Endlich mal wieder ein Science-Fiction, der sich aus dem Genreeinheitsbrei abhebt. Mag die Story auch nicht ganz überzeugen bietet der Film entgegen der Meinung einiger Möchtegerncommander sehr gute Unterhaltung
„Serenity“ gefällt und gefällt auch nicht. Diese schwammige Aussage unterstreicht die verschiedenen Facetten der Qualität des Films. Zuerst einmal ist „Serenity“ ein cooles und konsumfreundliches Sci-Fi Movie mit Western- und Endzeitelementen geworden der stets mit entsprechenden flotten Sprüchen und Kurzgags zu unterhalten weiß. Auch die Effekte im Film können sich sehen lassen, wenn sie auch nicht zu den Besten zählen. Leider ist der Streifen aber auch recht anspruchslos inszeniert und teilweise recht informationsarm, so dass viele kleine Storysequenzen und Hintergrundinformationen auf der Strecke bleiben. Beispielsweise hätte man gerne etwas mehr von dem geheimnisvollen Agenten der Allianz erfahren oder von dem Medium River, deren vielfältige Fähigkeiten kaum erklärt werden. Vielleicht könnte eine Erklärung darin liegen, dass der Film auf der inzwischen abgesetzten Serie „Firefly“ basiert und man sich die Infos dort holen kann. Jedoch sollte ein Kinofilm so autark sein, dass er alle Notwendigkeiten entsprechend erklärt.
Sci-Fi Fans die einen coolen Filmabend erleben möchten sind bei „Serenity“ an der richtigen Adresse. Wer jedoch mehr erwartet könnte enttäuscht werden.
Kino-Unterhaltung, wie ich sie schon seit Jahren vermisst habe. Mehr davon!
06.01.2006
Bewertung:
-Commander-| Sehr oberflächlicher Film dem man seine Wurzeln ansieht
Nachdem der Film ja mittlerweile fast durchweg positive Kritiken bekommen hat, wollte ich mich doch mal selbst von der Qualität überzeugen. Nunja, der Film ist sicherlich nicht schlecht, aber auch alles andere als ein Meisterwerk. Das Hauptproblem des Films sehe ich in 2 Dingen. Zum einen wäre da Zeitspanne. Irgendwie ging mir das alles viel zu schnell. Die Geschichte mit durchaus epischen Ausmaßen hätte man wesentlich breiter anlegen müssen. Aus diesem Problem resultieren zahlreiche harte Schnitte und Breaks im Erzählfluss. Und der zweite Punkt ist ein direktes Resultat aus eben der teilweise doch arg mangelhaften Montage. Die Charakterisierung der Personen und ihr Bezug zur Story. Vor allem Rivers Person kam stellenweise einfach nur überflüssig vor. Sie ist das typische Beispiel für einen McGuffin wie man ihn nicht einsetzen sollte. Man hätte die Story zwar im Prinzip auch ohne das Mädchen durchziehen können, aber dann wurde leider der Fehler begangen eben doch mehr Wert auf diese Person zu legen. Und dafür war es dann wiederrum zu wenig. Ebenso erging es mir mit einem Grossteil der Besatzung der Serenity. Ausser bei dem Captain wurden mir die Personen einfach zu oberflächlich dargestellt. Zu oberflächlich um auch noch eine Romanze zwischen zwei Crewmitgliedern zu inszenieren. Diese verlief nämlich in der Bedeutungslosigkeit und konnte lediglich in zwei Szenen für Lacher sorgen. Und da sind wir auch schon bei den eher guten Teilen von Serenity. Besonders am Anfang hagelte es geniale One-Liner. Teilweise kam es mir so vor, als hätte man aus dem ganzen Film eine Komödie machen können. Sehr treffsichere Pointen und eigentlich kein Rohrkrepierer sorgten für Stimmung im Kino. Der Verzicht auf gagenhungrige Schauspieler sicherte dem Produzenten zum Glück eine Menge Budget für Special Effects. Sicherlich nichts was State of the Art ist, aber immerhin ganz nett gemacht. Auch der Score konnte mich begeistern. Teilweise war er etwas zu unaufdringlich, aber das Westerntheme passte einfach hervorragend zu den optischen Eindrücken und konnte ein bisschen Flair in den Film einbringen. Nunja, anzumerken ist natürlich noch, dass der Film im Prinzip auf einer Serie basiert und zudem hauptsächlich für die recht kleine Serenity Fangruppe gedreht wurde. Da ich die Serie aber nicht kenne, hat sich für mich eben das oben angesprochene Problem der Charakterisierung ergeben. Und irgendwie hatte man auch teilweise den Eindruck eine Serie zu schauen. Eben weil es nicht breit erzählt wurde, sondern möglichst viel in möglichst wenig Zeit. Und das hat dem Film leider mehr geschadet als genutzt.