Egal ob die Verbrüderung am Heiligen Abend an der Front im 1. Weltkrieg so oder so ähnlich stattgefunden hat oder nicht. Mit oder ohne Fußballländerspiel. Man kann es auch als Fabel verstehen. Musik wirkt friedensstiftend und die eingebaute Liebesgeschichte lässt das Thermometer bei hartem Frost in die Höhe schnellen. Doch manchmal sind die Dialoge etwas hölzern, weil hier die üblichen Antikriegsthesen abgearbeitet werden. Dann bleiben die Gespräche an der Oberfläche und betreffen all zu Offensichtliches. Auffallend die machterhaltende Rolle der Kirche im Krieg. Der Film spielt mit den Emotionen der Zuschauer, greift Bauch und Herz an und kurz bevor er im Kitsch ertrinkt, kriegt er noch die Kurve der Ernüchterung die besagt ’ach so schön kann es doch nicht gewesen sein’. Trotzalledem ein echter Weihnachts- und Antikriegsfilm, in dem deutlich wird, dass nur der kleine Mann den Kopf hinhalten muss und der hat eigentlich nichts gegen den angeblichen Feind im Felde.
Dieser Film zählt für mich schon jetzt zu den wichtigsten europäischen Filmen des letzten Jahrzehnts und ist in eine Reihe mit "Das Leben ist schön" etc. zu stellen. Wer lernen will, wohin blinder Nationalismus führt und wie das Individuum stärker ist als der Hass, ohne letztendlich gegen die mächtigen Kriegsprofiteure gewinnen zu können, sollte sich diesen Film ansehen. Eine wahre Begebenheit, eine der bewegendsten Ereignisse des ersten Weltkriegs, die Verbrüderung deutscher, französischer und schottischer einfacher Soldaten zu Weihnachten des ersten Kriegswinters 1914, wurde hier auf hervorragende Weise mit hochklassigen Schauspielern umgesetzt. Die Stärke des Films beruht auf der Nicht-Schwarz-Weiss-Malerei und der Darstellung der Groteske des Krieges, der immer von denjenigen betrieben wird, die selbst im geschützten Kämmerchen sitzen (Parallelen zur Gegenwart sind durchaus zu ziehen), aber die Menschen propagandistisch verhetzen.