Als ich damals (1978) Dawn of the Dead im Kino sah, brach eine neue Ära an, was Brutalität im Kino betrifft. Ich war beeindruckt. Day of the Dead war dann aber deutlich schlechter.
Doch der vierte Teil jetzt hat mich total überzeugt. Super Story und tolle Schauspieler. Ich finde es super, dass ein Star wie Dennis Hopper sich für so ein "Werk" hat überreden lassen. Und der Film enthält auch sehr viel Gesellschaftkritik.
Es ist einige Zeit vergangen seitdem die Seuche um die Welt ging und Tote zu Zombies machte. Die Menschen haben sich mit der Lage arrangiert und wohnen in bewaffneten Festungen, die durch Wasser und Elektrozäune umgeben sind. Auf regelmäßigen Beutezügen ziehen Gruppen durch das Land und sammeln Lebensmittel und andere Überbleibsel ein. Doch plötzlich zeigen einzelne Zombies Zeichen von einer Basisintelligenz, sie lernen... kein gutes Zeichen für die Menschen.
Mit "Land of the Dead" führt G. Romero seine Zombie-Serie weiter fort. Diesmal mit Effekten auf dem aktuellen Stand der Möglichkeiten und noch echter wirkenden Gore-Szenen. Während bei den Vorgängen noch der Eindruck entstand, die Zombies essen Puppen auf, wirkt in diesem Film alles wesentlich echter. In Bezug auf das Budget musste G. Romero offenbar nicht sparen, denn die gesamte Optik des Films wirkt hochwertig und professionell umgesetzt. Durchaus keine Selbstverständlichkeit im Horror-Genre, wo besonders günstige Produktionen oft dominieren.
Alles in allem ein guter und gruseliger Horrorfilm, auch wenn ich nicht unbedingt behaupten kann, dass dieser Film etwas Neues zeigt.
18.01.2006
Bewertung:
DaMikstar| Verschenktes Potential aber gute Unterhaltung
Ich bin erst spät zu Romeros Zombie Filmen gekommen und fand sie sofort klasse. Nicht weiter verwunderlich also, daß ich diesen 4. Teil nicht erwarten konnte...
Ich habe aber eigentlich etwas mehr erwartet. Die Charaktere sind etwas blaß gezeichnet und wurden sehr oberflächlich behandelt, die bisher so viel gerühmte Sozialkritik wurde nur kurz angeschnitten, aber dafür stimmten wenigstens die Effekte. Diese sind nicht clean und knackig, wie man es von einem Hollywood-Film erwartet. Die einzige wirklich Neuerung ist die Kommunikation unter den Zombies und die "Unterwerfung" unter einen Anführer auf der Zombieseite.
Fazit: Der Film verschenkt Potential und selbst die Unrated-Fassung kann das nicht ausgleichen. Unterhalten wurde ich aber sehr gut.
08.11.2005
Bewertung:
Fox Mulder| Romero zeigt wiedereinmal seine Klasse im Genre
Land of the Dead ist der vierte Film von George A. Romero’s Zombiereihe. In diesem Teil schneidet er gesellschaftskritische Themen an wie zum Beispiel, dass jeder einzelne Mensch immer nur für sich selber schaut und die Probleme in unserer Welt, wie Terrorismus, ignoriert werden. Auch in seinen vorherigen Filmen hat er solche Themen „versteckt“. Die Anklage von Rassismus und Krieg in Night of the Living Dead, die ätzende Konsumkritik in Dawn of the Dead, das Versagen des militärisch-industriellen Komplexes in Day of the Dead und hier unter anderem der Kapitalismus. Der Film hat definitiv mehr Sinn als man anfangs denken würde. Für einen Splatter Film wirklich nicht selbstverständlich. Vorallem in diesem Teil ist das herrlich dargestellt, mit den Reichen, die alleine in ihrem Hochhaus leben und sich nicht für die Armen interessieren, die am Fusse des Hochhauses in den Slums wohnen und diejenigen sind, die sich gegen die Zombies verteidigen müssen. Finde ich alles wirklich toll ausgedacht und inszeniert. Das macht diesen Film auch so interessant und Romero's Zombiegeschichten so einzigartig in ihrer Atmosphäre! Eklige Gore-Szenen und Schocker gibt es auch zu genüge und gehen unter die Haut, sofern man den Trailer nicht schon auswendig kennt wie ich. Deshalb bin ich nicht ganz so oft erschrocken. Den Zombies schenkt Romero im neuesten Teil auch noch ein neues Bewusstsein. Während des Filmes lernen sie stetig dazu und somit entstehen teilweise auch richtig amüsante Szenen. Ihr seht, der Film nimmt sich auch nicht allzu ernst, ohne dabei in eine dumme Komödie auszuarten.
