Der junge Ben und sein Freund Ed sind als deutsche Rucksacktouristen in Kambodscha unterwegs. In Phnom Penh nehmen sie Drogen und gehen dann in einen Club. Ben fühlt sich mitten im Trubel verloren, bis eine junge Frau ihren Kopf an seine Schulter lehnt. Nach einer gemeinsamen Nacht in Bens Touristenpension verlangt Sreykeo Geld, denn sie arbeitet als Bargirl. Zwischen den beiden jungen Menschen keimen jedoch zarte Gefühle. Weil Sreykeo hustet, geht Ben mit ihr zum Arzt, und als Ed abreist, bleibt er noch ein paar Tage länger und wohnt bei ihrer Familie.
Zurück in Hamburg, hält Ben per Internet telefonischen Kontakt mit Sreykeo. Er schickt ihr Geld, unter der Bedingung, dass sie sich nicht mit anderen Männern einlässt. Doch bald kommt die schockierende Nachricht: Sreykeo ist mit HIV infiziert. Ben fliegt wieder nach Kambodscha, und versucht, eine medikamentöse Behandlung für sie zu organisieren. Sreykeo aber versteht nicht, warum Ben sie nicht heiraten will.
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| FILMKRITIK
Der deutsche Regisseur Detlev Buck hat aus der wahren Geschichte von Benjamin Prüfer, der 2003 in Kambodscha seine spätere Frau Sreykeo kennen lernte, einen schönen Liebesfilm gemacht. Prüfers autobiografisches Buch diente Drehbuchautorin Ruth Toma als Vorlage. David Kross und Apinya Sakuljaroensuk spielen das junge Paar Ben und Sreykeo, das sich von den vielen kulturellen Unterschieden und Vorurteilen nicht beirren lässt. Obwohl der Film romantische Gefühle nicht scheut, wirkt er auch sehr realistisch in seinen Szenen aus Phnom Penh.
Weil es sich in erster Linie um einen Liebesfilm handelt, spielt die Musik eine wichtige Rolle. Von Rammstein und Noir Désir bis zu Yves Montand und Schubert bietet der Soundtrack sehr verschiedene Lieder zum Thema, die meisten davon sehr gut in die Handlung platziert. Ben ist ein von seinen Gefühlen Getriebener, den das Herz manchmal zur Eile drängt. Im abgebrühten Vergnügungsrummel um Sex, Geld und Drogen wirken Ben und das Bargirl Sreykeo rein und unschuldig. Deswegen schaffen sie auch den unwahrscheinlichen kulturellen Spagat, den weder die Kambodschaner, noch die Deutschen, die das Paar kennen lernen, für möglich halten wollen.
Bens Touristenkumpel sprechen nur von Sex, wenn es um Sreykeo geht, und warnen ihn, dass sie seinen geschenkten Ring als Heiratsabsicht deuten wird. In Hamburg meint Bens großer Bruder: Weil diese Frauen auf das Geld mehrerer Männer angewiesen seien, könnten sie sich Liebe doch gar nicht leisten. Die Frauen, denen Ben in Hamburg begegnet, sind in diesem Film etwas übertrieben darauf aus, ihn zu verführen. Der geringschätzige, lüsterne Tonfall der männlichen Rucksacktouristen in Kambodscha aber, die ihren Spaß haben wollen, weil sie bezahlen, wirkt realitätsnah.
Sreykeo geht dank Bens Unterstützung zum ersten Mal zu einem Arzt. Der nicht gut verdienende Zeitungspraktikant versucht alles, um seiner jungen Freundin die besten Medikamente zu besorgen. Die sind in Kambodscha kaum aufzutreiben, weil die medizinische Begleitung der Therapie zu teuer wäre. Ben lernt auch die Familie von Sreykeo kennen, die in beengten Verhältnissen in Phnom Penh haust. In ihrem Heimatdorf erwartet der Vater, dass Ben der Familie ein Haus baut.
Sreykeo reagiert unsicher und ängstlich, als Ben kein Haus finanzieren und auch noch nicht heiraten will. Die Geschichte dieser Liebe, die aus großen Schwierigkeiten gestärkt hervorgeht, wird mit spannendem Suspense erzählt. Sie entlarvt, wie viele von den unüberwindbar erscheinenden kulturellen Grenzen in Wirklichkeit nur in den einzelnen Köpfen existieren. Auch das macht diesen gelungenen und gefühlvoll inszenierten Film sehenswert.
| FAZIT
Schöne Geschichte mit wahrem Hintergrund über ein deutsch-kambodschanisches Liebespaar, das weder an Aids, noch an kulturellen Gegensätzen zerbricht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung