Montag | 28. Mai 2012 | 05:21 Uhr
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  • FILM REVIEW | Soul Kitchen
  • Soul Kitchen

    Komödie | Deutschland 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Im Hamburger Viertel Wilhelmsburg betreibt Zinos eine Kneipe. Er ist untröstlich, weil seine Freundin Nadine nach Shanghai geht. Sein Bruder Illias bekommt Freigang aus dem Knast, wenn er einen Job vorweisen kann. Den soll ihm Zinos in seinem Lokal geben, aber nur pro forma. Dann erleidet Zinos einen Bandscheibenvorfall und kann nicht mehr in der Küche stehen. Er stellt den Nobelkoch Shayn ein. Erst bleiben die Stammgäste weg, doch dann wird das „Soul Kitchen“ zum Szene-Lokal und erlebt einen Boom.

    Zinos aber will zu Nadine nach Shanghai und sucht einen neuen Geschäftsführer für sein Lokal. Mangels Alternativen nimmt er dann den überglücklichen Illias, den er mit allen Vollmachten ausstattet. Illias aber verschuldet sich gleich beim Pokerspiel gegen den Immobilienspekulanten Neumann, der auf diese Weise endlich zu dem ersehnten Gebäude kommt. Zinos, der nun doch nicht mehr nach Shanghai fliegt, steht vor dem Ruin.
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseur Fatih Akin bezeichnet seine Komödie „Soul Kitchen“ als Heimatfilm. Sie spielt in Akins Heimatstadt Hamburg und Hauptdarsteller Adam Bousdoukos hatte dort eine Taverne, die die Filmhandlung inspirierte. Im „Soul Kitchen“, das in einer früheren Industriehalle eingerichtet ist, wird viel Musik gespielt, wie auch im ganzen Film, der vom alten Seemannslied über griechischen Tanz bis zu Soul verschiedenste Stilrichtungen vereint. Das Lokal ist Treffpunkt für Leute unterschiedlicher Nationalitäten, Altersgruppen und Schichten, die gemeinsam feiern und durch dick und dünn gehen.

        Das Drehbuch ist nicht gerade arm an Zutaten, denn Kneipenbesitzer Zinos hat gleich mehrere Probleme, die ihm die Konzentration auf das Wesentliche erschweren. Die Bandscheibe sorgt dafür, dass er nicht mehr selbst kochen kann, also muss ein Koch her. Der ist ein messerschwingender Krieger am Herd, der besserwisserische Gäste gerne das Fürchten lehrt. Birol Ünel spielt den Meister, der Zinos in die Geheimnisse der Edelküche einweiht und dabei ziemlich laut wird. Dass das Essen gut schmeckt, kann man aufgrund der stilvollen Bilder vom steifgeschlagenen Eischnee oder den schön auf den Tellern drapierten Erbsenschoten ahnen.

        Doch Zinos mit seinen vielen Problemen kann den neuen Boom seines Lokals nicht genießen, denn er ist nicht krankenversichert und kann sich also nicht operieren lassen. Er verkraftet außerdem die Trennung von seiner Freundin Nadine nicht und beschließt, der jungen Frau aus gutem Hause nachzureisen. Sein ehemaliger Schulkumpel Neumann, gespielt von Wotan Wilke Möhring, bedrängt ihn vergeblich, das Lokal an ihn zu verkaufen, damit er das Gebäude abreißen kann. Und seinem Bruder Illias, der nichts mit Arbeiten am Hut hat, will er das „Soul Kitchen“ zunächst auch nicht überlassen.

        Moritz Bleibtreu spielt Illias als großspurigen Taugenichts, der sich in die hübsche Kellnerin Lucia verliebt. Diese wird von der dunkelhaarigen Newcomerin Anna Bederke dargestellt. Moritz Bleibtreu und Adam Bousdoukos aber spielen das griechische Brüderpaar mit betont betulichem Charme und etwas übertriebenen, zum Slapstick neigenden Gesten. Sie sind beide eher tollpatschig als kantig und bei aller Umtriebigkeit zu harmlos-naiv, um als Charaktere ein glaubwürdiges Profil zu bekommen.

        Überhaupt gefällt sich der ganze Film im Experimentieren mit altmodischem Witz, der den Elan der Geschichte doch spürbar bremst. Zwar gibt es immer wieder hübsche Szenen, wie mit dem alten Bootsbauer Sokrates, der sich bei der Zwangsversteigerung in Rage schimpft. Oder mit dem Edelkoch, der sein Messer in den Tisch eines Gastes rammt. Aber im Gegensatz zur Musik im „Soul Kitchen“ kommt die Komödie nicht so richtig in Fahrt.
      • | FAZIT

      • Betuliche Hamburger Kneipenkomödie von Fatih Akin mit viel Musik, ein wenig Multi-Kulti und mildem Witz.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 10.0/10 (1 vote)

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