Die Schauspieler sind sehr gut gewählt. Dennis Hopper spielt den Boss des Luxushochhauses „Fiddler’s Green“ absolut überzeugend und hätte nicht besser besetzt werden können. Für arrogante Rollen kann man wirklich kaum einen besseren finden. Die restlichen Schauspieler sind sympathisch und machen ebenfalls einen guten Job. Einzig Robert Joy als Charlie nervt anfangs mit seinen dummen Kommentaren. Gegen Ende legt sich das zum Glück wieder. Hätte aber fast einer dieser Charaktere werden können, die einen Film ruinieren können. Die Zombies sind wieder meisterlich maskiert worden. Vorallem der Anführer der Zombies wurde perfekt gewählt!
Alles in allem wiedermal ein überaus eindrücklicher Zombiefilm von George A. Romero. Super wie er wieder Gesellschaftskritik ausübt und dabei tolle Splatterbilder liefert in einer absolut toll gestalteten Welt mit ihrer einmaligen Atmosphäre! Das Ende gefällt mir aber nicht. Mir ist es zu unvollständig. Der Film hat keinen richtigen Höhepunkt, wie er ihn eigentlich verdient hätte. Das finde ich wirklich schade. Wenn das Romero auch noch meisterlich hingekriegt hätte, wäre die Höchstwertung indiskutabel gewesen. Aber auch so ist es ein Film, dem auch Splatter/Horror-Hasser eine Chance geben müssen. Ich jedenfalls hoffe schwer, dass man Romero wieder grünes Licht gibt, weitere Fortsetzungen zu drehen. Dann aber bitte mit einer besseren deutschen Übersetzung. Zombie auf Deutsch mit Stinker zu übersetzen ist schon mehr als peinlich. Dann sollte man doch lieber beim Originalausdruck bleiben oder man schaut ihn sich so oder so auf Englisch an.
Nach Night of the Living Dead, Dawn of the Dead und Day of the Dead folgt...nein, nicht Dusk of the Dead, sondern Land of the Dead. Der Titel ist Programm. Die Welt ist total entsiedelt. Die Zombies herrschen. Ein paar Menschen haben sich jedoch abgeschottet und geschützt durch Starkstromzäune und Flüssen in einem Ort namens Fiddlers Green verbarrikadiert. Fiddlers Green selbst ist durch eine 2 Klassengesellschaft gezeichnet. In einem grossen Tower wohnen die Schönen und Reichen während die armen im Ghetto rundherum wohnen. Zwecks Nahrungsmittelbeschaffung wurde ein Fahrzeug namens Dead Reckonning entwickelt. Quasi ein grosses Panzerfahrzeug mit voller Bewaffnung. Damit fahren ein paar Freiwillige hinaus in die Vororte um Nachschub zu holen. Soviel zur groben Thematik. Was George A. Romero daraus gemacht hat, hat leider nicht 100%ig die Klasse seiner Vorgänger. Die Schwächen des Film sind eben genau die Szenen in denen es nicht um Zombies geht. Im Prinzip ist der Film in 2 Geschichten geteilt. Die eine handelt von dem Sturm der Zombies auf Fiddlers Green, während die andere die Mißstände in Fiddlers Green behandelt. Und eben bei letzterem entgleitet Romero so manchmal in die Belanglosigkeit. Was in den Vorgängern noch unterschwellige Gesellschaftskritik war, bricht hier an die Oberfläche und wird allzu sehr polemisiert. Die Schwäche offenbart sich vor allem an den schwachen Dialogen und den Trägern der Dialoge. Denn die Darsteller bleiben bis auf Dennis Hopper alle recht blass und driften in die Belanglosigkeit ab. Ein bischen mehr Zeit für die Charakterisierung wäre nicht schlecht gewesen. Hier bleibt Dawn of the Dead wohl ungeschlagen. Doch immerhin handelt es sich hier in erster Linie um einen Zombiefilm, ja sogar um die Fortsetzung der wohl bekanntesten und besten Zombietrilogie. Insofern seien Romero seine obigen Fehler verziehen. Denn während der sozialkritische Part der Story eben nicht 100%ig überzeugen kann, so haut der Zombieteil einem wirklich die Faust in den Magen. Wie Romero schafft es kein zweiter Zombies in Szene zu setzen. Es gibt kaum Schockeffekte, dafür wird bei Land of the Dead wesentlich mehr Wert auf die bedrohliche Atmosphäre gelegt. Der Film ist sehr düster angelegt (es spielt eigentlich alles nur nachts) und in Kombination mit wirklich genialen Make-Up Effekten und toller Ausleuchtung wird eine Stimmung geschaffen die wirklich als apokalyptisch bezeichnet werden kann. Romero lässt hier erstmals eine neue Komponente bei den Zombies einfliessen. Ebenfalls eine Weiterentwicklung aus den Vorgängerteilen. Während die Zombies in Night of the Living Dead wirklich nur stumpf waren, gingen sie in Dawn dazu über ihren Gewohnheiten freien Lauf zu lassen. In Day of the Dead wurden den Zombies bereits