Fredrik, arbeitsloser Journalist, ist ambitionierter Freizeitsportler; doch sein Hockey-Team wird aus der Halle geworfen, weil die Frauen-Hobby-Hockeysportler Vorrang haben. Zudem zieht seine Ex-Frau nach London und überlässt ihm für ein paar Monate die gemeinsame Teenager-Tochter, mit der er (und die mit ihm) nichts anfangen kann.
Aus einem blöden Gag heraus entwickelt er aber einen Plan: mit seinen Freunden ist er aus Spaß als Synchronschwimmer aufgetreten, was ein großer Lacherfolg war. Und das stecken sie sich jetzt als Ziel: die erste schwedische Männer-Synchronmannschaft zu werden und im Sommer zur WM nach Berlin zu reisen…
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| FILMKRITIK
Diesmal ist es Synchronschwimmen. Könnte auch Männerstriptease sein; oder Nacktkalender für ältere Frauen. Oder Handball wie in „Machan“, wo die armen Leute aus Sri Lanka eine Handballmannschaft aufstellen, um dann zum Turnier nach Deutschland zu reisen…
Nun ist dies ein schwedischer Film. Und von schwedischen Komödien kann man eine gewisse Spritzigkeit erwarten, eine Frechheit, etwas Schneid und Respektlosigkeit. Doch Regisseur Mans Herngren beschränkt sich auf den Wohlfühl-Kuschelfaktor, und das ist zuwenig. Der Film wärmt schlicht ein altes Rezept auf und fügt noch nicht mal neue Zutaten bei.
Tatsächlich bezieht der Film einen Großteil seiner Komik aus der Tatsache, dass hier Männer einen Sport betreiben, der eigentlich heutzutage den Frauen vorbehalten ist (obwohl wir im Film lernen, dass die ersten Synchronschwimmer ausschließlich Männer waren und dass die erste Synchronschwimmer-WM 1895 in Berlin stattgefunden hat). Da sind dann die gestandenen Männer, Ex-Hockeyspieler zumal, in ihren Badeanzügen und versuchen, im und unter Wasser graziöse Bewegungen hinzukriegen: das ist der Spaß dieses Films, und der verpufft halt nach einer Weile.
Klar: für einen lustigen Kurz-Sketch ist es brauchbar, unbeholfene Typen ins Wasser zu stecken und eine Blume machen zu lassen; doch ein Spielfilm kann es nicht darauf beruhen lassen.
Deshalb baut Herngren eine Vater-Tochter-Geschichte ein, die sich vorhersehbar entwickelt bis dahin, dass die Tochter dann Teamchef der Männer-Synchronschwimmer wird. Das ist Teil der Herzenswärme, die der Film mit seiner unwahrscheinlichen Erfolgsstory erzeugen will.
Herngren reichert seinen Film auch mit einem Subtext über Diskriminierungen und Vorurteile an. Fredrik fühlt sich untergebuttert, weil die Mädchen die Männer aus der Hockeyhalle treiben; und weil die böse Schwimmvereinsvorsitzende männliche Synchronschwimmer nicht anerkennen will. Und sowieso muss er sich ständig dagegen wehren, dass er und seine Männer in ihren Versuchen, unter Wasser schön auszusehen, als Schwulis angesehen werden. Vielfältige Erniedrigungen sind das, und daraus will Herngren gern eine Moral stricken: gegen Vorverurteilungen, für Toleranz und so. Weshalb er seine Synchronschwimmer auf dem Weg nach Berlin auch noch bei der Stockholmer Gay Pride-Parade auftreten lässt.
Und man fragt sich: wenn er einerseits eine Lanze brechen will für Toleranz und Gleichbehandlung und gegen Diskriminierung: warum lässt er dann seine Synchronschwimmer immer wieder in aufreizend schwulen Posen auftreten, aus Gründen filmischer Komik, nur um daraus Gags zu ziehen?
| FAZIT
Männliche Synchronschwimmer auf ihrem steinigen Weg zur WM lassen einen ziemlich kalt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung