Montag | 28. Mai 2012 | 05:27 Uhr
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  • FILM REVIEW | Bright Star - Meine Liebe. Ewig.
  • Bright Star - Meine Liebe. Ewig.

    Drama, Romanze | Australien / Frankreich / Großbritannien 2009
  • | INHALTSANGABE

  • England 1818: Die junge Fanny Brawne verguckt sich in den jungen Dichter John Keats. Es ist kein guter Stern unter dem eine zarte Annäherung zwischen den beiden ihren Lauf nimmt. Keats muss sich um seinen todkranken Bruder kümmern und ist - mittellos - auf die Hilfe und das Wohlwollen von Freunden und Gönnern angewiesen. Für die 17-jährige Fanny ist gesorgt: ihre Mutter kann für ihre drei Kinder aufkommen.

    Fannys Leidenschaft gilt dem Kleiderentwerfen. Heute würde man sie eine Modedesignerin nennen. Für John will sie aber das Wesen von Poesie verstehen und nimmt bei ihm Unterricht darin. Auch bei ihm ändert sich etwas durch die Bekanntschaft: der von einer Schreibblockade Geplagte kann plötzlich wieder schreiben - nicht nur glühende Liebesgedichte für Fanny. Doch ihre Liebe hat es in der klassenbewussten Gesellschaft nicht einfach. Immer wieder trennen sich die Wege der beiden. Doch weder Fanny noch John geben auf, bis ihnen das Schicksal in die Quere kommt.
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      • | FILMKRITIK

      • Das Schicksal vieler hochbegabter Menschen ist wohl, dass sie zu Lebzeiten nicht zu Ruhm kommen und ihr Genie erst nach dem Tod erkannt wird. John Keats hat wirklich existiert, und war zu seiner Zeit nur minder erfolgreich. Heute gilt er als einer der bedeutendsten englischsprachigen Dichter. Keine Fiktion ist auch, dass es oft die tragischen Liebesgeschichten sind, die den Funken der Inspiration erst so richtig glühen lassen.

        Die Liebesgeschichte zwischen Keats und Fanny ist authentisch. „Ich musste die Geschichte zwischen den Fakten hinzudichten“, sagt die Regisseurin von „Bright Star“ Jane Campion. Die Fakten hat sie der Biografie von Andrew Motion entnommen, der sie wiederum hauptsächlich aus Briefen rekonstruiert hat. Campion folgt nicht strikt der Biografie. Es ist ihr kein gewöhnliches Biopic oder eine herkömmliche Literaturverfilmung gelungen, vielmehr verwebt sie die Gedichte Keats’ und Liebesbriefe die sich die beiden schreiben zu einem Film der wie ein Gedicht selbst erscheint.

        Die Liebesgeschichte zwischen Fanny und John heizt sich durch ihre Unmöglichkeit zunehmend selber ein. John schreibt besser und auch langsam erfolgreicher, während er mit Fanny in Kontakt ist. Fanny, die zahlreiche Verehrer hat, ist bereit für ihn alles aufzugeben, ihn den Mittellosen. Argwöhnisch werden die beiden von ihrer Umwelt beobachtet.

        Diese Liebe ist nicht nur leidenschaftlich, sie ist auch egoistisch, so fängt Fanny mit ihren Geschwistern Schmetterlinge um an ihren abwesenden Geliebten erinnert zu werden. Darüber wird sie fast verrückt - die Schmetterlinge, die für die Schönheit der Liebe stehen, sie sterben und liegen am Boden. Beide verzehren sich nacheinander bis zum Schmerz, Liebe wird zu Leid. Leid wird zu Poesie. Eine Liebe, die größer ist als die Welt.
        “The poetry of the earth is never dead.” (John Keats)
      • | FAZIT

      • Jane Campion ist ein tiefgründiger Film über eine unglückliche Liebe gelungen, der in seiner Bilderkraft mit einer wunderschönen Leichtigkeit daherkommt. Ein Gedicht.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Simone Polier

      • | Userwertung

      Wertung: 6.0/10 (1 vote)

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