Der kleine Wickie ist ein echter Wikinger, zumindest soll er das eines Tages werden. Denn immerhin ist er der Sohn des ebenso starken wie sturen Wikinger-Oberhaupts Halvar von Flake. Doch Halvar hat seine liebe Not mit Wickie. Anstatt sich mit anderen Jungen zu prügeln, verbringt Wickie seine Zeit am liebsten mit seiner besten Freundin Ilvy und sieht er sich einer Gefahr ausgesetzt, benutzt er lieber seinen klugen Kopf als seine Muskeln, um sich aus der misslichen Lage zu befreien.
Dann eines Tages passiert etwas Schreckliches. Eine Horde maskierter Fremder überfällt das beschauliche Dorf Flake und entführt sämtliche Kinder. Nur einer bleibt zurück: Wickie. Auf der Stelle hissen Halvar und seine tapferen Männer die Segel, um die Kinder zurückzuholen. Und auch Wickie schleicht sich an Bord, immerhin gilt es Ilvy zu retten.
Halvar, für den Wickie ein Angsthase ist, der an Bord eines Wikingerschiffs nichts zu suchen hat, ist nicht gerade begeistert. Doch es dauert nicht lange, da beweist der kleine Wickie mit seinen schlauen Einfällen, dass Muskeln und Tapferkeit nicht alles sind. Besonders dann nicht, wenn man sich plötzlich dem Schrecklichen Sven, dem schlimmsten Piraten aller Zeiten gegenüber sieht.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Wer mochte sie nicht, die Fernsehserie aus den Siebzigern, die dank zahlreicher Wiederholungen auch der aktuellen Nachwuchsgeneration noch ein Begriff sein dürfte und dessen Titelmelodie zumindest ihre Eltern noch heute mitgrölen können. Schließlich hatte "Wickie und die starken Männer" viel zu bieten: Abenteuer auf hoher See, tapfere Wikinger, böse Feinde und einen kleinen Helden, der klüger war als alle Erwachsenen zusammen und der die starken Männer dank seiner schlauen Ideen aus einer Misere nach der anderen befreite.
Großartiger Stoff also, um endlich auch in einer Realverfilmung auf die Leinwand zu kommen. Das dachte sich auch Michael "Bully" Herbig, als er die Chance ergriff, das Ruder bei diesem Projekt in die Hand zu nehmen. Wer nun aber nach "Der Schuh des Manitu", "Traumschiff – Periode 1" und "Lissie und der wilde Kaiser" eine weitere Parodie aus der Hand des multitalentierten Comedian, Regisseurs, Drehbuchautors und Produzenten erwartet, irrt bei "Wickie und die starken Männer" gewaltig. Denn der Film ist tatsächlich eine äußerst detailverliebte Umsetzung des Cartoon-Originals, ohne dabei zu sehr ins zeichentrickhafte abzugleiten. Ein bisschen Herbig-Touch muss dann aber doch sein und so erhalten die starken Männer kurzerhand Verstärkung in Form eines spanischen Chronisten namens Congaz. Auf diese Weise katapultiert sich Bully ins Wickie-Universum, ohne es in seiner Einzigartigkeit zu stören.
Dabei merkt man dem Film deutlich an, dass dem Team ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung stand, um die Welt des kleinen Wickie lebendig werden zu lassen. So wurden unter anderem zwei echte Drachenboote gebaut und auch das Wikingerdorf Flake wurde unter Beratung eines Wikingerexperten detailgetreu nachgebildet. Und um dem Ganzen das richtige Leben einzuhauchen, wurde ein ganz spezielles Casting veranstaltet. So suchte Bully seine Hauptdarsteller nicht nur in zahlreichen Schauspielagenturen, sondern auch in einer eigens entwickelten TV-Castingshow. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ohne Mühe erkennt man die vielen Helden aus der Vergangenheit wieder, und das, obwohl sie zuvor nur aus einigen Federstrichen bestanden.
Nach Aussage Michael Herbigs ist der Film eine Mischung aus "Fluch der Karibik" und "Kevin allein zuhaus". Das klingt unterhaltsam und ist es auch. "Wickie" macht Spaß und das nicht nur Kindern. Bullys neuester Film fügt seinem Gesamtwerk eine neue Facette hinzu. Am Ende seiner Mühe steht eine unterhaltsame Abenteuerkomödie für die ganze Familie, der in seiner Machart und seinem Genre zeitlos sein dürfte.
| FAZIT
Die unterhaltsame und liebevoll umgesetzte Wiederbelebung des zeitlos schönen Klassikers dürfte Kindern ebenso gefallen wie ihren Eltern.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung