Montag | 28. Mai 2012 | 17:33 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Gegen jeden Zweifel
  • Gegen jeden Zweifel

    Thriller, Drama | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Der Fernsehjournalist C.J. Nicholas glaubt, dass der Bezirksstaatsanwalt Mark Hunter seine hohe Verurteilungsquote manipulierten Beweisen verdankt. Nicholas überredet seinen Kollegen zu einem riskanten Plan: Er will sich beim nächsten Mordfall mit unbekanntem Täter verdächtig machen, damit Hunter die Anklage gegen ihn übernimmt. Dann könnte er die Beweise, die die Staatsanwaltschaft präsentiert, als falsch entlarven.

    Als eine schwarze Prostituierte ermordet wird und der Täter lediglich einen Turnschuhabdruck hinterlassen hat, sieht Nicholas seine Chance gekommen. Er kauft sich ein gleiches Paar Turnschuhe, ein Messer, das die Tatwaffe sein könnte, eine Hose, die er von einem Hund zerreißen lässt, wie das auch dem wirklichen Mörder passiert sein soll. Der Kollege nimmt alle diese Vorbereitungen mit der Kamera auf und bewahrt zwei DVDs davon an einem sicheren Ort.

    Doch dann finden Hunter und der Polizist, der mit ihm kollaboriert, heraus, dass sie überführt werden sollen. Der Journalistenkollege wird in den Tod getrieben und die Filme tauchen nicht mehr auf. Nicholas wird wegen Blutspuren des Opfers auf seiner Hose für schuldig befunden und in die Todeszelle gebracht. Seine letzte Hoffnung ist Ella, die junge Assistentin Hunters, die sich in Nicholas verliebt hat. Er bittet sie, für ihn gegen ihren Chef zu ermitteln.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK


      • Regisseur und Drehbuchautor Peter Hyams präsentiert sein Remake von Fritz Langs amerikanischem Film noir aus dem Jahr 1956, „Beyond a Reasonable Doubt“. Die Geschichte wurde zeitgemäß aufgefrischt, aber die düstere, bedrohliche Stimmung ist dem Noir-Stil treu geblieben. Michael Douglas als Staatsanwalt Mark Hunter, der gute Chancen auf den Gouverneursposten hat, ist der berühmteste Name der Independent-Produktion. Insgesamt wirkt der Thriller mit seinen überraschenden Wendungen, den harten Actionszenen und der Spannung im Gerichtssaal alles andere als glatt.

        Für einen ungehobelten Eindruck sorgen vor allem die Szenen, in denen C.J. Nicholas und die Assistentin des Staatsanwalts, Ella Crystal, Gefühle füreinander entwickeln sollen. Während Amber Tamblyn ihre Rolle eher unauffällig spielt, bleibt Jesse Metcalfe ziemlich unterkühlt, wenn die Worte des Journalisten Ella umgarnen. Die holprige Note, die die Handlung dadurch erhält, entsteht auch, wenn Ella immer wieder den TV-Beitrag abspielt, der Nicholas einen Reporterpreis und den Job in dieser Stadt einbrachte. Die rührselige Reportage über eine schwarze Drogenabhängige, die ihr Baby verlor, treibt Ella tatsächlich die Tränen in die Augen. Dass diese Zumutungen für den Film dennoch auch wichtig sind, wird erst viel später deutlich. Hyams, der neben Regie und Drehbuch auch für die Kamera zuständig war, ist offenbar kein Freund von viel Schliff.

        Das Raue, Ungehobelte haben jedoch an anderer Stelle wiederum ihren besonderen Reiz: Die Verfolgungsjagd mit dem Auto, an dessen Steuer der skrupellos-brutale Polizist sitzt, der für Hunter die Beweise einschmuggelt, ist voller Schrecken. Ihr unerbittliches Ziel ist der Tod von Nicholas’ sympathischem Kollegen Finley. Später greift der Polizist mit seinem Wagen Ella in einem verlassenen Parkhaus an. Sie versteckt sich hinter einer Säule vor dem wartenden Auto, in dem der Fahrer den Motor aufheulen lässt. Das wirkt, als würde ein wütender Stier seinen Gegner ins Visier nehmen.

        Dass die ganze Geschichte unaufhaltsam dem Verderben zustrebt, kündigt die unheilvolle Musik oft als Vorreiterin der Handlung an. Sie verleiht einzelnen Szenen, die an sich noch harmlos und klar wirken, eine verborgene Bedrohlichkeit. Vor allem im Gerichtssaal entwickelt die Geschichte immer wieder eine hohe Spannung. Ihr steht auch der Mangel an Glanz und Raffinesse in diesem Film nicht im Wege.
      • | FAZIT

      • Spannendes, düsteres und etwas holpriges Remake eines Film noir von Fritz Lang aus dem Jahr 1956.

      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 9.0/10 (1 vote)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN