Jane Adler ist seit zehn Jahren von ihrem Mann Jake geschieden. Die mit ihrer Konditorei erfolgreiche Frau fühlt sich einsam, seit ihre drei erwachsenen Kinder eigene Wege gehen. Und sie sehnt sich schon lange nach einer neuen Beziehung. Auf der College-Abschlussfeier des gemeinsamen Sohnes treffen sich Jane und Jake im Hotel wieder. Der feuchtfröhliche Abend zu zweit endet im Bett. Jane wacht schockiert auf, denn Jake ist mit einer jüngeren Frau verheiratet und sie will nicht die Geliebte ihres Ex sein.
Der Innenarchitekt Adam, der Janes hübsches Haus renovieren soll, interessiert sich auch privat für seine Auftraggeberin. Doch Jake umwirbt seine Ex-Frau heftig, weil seine eigene Ehe in der Krise ist und er die Vorzüge seines früheren Lebens auf einmal sehr deutlich erkennt. Jane blüht auf, doch dann muss sie sich für einen ihrer beiden Verehrer entscheiden.
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| FILMKRITIK
Die Beziehungskomödie „Wenn Liebe so einfach wäre“ von Nancy Meyers dreht sich um drei reifere Charaktere. Jane Adler fragt schon mal beim Schönheitschirurgen nach, was man mit ihren Augenlidern machen könne, ihr Ex-Mann Jake kann den Bauch nicht mehr richtig einziehen und der Architekt Adam hat schlohweißes Haar. Viele Jahre nach ihrer Scheidung entdecken Jane und Jake ihre Gefühle füreinander noch einmal neu. Doch Jane zweifelt an der Dauerhaftigkeit dieser Affäre. Meryl Streep ist die Lichtgestalt unter den Darstellern in einem Film, der ansonsten nicht viel zu bieten hat.
Jane Adler ist wohlhabend. Ihre Villa liegt in einem gepflegten Garten an der kalifornischen Küste. Die Inneneinrichtung könnte die Seiten eines Hochglanzmagazins zieren. Sie führt eine Bäckerei mit Speiselokal und beschäftigt einen Innenarchitekten. Auch dem Ex-Mann, den Alec Baldwin spielt, und den drei erwachsenen Kinder fehlt es materiell an nichts. Das erlesene Ambiente in feinen Hotels und in Janes perfektem Heim entfaltet einen zwiespältigen Reiz, denn wohlhabende Leute wirken irgendwie auch sonst nicht ernsthaft problembeladen.
Jane mit ihrem blonden Locken ist immer noch eine attraktive Frau und ihr Gesicht strahlt, wenn sie lacht. Manchmal aber sieht sie abgespannt und unsicher aus, als habe sie Angst vor dem Altwerden. Solche Momente von Wehmut und Sorge wischt Jane mit einem entschlossenen Lächeln schnell wieder weg, weil sie eine positive Einstellung hat. Meryl Streep muss zwar erstaunlich oft lachen in diesem Film, doch bei aller Ausgelassenheit überzeugt sie, weil sie so viele verschiedene Gefühle ausdrücken kann. Mal nachdenklich, mal verletzlich, mal albern, Meryl Streep spielt gerne und mit Herz, als wäre ihr auch diese Rolle auf den Leib geschnitten.
Ihre beiden männlichen Schauspielerkollegen hingegen erweisen sich als weniger gut besetzt. Alec Baldwin gibt als Jake den wohlgenährten Wonneproppen, der in seiner Werbung um die Ex-Frau schnell vom Charmeur zum Platzhirschen mutieren kann. Dabei überrascht seine Schamlosigkeit, mit der er Besitzansprüche stellt und Jane von seinen Vorzügen überzeugen will. Zwar stellt Baldwin die komische Seite seiner „Ich-will-wieder-nach-Hause“-Mission gut heraus, doch ein komplexer Charakter gelingt ihm nicht. Wahrscheinlich war der hier auch gar nicht gefragt, denn Jake ist zum Beispiel, obwohl seine drei Kinder oft dabei sind, an denen kaum interessiert.
Steve Martin als Architekt Adam bleibt durchweg blass. Die Geschichte lässt ihm keinen Raum, um Jane wirklich den Hof zu machen und es wird, je länger sie mit dem Ex gemeinsame Erinnerungen auffrischt, fraglich, was er dem entgegensetzen könnte. Martin muss hier überhaupt nicht als Komiker aktiv werden, doch auch sonst gewinnt er kaum Konturen. Weil der Film weniger an den inneren Konflikten der Personen interessiert ist als an oberflächlicher Situationskomik, wirkt die Handlung streckenweise langatmig. Nach den einzelnen Witzen fehlt der Tiefgang, so dass Janes komplizierte Entscheidungsfindung eher Behauptung bleibt.
| FAZIT
Meryl Streep ist die Lichtgestalt dieser eher oberflächlichen Komödie über eine späte Dreiecksbeziehung.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung