J.J. Abrams dürfte vor allem Seriefans bekannt sein. Schon mit Lost und Alias hat er gezeigt, dass er es wunderbar versteht, Charaktertiefe mit Action und spannender Handlung zu verbinden und all dies dann auch noch sehr gut zu präsentieren. Mission: Impossible 3 ist einfach super gefilmt. Wackelkamera-Hasser werden mit Sicherheit nicht ihre Freude haben an diesem Streifen. Oftmals ist er sehr schnell geschnitten und vor allem zu Beginn leiden die Actionsequenzen ein klein wenig darunter. Ansonsten find ich diese Art von Filmen absolut mitreissend und kommt auf der grossen Leinwand immer sehr dynamisch und cool rüber. Also was die Action anbelangt ist der Film wirklich ganz grosse Klasse. Irgendwie kam bei mir auch das Mission: Impossible Feeling zurück. Beim ersten Teil war es ohne Frage vorhanden, aber leider ging die M:I-Atmosphäre beim zweiten Teil völlig flöten. Hier jedoch geht man meiner Meinung nach wieder ein wenig back to the roots und präsentiert tolle und brachiale Action, bleibt aber in der Rahmenhandlung immer auf dem Boden. Wirklich Cliffhanger sind nicht zu verzeichnen. Eine typische Actionstory und auch deswegen fühlte ich mich irgendwie wieder in die 90er Jahre versetzt wo man noch diese klassischen Actionfilme zu Gesicht bekam. Namen brauch ich da wohl kaum welche zu nennen. Das clevere Vorgehen des Teams ist so interessant präsentiert, dass man wirklich gefesselt ist und die kleinen Gags die eingebaut wurden zünden auch meistens. Einzig die allerletzte Szene des Filmes kann ich mir kaum vorstellen, dass sie wirklich von J.J. Abrams stammt… Klar, heutzutage wäre ein M:I Film ohne Tom Cruise kein M:I Film, aber das ändert leider nichts an der Tatsache, dass der Typ einfach nicht schauspielern kann. Seine Leistung fand ich einmal mehr schwach. Die Szene in der er versucht zu weinen brachte mich fast zum lachen und auch sonst kann er mich einfach nicht überzeugen. Collateral war bisher wohl der einzige Film in dem ich ihn wirklich gut fand. Dass er als Typ unangenehm ist kann ich mir ausserdem sehr gut vorstellen. Die restlichen Schauspieler konnten mich jedoch vollständig überzeugen. Michelle Monaghan spielt toll und ich finde auch das ganze M:I-Team super sympathisch! Das wurde top gecasted (anscheinend von Cruise selbst). Vor allem bei den Frauen wurde ganze Arbeit geleistet. Maggie Q ist zweifellos der Blickfang des Filmes. Highlight des Filmes, schauspielerisch, ist für mich aber ganz klar Philip Seymour Hoffman. Wow, ein richtig guter Bösewicht. Er spielt wirklich toll und stiehlt Cruise absolut zu Recht die Show! Mehr muss man zu seiner Darstellung nicht sagen.
Meine Erwartungen wurden sogar ein wenig übertroffen. M:I 3 ist ein durch und durch unterhaltsamer Actionfilm der mit einem grandiosen Bösewicht hervorstechen kann. Aber auch die Präsentation fand ich sehr sehr gut. Einfach vorzüglich gefilmt! Wo auch immer die Truppe gerade ist, man fühlt sich wirklich ständig wie vor Ort. Jede Location hat ihren eigenen Style und wurde sehr gut präsentiert. Ich bin wirklich froh für Abrams, dass sein Projekt, in das er ja „einspringen“ musste, dann schlussendlich so gut herausgekommen ist! Für mich ist er ganz klar einer DER Newcomer im Regisseurgeschäft und ich bin absolut davon überzeugt, dass er in ein paar Jährchen, wie im TV, auch auf der ganz grossen Leinwand zu den ganz grossen gehören wird.
18.06.2006
Bewertung:
-Commander-| Wesentlich besser als der miserable zweite Teil
Review
Nach dem in allen Belangen miserablen MI:2 hatte ich nicht gerade die höchsten Erwartungen an den dritten Teil. Doch schon die Anfangsszene kündigt den Stilwechsel an. Statt eines übermächtigen, an einem Arm meterhoch am Felsen hängenden Tom Cruise sehen wir hier einen verzweifelten Agenten der um das Leben seiner Freundin fleht. Besonders positiv ist auch schon bereits in dieser Szene die Darstellung von Phillip Seymour Hoffman als Bösewicht. Absolut kühl und feindselig. Dann kommt auch schon die erste Überraschung. Die Szene ist quasi ein Vorgriff in der Geschichte und nun soll der Zuschauer Zeuge werden, wie es denn dazu gekommen ist. Dabei lässt sich Regisseur J.J.Abrams glücklicherweise viel Zeit seine Figuren einzuführen. Nichts wirkt überhastet oder gar plump. Dem Protagonisten wird diesmal sogar richtig Tiefe verliehen, was Tom Cruise wider erwarten auch recht gut rüberbringt. Ethan Hunt hat den aktiven Dienst an den Nagel gehängt und arbeitet jetzt als Ausbilder bei der IMF. Doch eine seiner Schülerinnen wurde bei einem Überwachungsauftrag gefangen genommen. Er kehrt also nochmal zum Dienst zurück, trotz bevorstehender Hochzeit mit seiner Verlobten. Glücklicherweise ist Ethan Hunt dabei nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommt zur Unterstützung 3 Gehilfen. Soviel zum Thema One-Man-Show. Mit Teamwork der feinsten Art, inklusive diverser technischer Gimmicks gelingt es der Truppe dann auch die gefangen genommene Agentin zu befreien. Aber die Freude währt nicht lange, denn eine explosive Kapsel befindet sich im Kopf der Erretteten und die explodiert just 4 Sekunden bevor Ethan Hunt sie mittels Defilibrator deaktivieren kann. Von nun an entwickelt sich eine Story rund um einen Terroristen der mit High Tech Waffen Handel betreibt. Es gibt, wie üblich in modernen Agentenfilmen, auch eine Verschwörung und allerlei Schauplätze. Besonders gut hat mir gefallen, dass im Prinzip absolut nichts mehr negatives aus dem zweiten Teil übernommen wurde. Keine One-Man-Show (Die Zweifler sollten sich vor Augen führen, dass Ethan Hunt nunmal der Protagonist ist, und somit auch die meiste Screentime bekommt, aber im Gegensatz zum zweiten Teil nicht allein verantwortlich für den Erfolg einer Mission ist), keine extrem unrealistischen Actionszenen (natürlich sind die Actionszenen unrealistisch, aber bei weitem nicht in dem Maße wie es Teil 2 noch verbrochen hat...zudem heißt der Film ja auch nicht ohne Grund "Mission Impossible") und auch keine nervigen Zeitlupenaufnahmen. Hmm, halt. Nervige Zeitlupenaufnahmen? Ok, das hat der zweite Teil sogar noch besser hinbekommen. Denn statt Slowmotion Shots hatte im dritten Teil wohl mal wieder der Kameramann einen epileptischen Anfall. Es ist mir ein Rätsel, wieso jede noch so kleine Actionszene mit permanentem Handkamera-Gewackel runtergespielt werden muss. Sicherlich, wenn ein Auto auf einer Brücke fährt und aus allen Richtungen Raketen neben dem Auto einschlagen, dann wirkt so eine Wackelkamera durchaus unterstützend. Aber wenn Ethan Hunt sich von einem Hochhaus auf ein 50 Meter entferntes Hochhaus schwingt, dann sollte man doch davon ausgehen, dass der Zuschauer bevorzugt einen Weitwinkelshot haben möchte um zu sehen wie waghalsig dieses Manöver doch ist. Stattdessen ist aber wieder alles verwackelt und man hat nur eine Ahnung von den Ausmaßen des Stunts. Ein wenig einfallslos fande ich die Szene auf der Brücke. Mein Sitznachbar im Kino und ich haben im gleichen Moment "True Lies" geschrieen. Das war teilweise wirklich schon arg kopiert, aber nichts desto trotz sehr gut inszeniert. Das sind aber im Prinzip schon die einzigen gravierenden Kritikpunkte. Auch das so oft kritisierte Ende finde ich eigentlich sehr gut. Was haben die Leute denn erwartet? Muss denn jeder Film heute mit einem Cliffhanger enden um eine Fortsetzung anzudeuten? Sicherlich, das jubelnde Team in der wirklich letzten Szene hätte nicht sein müssen, aber der Abschied ist doch absolut treffend angesichts der Situation. Was bleibt noch zu sagen. Ich fasse nochmal zusammen: Der Film bietet eine nette Agentengeschichte, angereichert mit zahlreichen nicht zu übertriebenen Actionszenen, einer Prise Persönlichkeit, einem sehr guten Bösewicht, einem überraschend guten Tom Cruise, technischen Gimmicks und garniert von einer leckeren Asiatin (Maggie Q). Im Prinzip klingt das schon sehr nach einem James Bond Film. Und wenn das Titeltheme ein anderes wäre, würde es diesen Verdacht noch bestärken. Nur was ist daran schlecht? Bis auf den letzten Bond hat mir da noch jeder sehr gut gefallen. Und genau das tut Mission Impossible III auch. In meinen Augen der bisher beste Film der Reihe.
Fazit: 8 von 10 Punkten (sehr guter Agentenfilm mit starken Actionszenen, der nur knapp an den 9 Punkten vorbeigeschrammt ist. Auf jeden Fall einer der besseren Popcornblockbuster)
Ich habe mir gerade den Film angesehen und meine doch sehr hohen wurden nur teilweise erfüllt.
Die Idee Philip Seymour Hoffman als Davian zu besetzen ist genial. Er ist meiner Meinung nach einer der besten Filmschurken, die ich bisher gesehen habe. Er spielt dermaßen intensiv, dass er Cruise locker die Show stiehlt. Man hätte ihm durchaus mehr Szenen zugestehen können.
Die Action ist auch gut gemacht und kommt sehr intensiv rüber, leidet aber, wie weite Passagen des Films insgesamt, an der zappeligen Handkamera und teilweiser . Das mag ja für einige Szenen mal ganz nett sein, aber wenn man fast anderthalb Stunden auf ein wackelndes Bild in der Größe einer Scheune sehen muss, ist das doch zu viel des Guten. Manche Szenen sind dann aber auch wirklich mehr als lächerlich: Der Sprung von Gebäude zu Gebäude in Shanghai ist so absurd, dass man nur lachen kann, genauso wie der "abgeschossene" Kampfhubschrauber, dem die erneuerbaren Energien zum Verhängnis werden. Auch bleibt das eigentlich Grundkonzept des Teams mal wieder zu Gunsten der Cruise-One-Man-Show auf der Strecke. Das soll nicht heissen, dass ich Cruise nicht mag, im Gegenteil, die meisten Filme sind sehr gut. Aber das super kitschige Ende ist klar auf sein aktuelles privates Glück getrimmt. Nichts desto trotz ist der Film durchaus unterhaltend. Man kann aber hoffen, sollte es einen vierten Teil geben, dass er zu seinen guten Wurzeln der ersten beiden Filme zurück kehren.