Die Jüdin Shosanna Dreyfus muss den Mord an ihrer Familie durch den Nazi Oberst Hans Landa mit ansehen. Nur knapp gelingt ihr die Flucht. In den kommenden Jahren, die sie unter neuer Identität als Kinobesitzerin in Paris verbringt, wächst ihr Wunsch nach Vergeltung. Als dann eines Tages ein junger deutscher Soldat in ihrem Kino erscheint und ihr den Hof macht, rückt die Möglichkeit nach Rache in greifbare Nähe.
Rache ist auch das Motiv des amerikanischen Leutnants Aldo Raine. Er stellt eine Elitetruppe bestehend aus jüdisch-amerikanischen Soldaten zusammen, deren einzige Aufgabe es fortan sein wird, möglichst viele Nazis zu töten und zu skalpieren. Unter dem Namen "The Basterds" verbreiten sie unter den Nazis bald Angst und Schrecken.
Die Wege Shosannas und der Basterds kreuzen sich, als der britische Geheimdienst einen Plan ausarbeitet, mit dessen Hilfe nicht nur Adolf Hitler, sondern sämtliche hochrangigen Nazis getötet werden sollen, während sie sich in Shosannas Kino aufhalten. Was jedoch weder die Basterds noch Geheimagentin Bridget von Hammersmark wissen ist, dass ihnen Oberst Hans Landa längst auf die Schliche gekommen ist. Hans Landa wiederum hat seine Rechnung ohne Shosanna gemacht, deren persönlicher Rachefeldzug bereits begonnen hat.
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| FILMKRITIK
Der aktuelle Film von Quentin Tarantino heißt "Inglourious Basterds", mit extra "u" und extra "e" ausgestattet, damit man ihn nicht mit Enzo Castellaris "Inglorious Bastards – ein Haufen verwegener Hunde" verwechselt. Auf diese Idee käme aber vermutlich ohnehin niemand, denn auch wenn Castellaris Film für Tarantino nach eigenen Angaben ein Vorbild darstellte, so ist es doch nur eines unter vielen. Denn wie immer in seinen Filmen, greift Tarantino tief in die Kiste seiner Filmerinnerungen und montiert die unterschiedlichsten Genre-Versatzstücke und –Zitate so zusammen, dass am Ende ein Trash-Märchen mit Naziploitation-Elementen steht.
Gedreht wurde "Inglourious Basterds" in Sachsen und in den Babelsberger Studios in Potsdam. Mit dabei war eine ganze Ansammlung deutscher Schauspieler in kleineren und größeren Rollen. Unter anderem Daniel Brühl, August Diehl und Till Schweiger. Doch ganz gleich, wer auch alles für den Film besetzt wurde, einer spielt sie alle an die Wand: Christoph Waltz. In der Rolle des ebenso gerissenen wie gefährlichen Nazis Hans Landa, der süffisant, genial und sadistisch seinem Spitznamen "Der Judenjäger" alle Ehre macht, erhielt Waltz in Cannes zu Recht den Darstellerpreis.
Im Mittelpunkt des Films steht die blutige Rache an den Nazis. Und das gleich von verschiedenen Fronten aus. Einerseits ist da die junge Jüdin Shosanna, die den Mord an ihrer gesamten Familie durch die Hand Hans Landas mit ansehen musste, andererseits die an blutige Indianer-Klischees angelehnte Skalpjagd der Inglourious Basterds und zum dritten die politisch motivierte Arbeit des britischen Geheimdienstes. Sie alle haben am Ende ein Ziel und das heißt: Kino. Denn, es ist – metaphorisch gesehen – die Macht des Films, die den zweiten Weltkrieg endgültig beendet; 64 Jahre nach dem eigentlichen – und laut Tarantino viel zu unspektakulären und langwierigen Ende.
Und dieses Ende ist tatsächlich um einiges spektakulärer als die Realität, allerdings nicht blutrünstiger. Denn auch wenn es sich um einen Tarantino-Film handelt, merkt man, dass Tarantino sein Thema durchaus ernst nimmt und er durch lange und ausgefeilte Dialoge, einen gewissen Abstand zu billigem Humor wahrt, der in diesem Film nur stören würde. Unterhaltsam geht es dabei natürlich trotzdem zu. Passend wäre wohl das Urteil des Darstellers Eli Roth (Donny Donnowitz), der zu "Inglourious Basterds" sagt: "Für mich als Jude ist das so etwas wie ein koscherer Porno."
Der blutige Befreiungsschlag gegen Hitler und sein Gefolge wirkt angesichts so bleiern daherkommender Werke wie "Der Untergang" oder "Operation Walküre" geradezu befreiend. Auch wenn selbst die geballte Rache der Tarantinoschen Filmhelden nicht dazu imstande ist, sämtliche Nazis loszuwerden, hat man am Ende doch das Gefühl, endlich vom dunklen Geist des dritten Reichs erlöst worden zu sein.
| FAZIT
Tarantino schenkt seinen Zuschauern ein handwerklich gelungenes popkulturelles Trashmärchen mit großem Unterhaltungswert und einem herausragenden Christoph Waltz in der Hauptrolle.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung