Montag | 28. Mai 2012 | 06:51 Uhr
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  • FILM REVIEW | Hangtime - Spiel dein Spiel
  • Hangtime - Spiel dein Spiel

    Drama | Deutschland 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Vinz will Profi-Basketballer werden; nur das Abi will er noch in der Tasche haben, dann soll die Karriere losgehen für den Spieler der Phoenix Hagen. Sein Bruder Georg pusht in ihn seinen Karriereplänen: denn seine eigene Basketball-Karriere musste er zehn Jahr zuvor beenden, als die Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen und er sich um den jüngeren Bruder kümmerte.

    Doch die ständige Bevormundungen des Bruders nerven Vinz: er will nicht dauernd nach Managern suchen oder bei Groß-Clubs vorsprechen. Er träumt von einem Wechsel nach Amerika, in eines der Colleges, die Stipendien vergeben für Sporttalente… Beim Bewerbungenschreiben im Internetcafé lernt er Kathi kennen und lieben, und das erhöht noch seine Renitenz gegen den Druck des Bruders. Auch wenn Kathi eigentlich schon einen Freund hat…

    Zudem geht es für Phoenix Hagen um den Aufstieg in die 1. Liga; doch gerade jetzt hat Vinz wegen all dem Drumherum keinen Kopf fürs ordentliche Basketballspiel.
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      • | FILMKRITIK

      • Coming of Age-Filme sind seit ca. fünf Jahren ziemlich out in Deutschland. Mit gutem Grund: bis damals war schon so ungefähr ziemlich alles auserzählt, was diese Geschichten vom Erwachsenwerden hergeben könnten. Die damalige Schwemme (am berühmtesten vielleicht „Nichts bereuen“ mit Daniel Brühl) lag wohl daran, dass viele der Regisseure Abgänger von Filmhochschulen waren und einfach von dem erzählten, was sie kannten in ihrem jungen Leben. Doch irgendwann, irgendwie, irgendwo ist das eben auch alles so ziemlich dasselbe.

        Nun versucht Wolfgang Groos es nocheinmal. Aus aussichtsloser Position zwar, aber andererseits: ein bisschen hätte er sich schon anstrengen können, um wenigstens nicht ganz sang- und klanglos unterzugehen. Wobei: als langjähriger Regieassistent von Sönke Wortmann, der seit ca. 15 Jahren nicht mal einen handwerklich guten Film mehr zustande gebracht hat (wenn sie auch erfolgreich waren), konnte er vielleicht auch gar nicht so viel lernen, um aus einem ausgelutschten Thema noch etwas halbwegs Erträgliches zu machen.

        Immerhin, das muss man ihm lassen: er hat für seine Basketballer-Geschichte Schauspieler gefunden, die tatsächlich Körbe werfen können. Das ist aber auch so ziemlich alles. Die Figuren des Films sind uninspiriert, um nicht zu sagen eindimensional: Bruder Georg will seine eigene, verpasste Karrierechance in Vinz, dem Basketballtalent, verwirklichen. Kathi ist schön und blond und hat sonst keine besonderen Merkmale. Vinz’ Freund Ali ist der Quoten-Migrant mit großen Plänen, als HipHop-Star in Berlin groß rauszukommen, kifft viel, klopft Sprüche und trifft dauernd dumme Entscheidungen, die ihm auch mal einen Finger kosten – was Ausländer halt so machen. Und Vinz: er will Basketballspielen und weiß sonst noch nicht, was er im Leben machen will. Der typische fast-erwachsene Teenager halt, wie er in tausend Filmen vorkommt.

        Sportlerfilm und Bruderkonflikt und erste Liebe und der Mythos des letzten Sommers vor dem Erwachsenwerden, die Verwirklichung von Träumen und eine Metapher, die es sogar in den Filmtitel geschafft hat (Hangtime ist nämlich, das wird im Film mehrmals erklärt, die Zeit, in der der Basketballer beim Sprung in der Luft hängt, der Zeitpunkt, an dem sich entscheidet, ob der Ball den Korb treffen wird oder nicht): das packt Groos in seinen Film, ohne dass daraus irgendwelche spannenden, unterhaltsamen, vielleicht gar berührenden Momente entstünden. Alles ist halt schon so oft erzählt worden, dass die Luft ziemlich raus ist.

        Und Groos begeht auch noch schlichte handwerkliche Fehler: wenn er das Werbevideo des US-Basketball-Colleges auf einem PC-Monitor zeigt, bleibt die Zeitleiste des Mediaplayers – obwohl der Film läuft – immer auf 1:51 Minuten stehen. Da haben schlicht die Special-Effects-Programmieren geschlafen.
      • | FAZIT

      • Neuer Aufguss einer ewig gleichen Coming of Age-Geschichte, diesmal im Basketballermilieu.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (2 votes)

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