Schon seit ihrer Kindheit hielten sich die Brüder Bloom nicht an Regeln und zogen ihren Mitschülern das Geld mit allerlei Finessen aus der Tasche. Dabei mimt der Jüngere stets den romantischen Lockvogel, während Stephen im Hintergrund agiert. Nachdem sie der russische Gauner Diamond Dog unter die Fittiche nahm, stiegen die Brüder zu international operierenden Trickbetrügern auf. Als der melancholische Bloom aussteigen will, überredet ihn sein Bruder zu einem letzten großen Coup. In der attraktiven Millionenerbin Penelope finden die Gauner das perfekte Opfer. Schneller als erwartet geht die exzentrische Schöne auf die Offerte einer langen gemeinsamen Reise ein und wird sogar zur unerwarteten Verbündeten. Bald erliegt Bloom ihren Reizen, doch der plötzlich auftauchende, undurchsichtige „Kurator“stört die Harmonie durch ein mysteriöses Angebot.
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| FILMKRITIK
Mit der kunstvoll verschachtelten Neo-Noir-Komödie „Brick“, der im deutschen Kino leider kaum Resonanz fand, sorgte Rian Johnson vor vier Jahren für Aussehen. Unter anderem wurde sein Mystery-Krimi zum Publikumsfavorit der Fantasy Filmfest-Erstlingsreihe gewählt. Daher durfte man auf das Nachfolgeprojekt „The Brothers Bloom“ gespannt sein, wo er mit etablierten, bestens aufgelegten Stars zusammen arbeitete. Leider fiel das Ergebnis relativ enttäuschend aus – trotz eines viel versprechenden Einstiegs und obwohl die Elemente des Vorgänger alle versammelt sind.
Johnson spielt hier mit dem Abenteuer- und Gaunerfilmgenre, setzt ironische, auf das folgende Kapitel verweisende Zwischentitel ein, lässt seine Protagonisten auf der Metaebene über ihre Rolle reflektieren und versetzt dies mit überhöhten Einfällen sowie schrägen Gags im Bildhintergrund. Mit diesem Erzählprinzip erinnert die skurrile Komödie an Arbeiten von Wes Anderson oder Richard Lester, aber nicht unbedingt an ihre besten. Auch Lester drehte Werke, die nur bizarr, aber nicht wirklich witzig waren.
Das Hauptproblem der „Brüder Bloom“ liegt daran, dass es keinen wirklich stringenten Plot gibt. In der ersten Hälfte spielt dieser Umstand dank pointierter Ideen und einer temporeichen Inszenierung keine wirkliche Rolle. Angesiedelt wurde die Handlung in einer stilisierten, zeitlosen Ära. Gerade der Einstieg wirkt angesichts der Kostüme und Ausstattung, als feierten die Charaktere im wilden Berlin der Zwanziger, um am nächsten Morgen in einem menschenleeren Zoologischen Garten aufzuwachen. Unterstützt werden die beiden Schlitzohren stets von einer (meistens) stummen, pantomimisch agierenden Japanerin (Rinko Kukichi aus „Babel“).
Doch immer stärker tritt die so verwirrende wie nichtige Story auf der Stelle, worüber kein ständiger Schauplatzwechsel (von Berlin nach New Jersey über Montenegro und Prag nach Mexiko) hinweg täuschen kann. Zudem tragen die Nebenrollen mit Robbie Coltrane als angeblicher belgischer Kurator Max Melville und Maximilian Schell als bärtiger russischer Gangsterboss Diamond Dog wenig zur Handlung bei. Zwar gehören die spielfreudigen Darsteller gewiss zum Pluspunkt der postmodernen Abenteuerstory, und einige der Gags sind wirklich originell. Aber die literarischen Anspielungen (etwa auf James Joyce) erscheinen aufgesetzt, und die Charaktere gewinnen kein Profil, so dass einen der tragisch angehauchte Schluss relativ kalt lässt.
| FAZIT
Postmoderne Gaunerfarce mit großartigen Akteuren, die trotz gelöster Handbremse zunehmend auf der Stelle tritt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung