Schon seit längerer Zeit leben Zack und Miri in einer gemeinsamen Wohngemeinschaft, doch trotz Jacks Job in einem Coffeeshop leiden beide unter chronischem Geldmangel. Um nicht auf der Straße zu landen und auf schnelle Art an finanzielle Mittel zu gelangen, beschließt das Duo, zusammen mit Freunden einen billigen Porno zu drehen.
Trotz der Kombination aus Brancheninsidern und Amateuren geht zunächst einiges schief, wie etwa die ersten Kostüme und der ursprüngliche Drehort von einem Bagger zerstört werden. Kurzerhand zieht man in die Kaffeebar um und ändert den Titel in „Swallow My Cockaccino“. Allerdings müssen Zack und Miri bald ihre gegenseitige starke Zuneigung erkennen, so dass sie auf die geplanten Sexszenen mit anderen Darstellern eifersüchtig reagieren.
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| FILMKRITIK
Im prüden Amerika stellen zwar Gewaltorgien im Kino kein Tabuthema dar, aber allein der Titel von Kevin Smith’ neuer Komödie genügte schon, um in den Medien Wellen der Empörung auszulösen. Werbespot-Buchungen im Fernsehen wurden gecancelt, Plakatmotive mussten geändert werden, und in Zeitungen sowie Zeitschriften kam es zu Protestartikeln.
Dabei steckt hinter dem provozierenden Titel eine romantische Komödie mit einem der ältesten Lustspielplots des Genres über die in trauter Gemeinschaft verbundenen besten Freunde, die erst nach einigen emotionalen Verwicklungen feststellen müssen, für einander wie geschaffen zu sein.
Mit Seth Rogen als ständig mittelloser Slacker Zack gewann Kevin Smith einen der derzeit populärsten US-Komödianten, und die sympathische Elisabeth Banks als dessen WG-Mitbewohnerin Miri wirkt hier passender besetzt denn als böse Stiefmutter unlängst in „Der Fluch der zwei Schwestern“.
An dieser Stelle bleibt anzumerken, dass Banks doch eine gewisse Ähnlichkeit mit Joey Lauren Adams („Chasing Amy“) besitzt, der Ex-Freundin des Regisseurs. Neben Sex-Starlet Katie Morgan gibt sich mit Norma Kuzma alias Traci Lords ein ehemaliger Pornostar der Achtziger die Ehre. Die spätere Branchengegnerin beweist mit ihrer Rolle als Bubbles reichlich Selbstironie, aber darstellerisch legte sie in den letzten Jahrzehnten leider kaum zu. Neben ihr darf ebenso „Superman“-Darsteller Brandon Routh als Pornoakteur Bobby Long, der die Freunde auf einer Party erst auf die Idee eines eigenen X-Movies bringt, sein Heldenimage auf den Arm nehmen.
Wer angesichts des Titels auf nackte Tatsachen hofft, dürfte weitgehend enttäuscht werden – es sei denn, man möchte unbedingt einmal Smith-Stammschauspieler Jason Mewes, bekannt als ständig bekiffter Drogenhändler Jay, ohne Hosen sehen. Daneben treten weitere vertraute Gesichter aus dem Kevin Smith-Universum auf, wie sich ohnehin dessen Hauptthemen Sex & „Star Wars“ wiederholen und verbinden. Sonst wird darüber nur endlos diskutiert. Dieses Mal planen die Protagonisten zuerst sogar einen „Krieg der Sterne“-Porno ("Star Whores"), was Anlass für allerlei anzügliche Anspielungen auf den George Lucas-Kosmos bietet. (Bei deren Übersetzung dürften die kreativen Kräfte des Synchronstudios gefragt sein.) In der Realität entstand tatsächlich unlängst ein solches (Mach-)Werk.
Mit vielen Insiderscherzen und Pointen über die Kinoindustrie glückt Autor, Produzent und Regisseur Smith in der ersten Hälfte eine hohe Gagdichte, die er nicht über die volle Länge halten kann und will. Denn im letzten Drittel konzentriert sich Smith stärker auf die problematische Beziehung der beiden liebeskranken Protagonisten und die Frage, ob sie letztlich noch zusammen finden. Die Antwort darauf dürfte jeder geübte Kinogänger längst kennen. Aber während des Nachspanns sollte man trotzdem besser noch sitzen bleiben.
| FAZIT
Nach dem schnulzigen „Jersey Girl“ und dem pubertären Humor von „Clerks 2“ findet Kevin Smith mit einer romantischen Komödie hinter dem schlüpfrigen Sex-Sujet zu alter Stärke zurück.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung