Ric O’Barry trainierte in den sechziger Jahren die fünf Delfine, die in der TV-Serie „Flipper“ die Titelrolle spielten. Doch nach dem stressbedingten Tod von Darstellerin Kathy wurde O’Barry zum Kämpfer gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft. Der Aktivist, der zahlreiche Tiere eigenhändig befreite, kam in der japanischen Stadt Taiji einer streng geheimgehaltenen Massenschlachtung von Delfinen auf die Spur.
Alljährlich von September bis März werden die Tiere zunächst an die Küste getrieben, damit sich Abgesandte von Delfinarien aus aller Welt die geeigneten Exemplare aussuchen. Die restlichen Delfine werden in einem separaten Teil der Bucht unter Ausschluss der Öffentlichkeit getötet. Um diese Vorgänge mit versteckten Kameras zu filmen, kommt ein Spezial-Team von Umweltschützern, Freitauchern und Technikexperten in geheimer Mission nach Taiji.
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| FILMKRITIK
Flippers Beliebtheit war mitverantwortlich für die Errichtung von weltweit über 200 Delfinarien, sowie für Schwimmprogramme mit den intelligenten Meeressäugern. In der Nähe der japanischen Stadt Taiji verläuft eine Wanderroute von Delfinen, so dass Fischer jedes Jahr ab September Tiere in eine nahe Bucht treiben können. Dort werden junge Weibchen der Spezies Großer Tümmler für bis zu 150.000 Dollar pro Exemplar verkauft. Das können Zuschauer beobachten. Der Dokumentarfilm des Fotografen und Mitbegründers der Oceanic Preservation Society, Louie Psihoyos, aber pirscht sich mit einer minutiösen Geheimoperation an den Teil der Bucht heran, in dem das Schlachten der restlichen Tiere stattfindet.
Der ungemein informative und spannende, von der Oceanic Preservation Society produzierte Film hat zum einen die Planung der geheimen Aufnahmen zum Inhalt. Einer militärischen Operation ähnlich, werden High-Tech-Geräte in großer Menge ins Land gebracht, Steine mit versteckten Kameras präpariert, in nächtlichen Einsätzen Kameras unter Wasser und auf die Felsen der streng bewachten Bucht platziert. Die Polizei versucht die neugierigen Fremden zu beschatten, die Fischer bedrohen sie. Wer erst einmal verhaftet wurde, darf nicht wieder hierherkommen.
Ric O’Barry steuert in anderen Szenen viel Information über Delfine bei. Ihr Sonarsinn macht sie ungeheuer lärmempfindlich, so dass die Geräusche in der Enge eines Beckens für sie zur Qual werden können. Es gibt Einblicke in die langwierigen Sitzungen der Internationalen Walfangkommission. Das 1986 erreichte Verbot des kommerziellen Walfangs erstreckt sich nicht auf Delfine. 600 Dollar bringt ein getöteter Delfin, dessen Fleisch zum Verzehr verkauft wird.
Weil das hoch mit Quecksilber verseuchte Delfinfleisch aber sehr billig ist, wird es manchmal als Walfleisch deklariert verkauft. Oder es gelangt auf den Tisch von Schulkindern. Alarmiert durch die Untersuchungen des Filmteams, warnten in Taiji zwei Gemeinderäte vor der Gefahr für die Kinder. Inzwischen ist in der Region Delfinfleisch vom Schulspeiseplan gestrichen.
Die Filmemacher mit O’Barry an der Spitze umkreisen von allen Seiten die Absurdität und Sinnlosigkeit der Delfinschlachtung. Gerade deshalb bleibt es auch ein wenig rätselhaft, warum die japanischen Behörden diese Praktiken mit so viel Aufwand zur Geheimhaltung weiter unterstützen. Am Schluss des Films jedenfalls kann der unerschrockene O’Barry einen ersten Sieg verbuchen, als er mit umgeschnalltem Bildschirm in eine Konferenz der Internationalen Walfangkommission eindringt und die noch nie gesehenen Szenen des Blutvergießens abspielt.
| FAZIT
In der japanischen Stadt Taiji werden massenweise Delfine getötet: Ein Team von Spezialisten und Tierschützern hat erstmals gefilmt, was strenger Geheimhaltung unterlag.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung