Nachdem in den dreißiger Jahren Korea von den Japanern besetzt wurde, herrscht in der angrenzenden Mandschurei das Gesetz des Stärkeren. Der skrupellose Killer Park Chang-yi erhält den Auftrag, bei einem Zugüberfall eine Schatzkarte zu erbeuten. Doch dabei geraten ihm und seiner Bande der unbedarft scheinende Bandit Yoon Tae-goo in die Quere, der das wertvolle Dokument zuerst in die Finger bekommt. Auf der Flucht vor dem Massaker an Soldaten und Passagieren läuft der unberechenbare Gauner ausgerechnet Kopfgeldjäger Park Do-won über den Weg, der dem brutalen Chang-yi auf der Spur ist. In seiner Zwangslage bietet Tae-goo dem einsamen Meisterschützen einen Anteil am Schatz an. Doch hinter der Karte sind noch mehrere weitere Parteien her, die vor keiner Untat zurück schrecken.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Bislang lässt sich Erfolgsregisseur Kim Ji-woon („A Tale of Two Sisters“) auf kein Genre und keinen Stil festlegen. Nachdem seine letzten Arbeiten ein eher gediegenes Tempo anschlugen und stilvoller inszeniert waren, setzt er in seinem ersten Western auf pausenlose Action, schräge Einfälle und stets wechselnde Personenkonstellationen. Sein Vorgängerwerk „A Bittersweet Life“ mit dem eitlen „Good, Bad, Weird“-Schurken Lee Byung-hun entpuppte sich als einer der besten asiatischen Gangsterdramen der letzten Jahre, enttäuschte aber Actionfans, die diese Mal durchaus stärker auf ihre Kosten kommen.
Schon der Titel verweist deutlich auf Sergio Leones Spätwestern-Klassiker „Zwei glorreiche Halunken“. Doch so wie Johnny To in „Vengeance“, einer bleihaltigen Hommage an den „Eiskalten Engel“, die melancholisch-elegische Atmosphäre des Vorbilds schnell hinter sich lässt, hält sich Kim Ji-woon nicht mit Leones fatalistisch-tragischen Untertönen auf, sondern legt ein nahezu pausenloses Tempo vor. Mit dem italienischen Meisterregisseur gemeinsam hat sein neustes Werk, abgesehen von der Variation vertrauter Szenen wie einem Mexican-Standoff mit den drei Protagonisten im Finale, dass es im Grunde die Titelprämisse unterläuft. Bei Leone und Ji-woon sind die Charaktere keineswegs nur gut oder böse gezeichnet, sondern offenbaren im Handlungsverlauf immer neue Wesenszüge, was sie jedoch nicht minder undurchschaubar erscheinen lässt.
Das zeigt sich schon in der Besetzung des schrägen Gangsters Yoon Tae-goo mit dem koreanischen Star Song Kang-ho, der in seinen Rollen zwischen ernsten, etwa in „Memories of Murder“, und komödiantischen Parts pendelt, wie in dem Monstermovie „The Host“. In der Mitte liegt sein verschlagener, nicht zu fassender Zugräuber, dessen Sorge für seine gebrechliche Großmutter, die von all dem Chaos zunächst nichts mitbekommt, für komische Einlagen sorgt.
Neben dem kalten, nazistischen Mörderdandy und dem Prinzipien treuen Kopfgeldjäger hetzen allerdings noch weitere Parteien hinter der Schatzkarte her, dem „McGuffin“ des Films, darunter die japanische Armee, die Dreiländer-Bande, eine Rebellengruppe und die Geistermarkt-Gang. Man braucht sich allerdings nicht die Mühe zu machen, die vielen Parteien auseinander zu halten, denn im Grunde spielt dies nicht wirkliche eine Rolle. Im Finale treffen die verschiedenen Parteien in einer langen, wilden Verfolgungsjagd durch die Wüste aufeinander, die Ji-woon mit dem Discoklassiker „Don’t Let Me Be Misunderstood“ unterlegt. Hier gilt: „Jeder gegen jeden“.
Der in Korea zum Kinohit avancierte Western krankt allerdings daran, dass bei all den bizarren Gags und knalligen Actioneinlagen die Figurenzeichnung auf der Strecke bleibt. Kim Ji-woon wollte das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen in den Dreißigern unterstreichen, die ihren eigenen Weg zum Glück oder Überleben finden müssen. Für Ruhemomente oder tiefergehende Charakterisierungen besteht aber kaum Gelegenheit. Im Gegensatz zu sonstigen Bearbeitungen trifft dies ebenso auf die fünf Minuten längere, koreanische Version zu, bei welcher neben der Figur einer Rebellin auch die Schlusssequenz entfiel. Das offene, abrupte Ende zählt daher zu den weiteren Schwachpunkten, wobei das weitere Protagonistenschicksal erst während des Nachspanns angedeutet wird. In diesem Sinne legt sich die Originalfassung eindeutiger fest.
| FAZIT
Ein streckenweise etwas hektisch geschnittener Actionwestern mit vielen knalligen Einfällen und unkonventionellen Figuren, die keinen Raum für Zwischentöne bietet.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung