Sonntag | 27. Mai 2012 | 23:44 Uhr
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  • FILM REVIEW | 12 Meter ohne Kopf
  • 12 Meter ohne Kopf

    Abenteuer | Deutschland 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Klaus Störtebeker und sein bester Freund Gödeke Michels sind im Jahr 1400 der Schrecken der Hanse in der Nordsee. Mit ihrer todesmutigen Piratentruppe kapern sie ein Handelsschiff nach dem anderen, bis Störtebeker einen Messerangriff nur knapp überlebt. Fortan hat der Seeräuber Angst. Hinzu kommt, dass er sich in eine Kneipenbedienung verliebt hat und daran denkt, sesshaft zu werden. Die Piraten kommen bald in Geldnot und dürfen bei Händlern und Gastwirten nicht mehr anschreiben. Die Mannschaft verlässt das Schiff, dann geht auch Störtebeker von Bord. Zurück bleibt ein zu Tode betrübter Michels, der sich die Schlinge um den Hals legt.

    Doch es kommt anders: Durch Zufall geht auf dem Schiff eine Kanonenkugel los. Erst dadurch merken Michels und Störtebeker, dass sie eine neue Wunderwaffe besitzen, die es in der Heimat noch nicht gibt. Sie holen die Mannschaft zurück und treten zu einem kurzen Siegeszug gegen die Hanse an. Deren Vertreter Simon von Utrecht aber ruft die beiden Kopfgeldjäger Lange und Schocke zu Hilfe.
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseur Sven Taddicken hat mit „12 Meter ohne Kopf“ einen deutschen Piratenfilm inszeniert. Dabei ist in der flotten Draufgänger-Komödie nur die Optik der mittelalterlichen Legende angepasst. Die Geschichte ist in weiten Teilen frei ausfantasiert, die Dialoge sind – mit schräger Wirkung – voll von heutigen Redewendungen, die Lieder zum Teil englische Pop- und Rockballaden über Outlaws.

        Der Film meint es nicht ernst, ist wenig an den tatsächlichen Geschehnissen oder der historischen Relevanz der norddeutschen Piraten interessiert. Aber trotz seines leichten, auf Unterhaltung zielenden Ansatzes schafft er eine originelle Atmosphäre. Die verschworene Gemeinschaft an Bord mit ihren wilden Typen wird dabei glaubhaft zum Leben erweckt. Ihre beiden Anführer sind unzertrennliche Freunde, bis die Liebe sie dann doch dazu bringt, ihre Prioritäten jeweils verschieden zu setzen.

        Sven Taddicken vergleicht die Seeräuber von damals mit Hausbesetzern oder Rockbands aus moderner Zeit, weil sie ebenfalls von Sehnsucht nach Rebellion und jugendlichem Freiheitsdrang durchdrungen waren. An Bord eines echten Schiffes gedreht, sind die Szenen auf dem Meer entweder rauschhaft-entfesselt, oder sie schwelgen mit reicher Musikuntermalung in romantischer Endzeitstimmung. Es gibt eindrucksvolle Momente, zum Beispiel wenn den wilden Jungs beim Anblick der anrückenden Hanseflotte dämmert, dass es diesmal eng wird.

        Klaus Störtebeker wird von dem schon körperlich imposanten Ronald Zehrfeld gespielt, zunächst als unverwundbarer Held und Navigationsgenie. Dann aber muss der große bärtige Mann ins Grübeln geraten und seine weiche Seite ausleben, was ihm weniger gut gelingt und ihn in den Schatten treten lässt gegenüber Gödeke Michels. Matthias Schweighöfer spielt diesen temperamentvollen Charakter überzeugend und leidenschaftlich. Gödeke Michels ist zunächst der jungenhafte Draufgänger, dann der verwegenste Pirat, der auch eine grausame und jähzornige Seite offenbart. Er verwindet die Enttäuschung nicht, die ihm die Liebe zu der schönen Okka beschert.

        Die Outlaw-Atmosphäre ohne Zukunft, in der sich die tollkühnen Burschen bewegen, wird durch halbdunkle Räume und trübes Wetter betont. Trotz düsterer Elemente überwiegen jedoch temporeicher Spaß beim Kapern der Handelsschiffe und Feiern in der Hafenkneipe. Das wichtigste Komödienwerkzeug ist dabei die Verfremdung der Sprache. Die Leute reden, als wären sie von heute: „Wo ist das Problem?“, „Jetzt entspann dich mal“, „Sag uns, was dich nervt und was du Scheiße findest“, sind die Sätze, die diese Piraten so formulieren.
      • | FAZIT

      • Flotte und originelle Piratenkomödie mit norddeutschem Flair.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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