FILM REVIEW | Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Familie,
Drama
| USA 2009
| INHALTSANGABE
Der amerikanische Musikprofessor Parker Wilson findet einen kleinen Hund am Bahnhof. Er nimmt ihn mit nach Hause und behält ihn, gegen den anfänglichen Widerstand seiner Frau Cate. Ein japanischer Uni-Kollege von Parker erkennt auf dem Halsband des Hundes das japanische Zeichen für Acht – Hachi. Der Hund, der zur alten japanischen Rasse Akita gehört, steht offenbar in einer Verbindung mit der Acht, die in Japan als Glückszahl gilt und Unendlichkeit symbolisiert.
Hachiko oder kurz Hachi, wie Parker den inzwischen ausgewachsenen Hund nennt, hat seinen eigenen Kopf: Er weigert sich, Bälle zu apportieren, und begleitet Parker jeden Morgen zum Bahnhof, kehrt dann heim und sitzt am Nachmittag wieder vor Ort, um Parker abzuholen. Eines Tages aber stirbt der Professor an der Universität. Hachiko wartet vergeblich. Fortan kehrt der Hund viele Jahre lang jeden Tag zum Bahnhof zurück, um auf Parker zu warten.
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| FILMKRITIK
Die Geschichte des treuen Hundes Hachiko kennt in Japan jedes Kind. Der Akita wartete von 1925 bis zu seinem Tod zehn Jahre später auf dem Tokioter Bahnhof Shibuya auf sein verstorbenes Herrchen, einen Universitätsprofessor. Hachiko bekam eine Bronzestatue, die noch heute auf dem Bahnhof steht. Nun hat Regisseur Lasse Hallström die japanische Geschichte in eine amerikanische Kleinstadt transportiert und mit Richard Gere in der Rolle des Hundebesitzers verfilmt. „Hachiko“ ist ein unangenehm rührseliger Film, der ans Gemüt appelliert und gleichzeitig darauf drückt.
Es beginnt wie eine ganz normale Tiergeschichte, die interessante Zuspitzungen verspricht: In Japan schickt ein Mönch ein Hundebaby in einem Käfig auf die Reise, ganz alleine. Im amerikanischen Bedridge schließlich befreit sich der Welpe aus dem Käfig und wird von Professor Parker Wilson gefunden. Das Schild am Käfig mit der Adresse des Empfängers ist zerrissen und es meldet sich auch niemand, der das Hündchen vermisst. Anscheinend wollte es die Vorsehung, dass der reinrassige Akita in Parker sein Herrchen findet.
Denn wem auch immer Parker in den nächsten Tagen das Hündchen andrehen will, seiner Frau zuliebe, kommt dann doch nicht in Frage. Sogar das strikte Hausverbot, das der im Schuppen schlafende Hund von Cate erhält, wird manchmal umgangen, etwa wenn Parker und Hachiko fernsehen, Popcorn essen oder baden.
Der japanische Uni-Kollege Ken weiht Parker in die Geheimnisse der Akitas ein: Sie sind unbestechliche Tiere, die es nicht nötig haben, sich bei einem Menschen einzuschmeicheln. Deswegen, meint Ken, wird Hachi, wie ihn Parker wegen der Acht – Hachi – auf seinem Halsband ruft, auch niemals den Ball apportieren, den ihm Parker zuwirft. Es sei denn, es gäbe einen wirklich wichtigen Grund dafür. Den wird Hachi eines Tages auch finden, als er eine Vorahnung hat.
Als Parker stirbt, hat man zwar einige Anekdötchen aus dem Alltag von Mensch und Tier gesehen, aber nicht genug, um den Hund ins Herz geschlossen zu haben. Eine lange Filmstrecke über ist Hachiko verwaist und sitzt, zur wachsenden Rührung seiner Umgebung, wartend am Bahnhof. Der Bahnhofsvorsteher, der Hotdog-Verkäufer und die Buchhändlerin betrachten ihn längst als eine Art Kollegen. Cate verkauft das Haus und zieht fort, die Tochter nimmt Hachiko zu sich, doch der läuft zum Bahnhof zurück. Die Zeitungen berichten schließlich, während der Baum auf dem Platz im Wechsel der Jahreszeiten ergrünt und das Laub abwirft.
Richard Gere als ergrauter, wohlsituierter Professor gibt den Gemütsmenschen glaubhaft. Joan Allen stellt seine verständnisvolle Frau dar, aber die Menschen bleiben schemenhaft, auf ihre Bedeutung für den Hund fokussiert. Manchmal spielt die Kamera mit Aufnahmen aus der Hundeperspektive: Die Personen stehen dann schräg im farbentleerten Bild und sehen komisch, aber auch distanziert aus. Das Stadtbild mit den Backsteinhäusern und der großen Standuhr auf dem Bahnhofsplatz beschwört eine Vergangenheit, in der das Leben noch beschaulicher ablief. Die wehmütige Filmmusik von Jan A.P. Kaczmarek übernimmt eine führende Rolle.
| FAZIT
Rührseliges Hundedrama über ein Tier, das zehn Jahre lang auf die Rückkehr seines verstorbenen Herrchens wartet.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung