Sonntag | 27. Mai 2012 | 23:17 Uhr
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  • FILM REVIEW | Jungs bleiben Jungs
  • Jungs bleiben Jungs

    Komödie | Frankreich 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Hervé ist 14, geht zur Schule, hat Freunde, sucht eine Freundin und ist heftigst in der Pubertät. Rumhängen mit Camel, dem besten Freund, Versuche, sich Laura zu nähern, der Schönsten in der Klasse, dem Generve der Mutter aus dem Weg gehen, sich im Unterricht langweilen: das ist sein Alltag. Aurore macht ihn an, eine aus seiner Klasse, er lässt sich erst nicht darauf ein, entdeckt dann das Tolle am Rumknutschen: Ganz klar, sie ist die Frau seines Lebens. Andererseits wollen auch die Freunde zu ihrem Recht kommen, und sowieso ist sein Weg mit Missverständnissen und Peinlichkeiten gepflastert.
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      • | FILMKRITIK

      • Kann ein Film über die Pubertät wirklich so komisch sein? Aber hallo! Sehr komisch sogar! Schließlich haben wir das alles hinter uns, und wir wissen, dass alles nur halb so schlimm war. War es das? Für Hervé läuft gerade der Schrecklichste aller Lebensalter ab – und zugleich der Schönste, das kommt ganz auf seine Laune an. Auf die der Freunde. Auf die der Lehrer, der Mutter. Und auf das Verhalten der Mädels, auf die er scharf ist.

        Riad Sattouf geht mitten hinein in die Pubertät und holt alles raus, was es da gibt: Entdeckung von Masturbation, Scheu vor Annäherungsversuchen der Mädels, Freundschaft, die sich in der Zelebrierung von Langeweile ergeht, eine nervige Mutter, Pickel und zu große Nase und so weiter und so fort. Man kann es gar nicht alles beschreiben, was alles mit Hervé geschieht, er weiß es ja selbst nicht so richtig, und eine richtige Handlung hat der Film dementsprechend auch nicht. Nur Schlaglichter auf ein Leben, das gerade im Erwachsenwerden begriffen ist (ohne dies zu begreifen).

        Selten wurde einem ein so ungeschönter und deshalb so unschlagbar witziger Blick auf die eigene Vergangenheit angeboten – auch wenn man lange nicht all das erlebt hat, womit Hervé sich rumschlagen muss. Das Gefühl ist vollkommen echt; und die Peinlichkeiten auch, die hier massiv gezeigt werden: all das Schlimme, das die Pubertät ausmacht, komprimiert auf 90 Minuten. Inszeniert als pointierte Komödie. Und mit einer mitfühlenden Haltung, die fast schon mitleidig ist – aber immer das Gespür für das Komische behält, das sich aus emotionalem Chaos, Unsicherheit, Rumgepose, Antasten ans andere Geschlecht, Versuche, ein Mann zu sein, herausholen lässt.

        Dabei geht er nicht den amerikanische Weg der Highschool-Comedies, wo die Gags aufgesetzt wirken und dadurch unauthentisch. Sattouf nimmt junge Akteure, die tatsächlich im Alter ihrer Rollen sind, die meisten haben noch nie zuvor in einem Film gespielt, das bringt eine große Echtheit in den Film. Und Sattouf zeigt all das Extreme, das extrem Komische, ganz ernst, ganz naturalistisch: So wie es eben ist. Nur massiert auf einen Punkt gebracht, überspitzt dargestellt – aber immer aus dem Leben. Was anderswo ein Apfelkuchen ist – also echt: was ist das denn für eine Idee! – ist hier ganz profan der Versandhauskatalog von 1986 (als noch echte Frauen drin abgebildet waren, die nicht mit Computern zurechtgepriemelt wurden). Mit ungleich witzigerer Wirkung.
      • | FAZIT

      • Sehr, sehr komischer Film über die Pubertät, vollgepackt mit all den Peinlichkeiten, die einen Jungen zum Mann machen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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