Montag | 28. Mai 2012 | 04:59 Uhr
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  • FILM REVIEW | Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
  • Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

    Drama, Biografie, Historie | Deutschland 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Hildegard kommt im Alter von acht Jahren in das Benediktinerkloster Disibodenberg. Ihre geliebte Mentorin wird Jutta von Sponheim. Nach deren Tod übernimmt die Nonne Hildegard die Leitung der Frauenabteilung. Sie hat Visionen und erwirkt nach anfänglichem Widerstand der männlichen Kleriker die Erlaubnis, ihre Erkenntnisse zu veröffentlichen. Ihre treueste Schülerin wird die junge Richardis von Stade, die ihr beim Verfassen ihrer Schriften hilft. Im Jahr 1150 setzt Hildegard den Bau eines Frauenklosters auf dem Rupertsberg in der Nähe von Bingen durch. Dort beschäftigt sich die Äbtissin neben Theologie auch mit Naturheilkunde und Musik.
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseurin Margarethe von Trotta hat das Leben der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen verfilmt. Die Benediktinerin, die von 1098 bis 1179 lebte, gelangte zu Ruhm als Naturheilkundlerin, Komponistin, Philosophin und als Gründerin zweier Frauenklöster. Barbara Sukowa spielt Hildegard in dieser atmosphärisch überzeugenden Reise in die klösterliche Welt des Mittelalters. Besonders Hildegards Kampf für mehr Selbstbestimmung der Ordensfrauen in der männlich dominierten Kirche wird in „Vision“ behandelt.

        Im Alter von acht Jahren wird Hildegard in das Kloster Disibodenberg gebracht, zu dem eine Klause für Nonnen gehört. Ihre Mentorin Jutta von Sponheim, die außer Hildegard auch ein anderes Mädchen erzieht, wird zu ihrem großen Vorbild. Nach ihrem Tod wird sie vom Abt des Klosters zur neuen Magistra der Frauenabteilung bestimmt. Doch Hildegard entgegnet, darüber könnten allein die Nonnen durch Wahl entscheiden. Mit diesem ersten Schlagabtausch, den sie sich mit Abt Kuno liefert, zeichnet sich ihr Streben um weibliche Mitspracherechte und Autonomie ab, das den ganzen Film durchzieht.

        In dem Mönch Volmar, den Heino Ferch spielt, findet Hildegard einen treuen Unterstützer. Er ist es auch, der beim Abt um Erlaubnis bittet, Hildegards Visionen aufzuschreiben. Doch erst als der Papst seine Zustimmung gibt, darf Hildegard dem Mönch und später ihrer jungen Schülerin Richardis von Stade ihre Lehren diktieren, die sie von einem hellen, göttlichen Licht empfängt. Mit diesen Visionen hat Hildegard sich, zum großen Misstrauen vieler männlicher Kleriker, quasi direkt durch Gott autorisiert, als Frau ebenfalls zu lehren.

        Hannah Herzsprung spielt Richardis von Stade, die junge Nonne, die zu Hildegards engster Vertrauter wird. Herzsprung stellt sie als ehrgeizig, leidenschaftlich, impulsiv dar, mit der Fähigkeit zu großer Begeisterung. Barbara Sukowa hingegen bleibt meistens zurückgenommen ernst und wirkt etwas unterkühlt. Die gelehrte Frau, zu der die Ordensfrauen bewundernd aufschauen und die sich den Klerikern gegenüber wortreich zu behaupten versteht, stellt sie überzeugend dar. Auch die verkündende, monotone Sprechweise passt gut zu der feierlich-entrückten Klosterwelt, wie sie hier gezeichnet wird.

        Die Dunkelheit in den Räumen, die asketische Lebensweise, die waldreiche Umgebung verstärken, untermalt von mittelalterlichen Klängen, die historische Atmosphäre. Auch Kompositionen Hildegards werden vorgetragen, die in ihrem eigenen Kloster die Nonnen zu festlichen Anlässen prunkvoll einkleidet und lebensfrohe Singspiele aufführt. Was etwas zu kurz kommt, ist die Annäherung an den Menschen Hildegard, an ihre Gefühlswelt. Aber vielleicht sollte hier auch eher der überlebensgroßen Figur in ihrer historischen Bedeutung ein Denkmal gesetzt werden, als über ihr Wesen zu spekulieren.

      • | FAZIT

      • Barbara Sukowa spielt die mittelalterliche Mystikerin und Klostergründerin in einem atmosphärisch überzeugenden Porträt.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 8.0/10 (1 vote)

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