Abenteuer,
Familie,
Fantasy
| Großbritannien / USA 2009
| INHALTSANGABE
Voldemort ist wieder da und mächtiger als je zuvor. Die Todesser machen nicht nur das Leben der Hexen und Zauberer zunehmend schwerer, auch die Welt der Muggel bleibt von ihnen nicht mehr unberührt. Für Harry beginnt nun das vorletzte Schuljahr auf Hogwarts und es wird kein leichtes Jahr.
Einerseits ist da natürlich der bevorstehende Kampf gegen Lord Voldemort, der ihn verunsichert. Gleichzeitig beobachtet er mit zunehmendem Argwohn seinen Erzfeind Draco Malfoy, der nichts Gutes im Schilde zu führen scheint. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es da auch noch Ginny, Rons bezaubernde kleine Schwester, die Harry mehr und mehr den Kopf verdreht. Nicht besser ergeht es Ron, der gleich mit zwei Verehrerinnen konfrontiert wird.
Doch noch während die pubertierenden Zauberschüler den Aufruhr ihrer neuen Gefühle zu bändigen versuchen, bahnt sich eine Katastrophe an, die das Leben in Hogwarts und die Zukunft der Zauberwelt für immer verändern wird.
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| FILMKRITIK
Dass David Yates aus "Harry Potter und der Orden des Phoenix" keinen brillianten Film zaubern konnte, mag an der Vorlage gelegen haben. Dass er es aber auch beim Halbblutprinzen nicht schafft, den Funken des Buches überspringen zu lassen, kann man ihm schon selbst zu Lasten legen. Denn im nunmehr sechsten Harry Potter-Film wird viel geknutscht und wenig gekämpft. Yates nimmt die harte Realität und verkitscht sie zur pubertären Liebesschnulze. Waren die verliebten Spielereien im Buch unterhaltsame Zwischenhandlung, werden sie hier zum Hauptinhalt aufgeblasen. Anderes gerät darüber in den Hintergrund, wie etwa der titelgebende Halbblutprinz oder die dunklen Pläne Lord Voldemorts.
Anscheinend hatte man Angst, eine vorlagennahe Umsetzung könne zu düster geraten, um noch eine kindgerechte Freigabe zu erwirken. Und so schlagen sich Harry, Hermine und Ron eben lieber mit Eifersüchteleien und Liebesverwirrungen herum, als sich um die nahende Bedrohung und den bevorstehenden Kampf gegen Lord Voldemort zu kümmern.
David Yates und sein Drehbuchautor Steve Kloves wagen sich auch an einige Abweichungen von der Vorlage, von denen nicht alle notwendig und manche sogar ärgerlich sind. So wird Harry und Ginny nicht nur die Freude ihres öffentlichen Zusammenkommens genommen, nein, Harry muss auch noch voll bewegungsfähig und bewaffnet dabei zuschauen wie sein Mentor Dumbledore getötet wird. Nicht ganz so verwirrend aber mindestens ebenso unlogisch wirkt die eingefügte Szene eines Todesser-Angriffs auf das Anwesen der Weasleys.
Einen Lichtblick gibt es im Film allerdings mit der Neubesetzung von Jim Broadbent alias Horace Slughorn. Der preisgekrönte Charakterdarsteller glänzt in seiner Darbietung und spielt das junge Ensemble dabei konsequent an die Wand. Und auch formal kann sich der Film sehen lassen. Yates lässt es sich nicht nehmen, einen ausufernden Effektehagel auf die Zuschauer niederprasseln zu lassen, was ihn rein visuell dann doch zu einem Erlebnis werden lässt. Dennoch wünscht man sich – in der Voraussicht, dass Yates auch beim Potter-Finale federführend sein soll ein Wunder…und Alfonso Cuarón zurück auf den Regiestuhl.
| FAZIT
Bildgewaltig und ohne Magie. David Yates gelingt es nicht, die Atmosphäre des Buches auf die Leinwand zu bannen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung