-Commander-| Kein Meisterwerk aber durchaus unterhaltsam
Naja, so wirklich überzeugt hat mich Oliver Stones Alexander nicht. Allerdings ist er wesentlich besser ausgefallen als ähnliche Filme der letzten Zeit (Man denke nur an das Troja Debakel). Der Film bietet zwar wenig Schlachtenszenen, aber wenn, dann geht es auch ordentlich zur Sache. Stone legt hier mehr wert auf Alexanders Entwicklung und sein Umfeld. Intrigen, Grössenwahn, innere Konflikte, etc. Das ist es was Alexander auszeichnet. Und das ist leider auch das einzige. Denn weder der Score (der recht zusammengeklaut tönt) noch die Optik sind sonderlich herausragend. Aber unterhalten kann der Film allemal.
Bevor ich den Film "Alexander" sah, hörte und las ich viele negative Kritik über diesen Film. Ich stellte mir schon die Frage, ob ich mir "Alexander" überhaupt ansehen sollte. Hinterher war ich froh, dass ich ihn gesehen hatte.
Der Film erzählt die Lebensgeschichte des Geschichtshelden Alexander, der mit seiner Armee ein Weltreich aufbaute. Es ist wahr, dass "Alexander" keinen Preis als bester Film des Jahres gewinnen wird. Allerdings wurde er professionell gedreht, enthält viele gute Szenen und Kämpfe und vermittelt zumindest mir die Vision, die Alexander hatte, als er in den Krieg zog. Genau dies ist für mich der entscheidende Inhalt des Film, was trieb Alexander an und wie kommt es dazu, dass ein Mann ein solch großes Reich aufbaut.
Sicherlich wäre der Film sehr viel besser angekommen, wenn Oliver Stone nicht soviel "Chaos" in den Film gebracht hätte. Ein gutes Beispiel hierfür sind die großen Kampfszenen. Die große Schlacht gegen seinen Gegner Dareios wird im Vorfeld strategisch nur kurz erklärt, dann geht die Schlacht schon los und alles rennt und reitet hin und her. Der Zuschauer verliert dabei die Übersicht und weiß gar nicht, was passiert. Die anfangs erklärte Strategie findet sich in den Szenen kaum wieder und der Zuschauer sieht Alexanders Reiter minutenlang agieren, es wird aber nie deutlich, wo sich diese gerade auf dem Schlachtfeld befinden. Die Kamera ist immer mittendrin, allerdings verliert sie dabei den Zuschauer.
Auch wenn der Film so manches handwerkliche Problem hat, ich kann ihn empfehlen. Allerdings sollte der Zuschauer sich nicht allzu sehr auf die Schlachten konzentrieren, sondern auf den Menschen Alexander. Ansonsten wird die Erwartung enttäuscht. Vielleicht liefert Oliver Stone in der Zukunft eine neue Schnittfassung des Films nach, es wäre zumindest zu hoffen.