einige weitere höhere Entwicklungsstufen zugedacht. Die logische Folgerung ist nun, dass die Zombies eine Art innere Struktur aufbauen und sich sogar rudimentär verständigen können. Eine schöne Idee und vor allem nicht so weit entfernt vom klassischen Zombie wie die 100m Sprinter beim Dawn-Remake. Ein kleines Zugeständnis an die MTV-Generation hat Romero dann aber leider doch gemacht. Für meinen Geschmack gab es ein bischen zuviel rasante Action. Allerdings wird das locker ausgeglichen durch die endlich mal wieder sehr derben Splatterszenen. Endlich mal wieder ein Film der den Titel Splatterfilm verdient hat. Endlich mal wieder Zombies die ihrem Hobby nachgehen...dem Ausweiden von Menschen. Man hat zwar gemerkt, dass wegen des anvisierten R-Ratings einige Schnitte gemacht wurden, aber das macht eigentlich nur noch mehr Lust auf die Unrated Fassung die auch hoffentlich in Deutschland auf DVD erscheint. Denn trotz R-Rating geht es bei Land of the Dead wirklich stark ab. Vielleicht hätte man als kleines Sahnehäubchen noch auf den Einsatz von CGI-Effekten verzichtet. Doch die sind meistens endlich mal so gut, dass man nicht sieht, dass es aus dem Computer kommt. Nicht schlecht. Von der atmosphärischen Dichte her, kann niemand einem Romero das Wasser reichen. Alleine schon die Szene in der die Zombies aus dem Wasser aufsteigen und auf die Stadt zugehen ist dermaßen genial, dass sich ein zweiter Kinobesuch lohnt. Nunja, was gibt es noch zu berichten. Eigentlich nicht mehr sehr viel. Ein Film der wirklich sehr gut ist. Hätte man eben jene sozialkritische Komponente etwas subtiler gestaltet und vielleicht ein bischen mehr Screentime für die Charakterisierung verwendet, so wäre es vielleicht die Bestnote geworden. Aber daran schrabbt Land of the Dead leider vorbei. Aber nichts desto trotz ist es ein wirklich sehr guter Film, der auf jeden Fall gleichberechtigt neben den ersten 3 Teilen in meinem DVD-Regal stehen wird. Den Film würde ich zwischen 8 und 9 Punkten ansiedeln und diesmal fällt es mir wirklich schwer dazwischen zu unterscheiden. Aber angesichts der Tatsache, dass die Atmosphäre sehr sehr dicht ist (Was für mich immer ein wichtiges Kriterium ist) und der Teil mit den Zombies wirklich an die Klassiker anknüpft gehe ich mal den Schritt nach oben.
06.09.2005
Bewertung:
johncarpenta| Solides Zombie-Movie mehr aber nicht
Was kann man von dem Genre eigentlich erwarten ?? Klar, "Dawn of the Dead" der Original Zombie von Romero ist und bleibt Kult. Jetzt mehr als 25 Jahre später wird "Land of the Dead" als gigantische Rückkehr des Ur-Vaters der Zombies angepriesen. Nun gut, erst mal gibt es nur ein kleines neues Detail, das wirklich neu ist....die Zombies kommunizieren miteinander. Sie reden zwar nicht (das wär auch zu blöd gewesen), sie murren sich an. Und irgendwie tun einem die Zombies leid, fahren die Überlebenden doch plündernd und mordend durch die Stadt in der die Zombies "leben". Die armen untoten werden zum Spielball der Menschen und werden einfach zum Spaß abgeschlachtet. Ein Vergleich mit der Realität, beispielsweise mit Menschen im Irak oder Afghanistan, die miterleben müssen wie die Amis (und deren Freunde) in ihre Länder einmarschieren und machen was sie wollen, scheint mir zwar nicht wirklich angebracht...aber beim zweiten überlegen dann doch. "Land of the Dead" startet gleich voll durch ohne große Vorgeschichte und endet auch entsprechend schnell. Ich persönlich finde das Ende OK, aber ich denke da hat jeder gerade bei so einem Film seine eigenen Ansätze. Alles in allem gibt es 3 oder 4 Schockeffekte (die gabs aber auch in Scream oder Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast...sorry Fans für diesen Vergleich), ansonsten sind die 94 Minuten nicht wirklich spannend. Die Computertechnik macht den Film richtig glatt - das war damals bei "Dawn of the Dead" natürlich anders und gerade das ist immer noch so klasse an dem Klassiker. "Land of the Dead" ist ein modernes Horror-Movie die es in den letzten Jahren oft gegeben hat - und nur weil der Regisseur Romero heißt, wird’s nicht besser. Nicht das wir uns falsch verstehen, es ist kein schlechter Film, aber.....schaut selbst. Ich bin übrigens nach dem Film direkt in den nächsten BurgerKing und hab einen leckeren Wooper gegessen. Schneidet man 3 Minuten "Essen" aus dem Film, könnte der auch ab 16 Jahren durchgehen.