Montag | 28. Mai 2012 | 08:21 Uhr
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  • FILM REVIEW | Orphan - Das Waisenkind
  • Orphan - Das Waisenkind

    Horror | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Um über eine Fehlgeburt hinweg zu kommen, entschließen sich Kate und ihr Mann John für die Adoption eines neunjährigen Mädchens. Zusätzlich soll der Familienzuwachs über einige Eheprobleme hinweg helfen. In einem Waisenhaus trifft das Ehepaar Coleman auf die überaus intelligente, selbst bewusste Esther, die alsbald in den Familienbund aufgenommen wird.

    Während sich die taubstumme Tochter Max mit der neuen Schwester rasch anfreundet, reagiert Sohn Daniel auf das altmodisch gekleidete russische Kind mit Misstrauen. Bald schon häufen sich jedoch die rätselhaften Vorfälle im Hause Coleman, und eine Reihe seltsamer Un-/Todesfälle ereignet sich, an dem die sonderbare Kleine mit undurchsichtiger Vergangenheit stets die Finger im Spiel zu haben scheint.
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      • | FILMKRITIK

      • Zu keinem Zeitpunkt zeichnete sich die „Dark Castle“-Horroreihe von Blockbuster-Produzent Joel Silver durch sonderliche Originalität und Innovation aus. Stets jagen Silver und seine Co-Finanziers (darunter einst Robert Zemeckis und Gilbert Adler) populäre Gruselstoffe durch die Effektschmiede, wobei häufiger eine viel versprechende Ausgangssituation verspielt wird. Bei „House of Wax“, vermutlich Tiefpunkt der unregelmäßig hergestellten Serie, überzeugte dagegen einzig das dramatische Finale mit dem schmelzenden Wachsgebäude.

        Im Vergleich dazu ist „Orphan“, mit dem Silver und Regisseur Jaume Collet-Serra ihre Zusammenarbeit fortsetzen, ein deutlicher Fortschritt - allerdings nicht das Grusel-Highlight, als das es bei vielen Genrefans gehandelt wird. Dafür wurde die Grundidee vom teuflischen Kind schon zu oft durchgekaut, und der Thriller bleibt bewährten Schockeffekten und vorhersehbaren Wendungen verhaftet. Wenn etwa zu Beginn der obligatorische Badezimmerspiegel aufgeklappt wird, steht natürlich Sekunden später eine weitere Person hinter dem Protagonisten.

        Das heißt nicht, dass es der Albtraumvision vom verdorbenen Sonnenschein, welches das Familienglück zuerst durch kalkulierte Manipulationen und später physische Gewalt aus dem Lot bringt, an wirkungsvollen Spannungsmomenten mangelt. Die verschneite kanadische Schneelandschaft und eine überzeugenden Darstellerriege unterstützen die sinistre Atmosphäre um die Intrige eines sadistischen Teufelsbratens, der vor allem die störende Mutter, eine Ex-Alkoholikerin, aus dem Weg räumen will.

        Vera Farmiga wiederholt hier ihre Rolle als gestresste, unglückliche Erzieherin aus dem leider untergegangenen „Joshua“. Gerade im Vergleich zu diesem wesentlich subtileren, hintergründigen kleinen Schocker kann die simple Dramaturgie von „Orphan“ nicht bestehen. Dazu kommen einige Ungereimtheiten wie das lange Stillschweigen und die erzwungene Komplizenschaft der Geschwister, die einfach zusehen, wie das neue Familienmitglied die Eltern ins Verderben stürzt.

        Allerdings fällt die finale Wendung, eingeleitet durch einen Gastauftritt von Dauerschurke Karel Roden („Hellboy“) als Arzt, tatsächlich recht überraschend aus, was die überlange Schauermär doch ganz akzeptabel erscheinen lässt. Wer jedoch beim finalen Zweikampf im Coleman-Haus nicht erwartet, dass die offenbar zur Strecke gebrachte Esther wieder aufersteht, hat die letzten zwanzig Jahre keinen aktuellen Horrorfilm gesehen.
      • | FAZIT

      • Konventioneller Gruselthriller um ein nur scheinbar unschuldiges Adoptivkind, gerettet von einer cleveren Schlusswendung.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

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