Flo ist Mitglied der Rox, einer Berliner Gang, und sein Bruder Chris, der Anführer, ist gerade aus dem Gefängnisentlassen worden: zu neun Monaten verurteilt als Drogenkurier. Nun pocht Rico, der geschniegelte Gangster, auf seine Kohle, 30.000 Euro. Und zugleich verliebt sich Flo in Sofie, Mädchen aus gutem Hause, deren Mutter sie zu einer Ballettkarriere drängt. Ein Überfall der Rox auf einen Geldtransporter scheitert, und Rico wird allmählich böse. Er bedroht Chris mit dem Leben – und der drängt seinen Bruder, im Haus von Sofie irgendwas Wertvolles zu klauen. Und das, wo Flo jetzt gerade mit Sofie das erste Mal im Leben glücklich ist! Aber er ist ein Rox, und er muss seinem Bruder helfen...
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| FILMKRITIK
In Berlin ist ganz schön was los, muss der schwäbische Tourist erfahren, als die Rox-Gang auf ihren Motorrädern durch die Markthalle rast. Ja, die Jugendbande der Rox hat ganz schön was am Laufen, aber wenn die Rox-Jungs mal eine Haltestelle zu spät aus dem Bus steigen, weil sie zum Beispiel ein fesches Mädel anlabern, dann sind die Schlitzaugen der 78er zur Stelle, und es gibt Keile.
Die Rox, das ist die Ersatzfamilie für Flo, hier gibt es Gemeinschaft und Zusammenhalt in einer feindlichen Umwelt. Mit Lederjacken und Pomade im Haar sind sie den 50ern entwachsen, die 78er-Schlitzaugen vielleicht eher den Kung-Fu-Filmen der 70er, naja, gespielt werden sie von Jugendlichen, da ist leider wenig mit so richtig wirklichen Martial Arts-Szenen, aber immerhin, man kann sich das ja so vorstellen. Dann stammen Rico und seine Verbrecherbande aus dem Übergang der Yuppie-80er zu den coolen Tarantino-90ern, in feines Tuch sind sie gekleidet, und ein Menschenleben zählt für sie nicht viel, neinnein! In dieser Gemengelage blüht das zarte Pflänzchen Liebe, und diese zierlichen Triebe, die in Flo und Sofie gedeihen, kann nur der grausame Rasenmäher falsch verstandener Bruderliebe zerhäckseln.
Der Film ist ganz um die beiden Brüder Speedy Gonzalez und Jimi Purple Haze Ochsenknecht aufgebaut, der eine der harte Draufgänger, der andere das Sensibelchen, auf den sollen die Mädchen im Publikum abfahren, ersterer ist für die männliche Zielgruppe entworfen. Und dabei sind eigentlich beide ein Herz und eine Seele, am Ende ist der eine etwas cooler geworden und der andere erkennt die Schönheit der allabendlichen Sonnenuntergänge über den Dächern von Berlin.
Regisseur Rainer Matsutani und sein Team jedenfalls bemühen sich nach Kräften, diese Bravo-Love-Story in bewegte Bilder zu übersetzen. Dabei unterstützt sie die Trägheit des menschlichen Auges: weil wenn man nämlich eine Bildfolge in der Geschwindigkeit von 24 Fotos in einer Sekunde projiziert, entsteht der Eindruck einer echten Bewegung. Aber wem sag ich das, sind doch alles Profis hier!
| FAZIT
Versuch, einen Jugendgangfilm in den Straßen von Berlin anzusiedeln. Hu, und die Kerle darin sind wirklich wild!
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung