Jonathan Rivers trauert um seine Frau, die bei einem mysteriösen Unfall ums Leben gekommen ist. Da erfährt er von EVP (Electronic Voice Phenomenon). Mit Audio- und Videorecordern können Stimmen und verschwommene Bilder Verstorbener aufgenommen werden. Das Phänomen hat Anhänger in spiritistischen Kreisen auf der ganzen Welt, und Jonathan wird mehr und mehr besessen davon, Botschaften aus dem Jenseits von seiner verstorbenen Frau zu erhalten – zumal, als er entdeckt, dass er von ihr auch Informationen über noch Lebende Menschen erhält, die bald sterben werden, und denen er vielleicht noch helfen kann... Doch Jonathan rechnet nicht mit den bösen Mächten, die ebenfalls aus dem Jenseits Kontakt aufnehmen.
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| FILMKRITIK
Die Frau stirbt, der Mann trauert, und er versucht, sie wiederauferstehen zu lassen in den Interferenzen von Radiogeräten, in den Lücken zwischen den Frequenzen: Es geht, wie kürzlich in „The Forgotten“ oder in „Birth“, darum, dass der Tod nicht akzeptiert wird, nicht als absolutes Ende unseres irdischen Daseins. Kontakt mit Toten aus dem Jenseits in unsere Welt, die Verweigerung von Abschied – es ist eine unvollendete Trauerarbeit, die „White Noise“ zeigt. Ein Piepen im Radiorauschen, ein Flackern auf dem Fernsehschirm, das sind Manifestationen der Botschaften aus dem Jenseits, die sich an die Lebenden richten – oder es sind Produkte eines verwundeten Verstandes, der das wahrnimmt, was er wahrnehmen will. „Das weiße Rauschen“ ist in dem Film von Hans Weingartner das glückliche Nirwana der Schizophrenie; doch in „White Noise“ wird eine doppeldeutige Ebene nicht angedeutet, der Film lässt sich ganz auf das krude Phänomen des EVP ein.
Ganz langsam begibt sich der Film auf das Gebiet der paranormalen Botschaften, er tastet sich vor wie Jonathan, der mehr und mehr besessen wird von der Möglichkeit, seine Frau aus dem Jenseits im Diesseits zu hören. Und das ist auch schön unheimlich, ein kosmisches Grauen wird angedeutet durch die bösen Geister, die die Lauscher narren und sie schließlich als schwarze Schemen im Bildschirmrauschen und im Schatten der Nacht verfolgen.
Dann beginnt der Film mehr und mehr auf der Stelle zu treten, so wie Jonathan in seiner Trauerarbeit nicht weiterkommt, sondern in der Leugnung der Endgültigkeit beharrt; und am Ende müssen Computereffekte angreifen, es kann nicht anders sein: Der Film kann sich nicht anders verabschieden von seinem Plot, er hängt so obsessiv an seiner Handlung, dass er irgendwann vom Weg abkommt und die garstige Unheimlichkeit sich auflöst ins zwanghafte Festhalten an den Konventionen. So, wie Jonathan nicht in liebevoller Erinnerung Abschied nehmen kann von der toten Frau und sich zu sehr an ein erhofftes Dableiben der Toten klammert.
Der Film nimmt sich zu wichtig, und sein Gegenstand der EVP ist ihm zu ernst; sonst wäre es möglich gewesen, mit Täuschungen der Wahrnehmung bei der Filmfigur und beim Zuschauer zu spielen.
| FAZIT
Zuweilen grusliger übernatürlicher Thriller, der sich zu ernst nimmt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung