Eine krude Mischung aus Sience Fiction und Esoterik streift das leidige Thema des Menschen: die Suche nach dem ewigen Leben. Wenn man sich interessante Bilder anschauen will, geht man eigentlich ins Museum. Das wäre der einzige Grund, sich den Film reinzuziehen. Die drei renommierten Hauptdarsteller bemühen sich, aber mehr ist halt nicht drin. Die süße Rachel Weisz kommt mit einem Gesichtsausdruck aus, dagegen braucht der ansonsten nette Hugh Jackman schon zwei: kämpferisch herrisch und mit offenen Augen staunen, und Ellen Burstyn irrlichtert etwas planlos umher. Wenn man den Fernseher noch zu so später Stunde laufen lässt, kann der Film das Kaminfeuer als Endlosschleife schön ersetzen.
Neben der super Story, die zugegeben eine sehr harte Kost ist. Sind die wuchtigen Bilder, der Zucker auf dieser Kost ;-) Man kann diesen Film nur schwer beschreiben daher sollte ihn jeder selbst mal sehen. Es gibt nur Leute die den Film lieben oder hassen, irgendwas dazwischen wird es wohl nicht geben. Ein wirklich sehr schöner Film, der dich in seinen Bann zieht, wenn du es zulässt.
da wird einem in der werbung ein bombastischer film angeboten und dann kommt da so ein hardcoredrama der übelsten sorte daher.ich finde es schlimm,das dem steuerzahler so das geld aus der tasche gezogen wird.
Mit der Prämisse einen esoterischen Science Fiction Film zu drehen, der zudem noch 3 Zeitlinien vereinigt, macht man sich unter den gemeinen Kritikern keine Freunde, zudem bei solchen Themen die Studios nicht unbedingt mit Geld um sich werfen. Einfacher wird eine Unternehmung, wenn sich ein Star wie Brad Pitt für das Projekt interessiert. Aronofsky und Pitt arbeiteten vom Jahre 2000 bis 2002 zusammen an dem Projekt, 2001 sagte Cate Blanchett für die weibliche Hauptrolle zu, der Produktionsbeginn sollte 2002 stattfinden und ein Budget von 70 Mio. Dollar umfassen.
Doch kurz vor Drehbeginn stieg Brad Pitt aus und das Studio zog sich dementsprechend zurück. Das Projekt lag auf Eis, zudem wurden schon die Aufbauten versteigert, um in anderen Filmen Verwendung zu finden.
2004 gab Warner doch noch grünes Licht für die Produktion, unter der Bedingung eines zur Hälfte gekürzten Budgets. Mit Hugh Jackman war schnell ein neuer Hauptdarsteller gefunden zu dem sich bald Rachel Weisz gesellte. Die Dreharbeiten konnten Ende 2004 beginnen und der Film 2 Jahre später auf dem Filmfestival von Venedig Premiere feiern.
Das Jahr 1500: der spanische Capitan Tomas bekreuzigt sich vor der entscheidenden Schlacht gegen ein Maya Volk. Eine dunkle, enge Gasse voller aufgespießter Totenschädel trennen seiner Männer von dem Maya Tempel. Auf der gegenüberliegenden Seite erscheinen nun die Maya Krieger, sogleich sitzen die Spanier in der offensichtlichen Falle, der Weg zurück versperrt und vorne wartet der Tod. Der Kampf ist kurz, bei dem lediglich Tomas überlebt und die Stufen des Tempels nach oben gejagt wird, bis ihm an dessen Spitze ein Maya-Priester gegenübersteht Tom - getrieben durch die Krebserkrankung seiner Frau Izzi – versucht bisher vergeblich ein Mittel zu finden um Krebs zu heilen. Bis er die Essenz eines guatemalischen Baumes an einem Laboraffen testet und dieser darauf positiv reagiert. Kaum macht sich Tom Hoffnungen Izzis Leben retten zu können, hat diese sich schon aufgegeben (I'm not afraid anymore, Tommy.). Nur ihren Roman möge er zu Ende schreiben, ein Roman über die Suche nach dem Baum des Lebens, die im Jahre 1500 in Mittelamerika beginnt. Ein spanischer Conquistador soll im Auftrag Königin Isabels den Baum des Lebens finden um Spanien zu retten, seiner Königin und sich selbst das ewige Leben zu schenken. Wir schreiben das Jahr 2500: Tom schwebt in einer biosphärischen Kugel durch das All, inmitten dieser Kugel thront ein mächtiger doch uralter Baum. Das Ziel der Reise ist Xibalba, ein Nebel, für die Maya bedeutete er ihre Unterwelt, ein Ort von dem Tom hofft, den Baum zu neuem Leben zu erwecken. The Fountain ist in erster Linie ein Kammerspiel, ein Gedankenspiel der beiden Protagonisten um Tod und das ewige Leben.
Darren Aronofsky inszenierte seine Metapher bewusst und kompromisslos fern jeglicher Realität. In keiner der 3 Zeitebenen herrscht nur der Anflug von Wirklichkeit, selbst in der aktuellen Zeitlinie erscheint Toms Arbeitsplatz völlig steril, leblos, künstlich. Die Wohnung der beiden den gewissen Tick zu prätentiös, zu kitschig. Selbst Izzis Krankheit und deren Auswirkungen sind bewusst entrückt. Dies stellt schon die erste Problematik des Films dar: So sehr sich Weisz und Jackman bemühen und hervorragende Leistungen vollbringen – vor allem Hugh Jackman überrascht und beweisst, dass er zu mehr imstande ist als er bisher zu zeigen vermochte – bleiben die Charaktere leider zu blass und eindimensional, als dass man mit ihnen mitfühlen könnte oder gar eine gewisse Beziehung aufzubauen vermag. Aronofsky versteift sich zu sehr auf seine Geschichte, dass er „vergaß“ seinen Protagonisten mehr Leben einzuhen. Obendrein strotz der Film vor intimen Aufnahmen. Wir sehen Izzis Nackenhaare bei Toms zärtlichen Kuss Oder Izzis langer enttäuschter Blick nach Toms Abweisung mit ihr spazieren zu gehen. Nur ist hier selten echte Intimität zu spüren, zu steril bleiben diese Augenblicke, zu neutral die Kamera, es bleibt kein Platz für die wirklichen, für versteckte oder angedeutete Zwischentöne. Wenn sich Tomas vor der Schlacht bekreuzigt, sieht man einen sich bekreuzigenden Mann, man vermag seine Gefühle kaum zu erahnen und wenn sich der zukünftige Tom ein Stück Rinde vom Baum reißt um es zu verspeisen, ist ein essender Mann zu sehen. Was fehlt ist eine Bestätigung die die Handlung unterstützen würden, so bleiben die Szenen isoliert. Aronofsky legte viel mehr Wert auf die formelle Ausgestaltung. So findet man in jeder Einstellung eine Form des Kruzifix oder dessen Stilisierung wieder. Vorwiegend in der ersten Zeitlinie. Als Dolch, das Kruzifix selbst, selbst als Tomas gefangen genommen wird, breitet er die Arme zu einem Kreuz aus, die entscheidende Schlacht findet in einer T-förmigen Gasse statt. Und als Tom an Izzis Krankenbett sitzt, sieht man aus der Vogelperspektive die Form eines Kreuzes. In fast jeder Aufnahme ist etwas vorne und hinten, oben und unten oder seitlich angeordnet. Ließ Aronofsky schon in PI seinen mathematisch-religiösen Gedanken freien Lauf , setzt er sie hier bildlich um. Ein weiteres Element, welches immer wieder, und angesichts des Themas unvermeidbar auftritt, ist der Kreis. Nicht nur als symbolträchtiger Ehering. Weiterhin ist das Raumschiff nichts weiter als eine durchsichtige Kugel. Spielte das Kreuz im Jahre 1500 noch die entscheidende Rolle, eben ls Verweis auf das Christentum, so ist dieses im Jahre 2500 ausgestorben. Nun herrscht Perfektion, Vollkommenheit. Das Ganze, Perfekte in der Form der einzig perfekten Form der Kugel hat nun Platz genommen.
Wenn das Raumschiff in den Nebel eintritt, die Verbindung zwischen Tod und Leben stattfindet, so schliesst sich der Kreis der Handlung. Am Ende sind Izzi und Tom wieder vereint. Die Umsetzung ist ein Bildersturm, untermalt von fast brachialer Musik.
The Fountain ist kein „leiser“ Film, er protzt mit Farben, mit symphonischer Musik, Symbolik und Esoterik stehen im Vordergrund, in denen die Schauspieler oft genug verloren sind. Und dennoch trotz dieser Vordergründigkeit: Ist es möglich ein universelles Thema im Science Fiction Gewand anders zu verarbeiten? Aronofsky stellt keine Fragen, er gibt Antworten, seine Antworten. Und doch bleibt es ein Kammerspiel, nur eben kosmischen Ausmasses. So ist the Fountain nicht mehr oder weniger als ein Märchen, eine Liebesgeschichte, die eben doch zu fesseln vermag, wenn man sich darauf einlässt. Clint Mansell schuf zusammen mit dem Kronos Quartet und Mogwai einen intensiven, kraftvollen Soundtrack und diese Symbiose aus Bildern und Musik ist das was den Film auszeichnet. Das mag manchem zu wenig sein, gerade weil Aronofsky kaum Platz für Fragen lässt, das Ende ist nicht diskutierbar. Das ist kein Manko, das ist seine Version. Und da müssen eben auch die Darsteller zurücktreten. Doch gerade diese retten den Film auch ein Stück weit, sonst bliebe nichts weiter übrig als musikalisch untermalte Farbkleckse. Das notwendige Minimum um die Handlung zu tragen, sei es auch nur ein Stück weit, reicht aus um aus The Fountain einen faszinierenden Film zu machen.
Vielleicht erinnerte sich Aronofsky an David Mamets Zitat: A good film script should be able to do completely without dialogue. So verlässt man das Kino leider etwas ernüchtert, aber trotz allem mit dem Bedürfnis ein zweites Mal in den Genuss dieser Farborgie zu kommen.