Sonntag | 27. Mai 2012 | 23:34 Uhr
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  • FILM REVIEW | Nanga Parbat
  • Nanga Parbat

    Abenteuer, Drama | Deutschland 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Reinhold Messner und sein jüngerer Bruder Günther wachsen inmitten einer riesigen Geschwisterschar in Südtirol in einem Alpental auf. Sie sind Rivalen und doch unzertrennlich. Als kleine Jungs träumen sie von den höchsten Gipfeln dieser Erde, die sie einmal besteigen wollen. Der Nanga Parbat im Himalaja ist ganz oben auf der Liste. Einige Jahre später wird der Traum wahr, der 25-jährige Reinhold und sein 2 Jahre jüngerer Bruder können an einer Expedition zum Nanga Parbat teilnehmen. Es gilt Rekorde zu brechen und eine 4500 Meter hohe Steilwand das erste Mal zu durchklettern.

    Es gibt immer wieder Hindernisse und Probleme: kein Geld mehr, das Wetter bleibt schlecht. Die Kletterer stecken fest im Basislager. Reinhold Messner fasst einen Plan. Er will alleine zum Gipfel gehen, auch wenn das Wetter schlecht ist. Sein Bruder Günther will ihm nicht wieder nachstehen und folgt ihm ohne Proviant und ohne Ausrüstung. Eine Übernachtung auf dem Gipfel ohne Zelt bedeutet den sicheren Tod. Beim schnell angetretenen Abstieg bekommt Günther die Höhenkrankheit, ist stark geschwächt. Eine Lawine begräbt ihn. Reinhold Messner muss sich dem fast unmöglichen Abstieg und seiner Schuld den Bruder nicht mehr mit nach Hause zu bringen alleine, stellen. Diese Last wird ihn in den kommenden Jahren noch mehrmals zum Nanga Parbat führen.
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      • | FILMKRITIK

      • Die besten Geschichten schreibt das Leben. Die tragischsten auch. Joseph Vilsmaier bekannt für seine historischen Filme und Biopics hat sich dieses Mal daran gemacht, einen Teil von Reinhold Messners Leben zu verfilmen. Messner, rekordgekrönter Bergsteiger und Bergsteigerstar ist ein Mann der Superlative. Er hat alle 14 Achttausender der Erde bestiegen und darüber selbst 40 Bücher geschrieben.

        Reinhold Messner, dem wahrscheinlich bekanntesten Bergsteiger unserer Tage ist nicht alles gelungen. Seine Ziele hat er meist erreicht, die höchsten Gipfel dieser Erde, doch ihn hat das Schicksal auch schon hart gebeutelt. Auf einer Expedition zum Nanga Parbat, im Himalaja, verliert er seinen jüngeren Bruder Günther. Dieser Schuldfrage geht der Film „Nanga Parbat“ nach.

        Der Nanga Parbat hat das Leben von Reinhold Messner verändert. Vor dem tragischen Unfall seines Bruders Günthers fühlte er sich unbesiegbar, „seitdem weiß ich, dass das Leben begrenzt ist. Seitdem lebe ich intensiver, geradliniger“, sagt er. Dort war er an der Grenze zum Tod.

        Nanga Parbat heißt Nackter Berg. Er ist mehr als 8000 Meter hoch und der neunthöchste Gipfel der Erde. Aus Sicht eines Bergsteigers gilt er als der anspruchsvollste.
        Ab 7000 Metern fängt die so genannte Todeszone an, wo kaum noch Sauerstoff in der Luft ist. Den Zustand beschreibt Messner, als ob das Gehirn leer sei und mit Watte gefüllt. 40 Grad Minus und Stürme mit bis zu 100 Stunden km/h toben dort oben. Auch Regisseur Vilsmaier lernte bei den Dreharbeiten den Respekt vor dem Berg kennen. Den Nanga Parbat nennt er einen Berg zum Fürchten. Gedreht wurden die Landschaftsaufnahmen vor Ort im Himalaja, die Kletterszenen überwiegend in Tirol.

        Die Zusammenarbeit zwischen Vilsmaier und Messner wurde letztendlich durch den Letzteren angestoßen. Er hat Vilsmaier einen Brief geschrieben und angefragt, ob dieser sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Zur Realisierung kam es dann erst einige Jahre später. Vilsmaier fungierte als Produzent und Regisseur. Bei den Dreharbeiten war Messner als Berater mit vor Ort dabei.

        Den ersten Dreitausender hat Messner mit 5 Jahren zusammen mit seinem Vater bestiegen. Er ist in den Dolomiten groß geworden.
        Der heute 65-jährige Reinhold Messner sagte in einem Interview im September 2009, dass er noch am Stück 2000 Höhenmeter ersteigen könne.

        „Bergsteigen ist der Widerstand gegen den herausgeforderten Tod. Die Kunst dabei ist, nicht umzukommen“, so Messner. Er ist ihm nicht nur dort noch einmal davongekommen.
      • | FAZIT

      • Auf Tatsachen beruhender, spannender Bergsteigerfilm mit gigantischen Landschaftsaufnahmen, der sich mit der Schuldfrage am Tod eines Menschen in einer Extremsituation auseinandersetzt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Simone Polier

      • | Userwertung

      Wertung: 4.5/10 (2 votes)

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