Montag | 28. Mai 2012 | 08:40 Uhr
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  • FILM REVIEW | Gesetz der Rache
  • Gesetz der Rache

    Thriller, Drama | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Clyde Sheltons Familienglück endet schlagartig, als brutale Einbrecher seine Frau und seine Tochter umbringen. Die Täter werden gefasst, doch der aufstrebende Staatsanwalt Nick Rice befürchtet, dass die Beweise nicht ausreichen, um beide wegen Mordes hinter Gitter zu bringen. Um dennoch den Prozess zu gewinnen, bietet er einem der Täter einen Handel an: eine abgemilderte Anklage, wenn er gegen den anderen aussagt. Clyde Shelton ist entsetzt. Denn es ist ausgerechnet der sadistische Haupttäter, der nach einiger Zeit im Gefängnis wieder frei sein wird.

    Zehn Jahre nach dem Prozess sorgt Shelton selbst dafür, dass die beiden Täter auf grausame Weise sterben. Nach seiner Festnahme will Shelton Staatsanwalt Rice zu einem Handel zwingen: Er gesteht nur, wenn er eine Luxusmatratze für sein Gefängnisbett bekommt. Dann stellt er weitere Forderungen und beginnt gleichzeitig, Beteiligte am Gerichtsprozess von damals umzubringen. Die Morde sind perfekt geplant. Shelton verschont nur Rice, von dem er jedoch seine Freilassung fordert. Andernfalls wird in der Stadt Philadelphia niemand mehr sicher sein.
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      • | FILMKRITIK

      • „Gesetz der Rache“ von Regisseur F. Gary Gray ist ein böser Film, der an das Bedürfnis nach Vergeltung appelliert, weil vor Gericht das Recht zu kurz kam. Die scheinbar wichtige Frage, ob die Justiz noch im Sinne der Gerechtigkeit handelt, wenn sie sich auf Absprachen mit Angeklagten einlässt, wird zum Vorwand für einen blutrünstigen Thriller mit Hang zur billigen Übertreibung. Nicht nur die Geschichte, auch die Inszenierung bemüht wilde Klischees, wie die vom Mörder, der es sich im Gefängnis richtig gut gehen lässt.

        Gerard Butler spielt Clyde Shelton, dessen Vertrauen in die Justiz vernichtet ist, als er sieht, wie der sadistische Killer seiner Familie dem Staatsanwalt nach dem Prozess die Hand schüttelt. Dafür, dass er gegen seinen Komplizen aussagte, kam der Killer selbst nur mit wenigen Jahren Haft davon. Der den Zuschauern zunächst als braver Durchschnittsbürger vorgestellte Shelton entpuppt sich, allerdings erst später in der rabiaten Geschichte, als Auftragskiller von Beruf, der für Geheimdienste Einsätze aus der Ferne zu steuern pflegt. Diese Kenntnisse ermöglichen ihm einen Rachefeldzug gegen den gesamten Justizapparat, in dem er mit Gift von Kugelfischen hantiert, den Staatsanwalt einen lebendig begrabenen Kollegen ausbuddeln lässt oder Autobomben zum Explodieren bringt, während er selbst im Gefängnis sitzt.

        Rice, gespielt von Jamie Foxx, durchläuft eine persönliche Wandlung. Anfangs ist er der karrierebewusste junge Mann, der lieber nichts riskiert, als einen Prozess zu verlieren. Dann ist er ebenfalls Vater einer Tochter und lobt als solcher den festgenommenen Shelton, weil er den Mörder seines Kindes umgebracht hat. Dann aber muss er eine moralische Position finden, die sich von der Selbstjustiz des Mannes unterscheidet.
        Shelton verhöhnt den Justizapparat, in dem er sich ein feines Essen in die Gefängniszelle bringen lässt, das er vor den Augen seiner Mithäftlinge und des empörten Direktors verspeist. Diese Klischeebilder vom Luxusleben hinter Gittern sollen wohl den Schulterschluss des Publikums mit Shelton sichern, wenn er dem unmoralischen Rechtssystem eine solche Lehre erteilt. Rice lässt sich demütigen, um das Leben eines Menschen zu retten, den Shelton entführt hat.

        Shelton foltert den Killer seiner Tochter, veranstaltet ein Blutbad an seinem Zellengenossen, lässt ein Handy am Ohr der Richterin explodieren und dann wieder dreht er das Armband mit den Buchstaben „Daddy“ zwischen den Fingern, das er von seiner Tochter hat. Die billige Theatralik wird mit Szenen gefüttert, die nur auf Effekt setzen: So treffen sich Staatsanwalt Rice und der Häftling Shelton zu einer Besprechung vor den Toren des Gefängnisses, fast wie zu einem Western-Showdown. Nachdem die Justiz lange genug bereuen musste, sich jemals mit einem Killer auf einen Deal eingelassen zu haben, wird schnell noch die Position gewechselt: Sheltons Rache erreicht terroristische Ausmaße, und das ist dann doch zu viel.
      • | FAZIT

      • Abstoßender Rachethriller mit fadenscheiniger moralischer Kritik am Justizapparat.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 6.4/10 (11 votes)

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