinos, damit sofort klar ist, wer Hauptdarstellerin Nia Vardalos ist. Sie spielte die griechisch-amerikanische Braut in der Erfolgskomödie „My Big Fat Greek Wedding“. Der neue Film, der von Regisseur Donald Petrie und Drehbuchautor Mike Reiss stammt, ist aber keine Fortsetzung und unterscheidet sich auch sonst ziemlich deutlich von dem lustigen „My Big Fat Greek Wedding“. Hier wird eine klischeehafte Griechenlandreise wie aus dem Bilderbuch unternommen, mit einigen netten Touristenwitzen und dem Zwang zur guten Laune.
Die antiken Stätten, der blaue Himmel und die gewundenen Küstenstraßen sind die reine Werbung für einen Griechenland-Urlaub, aber nicht Garanten für eine gute Geschichte. Das Filmteam durfte sogar erstmals auf der Akropolis drehen. Schade nur, dass sich die Filmtouristen die meiste Zeit für die schöne Kulturkulisse gar nicht interessieren. Richard Dreyfuss als der alte Tourist Irv schafft es immerhin, die Gruppe neugierig auf seine Sprüche als Orakel von Delphi zu machen.
Nia Vardalos ist immer attraktiv geschminkt als Reiseführerin Georgia. Sie wirkt gleichzeitig femininer und reifer als in ihrer Rolle in „My Big Fat Greek Wedding“. Leider aber posiert sie diesmal die meiste Zeit wie für die Fotoapparate ihrer Touristengruppe: lächelnd, gutmütig, leicht tollpatschig und mit gespieltem Interesse. Ihre laienhafte Darstellung funktioniert hier nur bedingt und je mehr die Handlung harmonische Züge annimmt, desto stärker geht einem die zur Schau gestellte Naivität auf die Nerven.
Georgia spricht sowohl Griechisch, als auch Englisch. Das kommt ihr zugute, wenn sie die bösen Kommentare eines Souvenirverkäufers so übersetzt, dass sie für die Ohren seiner Kunden geeigneter werden. Die Touristen ihrer Reisegruppe sind Amerikaner, Australier, Engländer und bilden eine bunte Mischung vergnügungshungriger Urlauber. Eine kleptomane Rentnerin, ein keifendes Ehepaar mit schlecht gelaunter Tochter, bindungswillige Singlefrauen, ein arbeitssüchtiger junger Mann und eben Witzereisser Irv halten die arme Georgia auf Trab. Der Busfahrer Procopi tut anfangs so, als verstünde er kein Englisch, aber dann entwickelt er immer mehr Interesse an Georgia.
Zu den gelungenen Einfällen der Geschichte gehören die humorvollen Seitenhiebe auf kaputte Reisebusse, baufällige Hotels und schlecht gelauntes Personal, wie es auch in Griechenland hin und wieder vorkommen soll. Auf der anderen Seite verhalten sich die Touristen so kaufsüchtig, borniert und peinlich, als wären sie Figuren aus den schlimmsten Albträumen Einheimischer. Das führt immer wieder zu komischen Situationen, die aber zunehmend in idyllische Auflösungen gezwängt werden.
| FAZIT
Mittelmäßige Touristenkomödie mit Nia Vardalos als Reiseführerin in Griechenland.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung