Julia und Alex heiraten heute. Aber als Alex seinen vertrottelten Papa Manfred abholen will, findet er diesen verwickelt in diverse kriminelle Aktivitäten. Für einen Großgangster soll er einen Diamantenschmuggel abwickeln, doch aus Unachtsamkeit erschießt Manfred den Schmuggler auf dem Klo, und die Diamanten sind in dessen Bauch, und der Liebhaber des Gangsters taucht auf, und der Tote kommt in den Kofferraum, und Julia wartet schon vor der Kirche, aber der Gangster ist hinter Alex und Manfred her, und alle wollen die Diamanten, auch Alex’ Esoterik-Mama, und es gibt noch ein paar Tote und überhaupt kann ja wohl ein Gynäkologe per Ultraschall am besten die Diamanten im Darmtrakt einer Leiche orten, aber mit Pistole sollte man nicht in die Kirche gehen, und sowieso geht alles schief.
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| FILMKRITIK
Richtig schlimm wird es in der deutschen Filmklamotte, wenn sie ihre eigene Klamottenhaftigkeit gar nicht erkennt. Wenn sie meint, ihre flauen Scherze seien intelligente, zündende Gags, wenn die Zufälle, die die Handlung mühselig zusammenhalten, für raffiniert eingefädelte Plots gehalten werden, wenn das mühsam erlernte Nachsprechen uninspirierter Dialogzeilen durch eindimensionale Figuren mit Timing verwechselt wird.
„Diamantenhochzeit“ ist hierin beispielhaft: eine derart unwitzige Komödie humpelt einem nicht alle Tage über den Weg, das Beste ist noch, dass der Film nach nur 84 Minuten vorbei ist.
Einen katastrophalen Hochzeitstag beschreibt der Film, all die Missgeschicke, die dem Brautpaar, nein: dem Bräutigam, nein: dessen Vater zustoßen. Was schon für sich ein Problem darstellt: weil ein guter Film immerhin plausible Figuren und Figurenkonstellationen haben, also beispielsweise gewisse Fragen beantworten sollte: Warum lieben sich so unterschiedliche Typen wie Braut Julia und Bräutigam Alex überhaupt, wie kam ihre Verbindung zwischen Winner- und Loser-Familie überhaupt zustande, beziehungsweise: warum lässt sich Alex überhaupt auf den Quatsch seines Vaters ein, der ja nun wirklich ein notorischer Versager ist, und keinerlei Liebe würdig? Und: Ist es irgendwie ironisch, dass die Bräutigamsmutter stets esoterischen Quark darüber von sich gibt, wie alles im Universum miteinander zusammenhängt, wo doch im Film nur der Zufall herrscht, der eine Art spontane Aneinanderreihung von Assoziationen und Ideen der Drehbuchautoren zu sein scheint ohne Rücksicht auf Stringenz und inneren Zusammenhalt?
Es geht, schlicht gesagt, immer darum, dass die Figuren stets die falschen Entscheidungen treffen, sich unlogisch verhalten, was nie gerechtfertigt wird, auch nicht durch irgendeine wie immer geartete Logik des Films. So tun sich in Handlung und Figurensetting riesige Löcher auf, die keiner der Filmschaffenden bemerkt zu haben scheint; die deshalb nicht mal behelfsmäßig verdeckt werden.
Weil alle Figuren nur Pappfiguren bleiben, bleibt auch alles harmlos. Und so etwas wie Fallhöhe oder Überraschung, also Grundbausteine der Komik, kann es so auch nicht geben. Braut Julia ist überhaupt nicht nervös ob ihres Hochzeitstages, Bräutigam Alex macht alles, was man ihm sagt, und Bräutigamsvater Manfred ist, weil er so strunzdoof ist, weit weniger liebenswürdig als die Gangster, die hinter ihm her sind. Dass am Ende diese beiden ihr Ende finden, stimmt fast schon traurig. Wenn man durch Gleichgültigkeit nicht schon völlig abgestumpft wäre.
| FAZIT
Traurig, traurig. Dabei soll das hier eigentlich eine Komödie sein.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung