Elf Regisseure steuern Beiträge zu diesem Episodenfilm über die Liebe in der Stadt New York bei. Ein Taschendieb und ein Lehrer wetteifern um die Bewunderung einer Frau, eine Jüdin und ein religiöser Inder kommen sich im Juwelierladen näher, ein junger Musiker und eine Regieassistentin kennen sich nur telefonisch, bis sie plötzlich vor seiner Tür steht. Vor einem Restaurant versucht ein Schriftsteller, eine Frau mit blumigen Worten zu verführen, im Central Park überrascht eine Rollstuhlfahrerin ihren Tanzpartner, ein One-Night-Stand führt zu einem zweiten Treffen.
Eine ehemalige Opernsängerin lernt einen behinderten Hotelpagen kennen, ein Latino-Vater wird für den Babysitter seiner hellhäutigen Tochter gehalten, eine junge Chinesin soll für einen alten Künstler Modell stehen. Ein Ehepaar kommt sich bei einer Zigarettenpause wieder näher und zwei Senioren meckern sich beim Strandspaziergang an. In den Übergangsszenen zwischen den Kurzfilmen geht es um eine junge Videofilmerin, die in der Stadt unterwegs ist.
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| FILMKRITIK
Der Produzent Emmanuel Benbihy hat New York für den zweiten Episodenfilm in seiner Reihe „Cities of Love“ ausgewählt. Wie schon in „Paris je t’aime“ haben erneut Regisseure aus aller Welt kurze Geschichten gedreht, die sie mit der Stadt verbinden. Benbihy suchte sich bewusst hauptsächlich Filmemacher aus, die bisher wenig Bezug zu New York haben. Die elf Kurzfilme verband Regisseur Randall Balsmeyer mit eigenen Übergangsbeiträgen. In den sehr unterschiedlichen Geschichten treten viele bekannte Schauspieler auf, doch weder die Stadt noch die Liebe kommen darin groß heraus.
Inspirierend gefilmt mit Spiegelungen in Fensterscheiben und im Straßenverkehr der abendlichen Stadt ist Allen Hughes’ Film über zwei Menschen, die auf dem Weg zu ihrem zweiten Treffen sind. Unabhängig voneinander grübeln sie dabei, was sie an der einen, gemeinsam verbrachten Nacht so toll fanden und ob sie sich Hoffnungen machen dürfen. In diesen Bildern in Bewegung durch Raum, Erinnerung und Erwartung blitzt etwas von der Magie der Liebe auf, die das von Bradley Cooper und Drea de Matteo dargestellte Paar überrascht.
Ebenfalls originell ist die Episode, für die Anthony Minghella das Drehbuch schrieb. Nach dessen Tod übernahm Shekhar Kapur die Regie. In einem Hotel in Manhattan bezieht eine von Julie Christie gespielte ehemalige Operndiva ein Zimmer. Ein junger Page mit körperlicher Behinderung müht sich ab, ihr Gepäck nach oben zu tragen. Shia LaBeouf stellt den jungen Mann als eine Art Traumflüsterer dar und in der Tat nimmt der ungewöhnliche Film surreale Züge an.
Dann gibt es die anekdotischen Schmunzelbeiträge, die hübsch, aber flüchtig sind: Andy Garcia und Hayden Christensen liefern sich in Wen Jiangs Episode ein Duell als Taschendiebe. Ethan Hawke und Maggie Q führen als Fremde für eine Zigarettenlänge ein gehaltvolles Gespräch, von Yvan Attal pointensicher inszeniert. Attals zweiter Film, ebenfalls über zwei Raucher, ist hingegen weniger originell. Cloris Leachman und Eli Wallach schließlich gehen sich als gebrechliche Senioren beim Spaziergang charmant auf die Nerven in der Episode von Joshua Marston.
Fatih Akin aber kommt in seiner Chinatown-Episode nicht so recht auf den Punkt. Ein alter Maler stirbt, bevor die Chinesin, die ihm Modell stehen soll, tatsächlich seiner Einladung folgt. Mira Nair hat ebenfalls eine interkulturelle Begegnung im Visier, in der Natalie Portman eindrucksvoll eine strenggläubige Jüdin spielt. Brett Ratner wählt sich eine Bank im Central Park aus, um eine unwahrscheinliche Abschlussball-Begegnung absurd auf die Spitze zu treiben. Weil die Stadt sich auch den meisten anderen Episoden atmosphärisch entzieht, sollte Produzent Benbihy das nächste Mal den Regisseuren nicht mehr vorschreiben, ihre Beiträge in nur zwei Tagen drehen zu müssen.
| FAZIT
Anekdotische Episoden aus New York von elf verschiedenen Regisseuren, mehrheitlich ohne große Aussagekraft.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung