Wenn David Harris genug von seiner Familie hat, weil sie nicht mehr seinen Wertvorstellungen entspricht, bringt er sie kurzerhand kaltblütig um und wechselt die Identität. In einer neuen Stadt trifft er im Supermarkt die kürzlich geschiedene Susan Harding, die mit drei Kindern in einem schicken Vorstadtheim lebt. Harris tritt als trauernder Witwer auf, um sich ins Vertrauen der unternehmungslustigen Mutter einzuschleichen. Bald schon zieht der Soziopath bei Susan ein und plant, sie zu heiraten. Nur der von der Militärschule zurück kehrende älteste Sohn Michael beginnt angesichts unkontrollierter Gefühlsausbrüche und ständiger Geheimniskrämerei an Davids Redlichkeit zu zweifeln. Als noch weitere Verdachtsmomente an der Vergangenheit des künftigen Stiefvaters aufkommen, häufen sich zugleich die Todesfälle innerhalb des Umfelds der Familie Harding.
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| FILMKRITIK
In den letzten Jahren war kaum ein klassischer Slasher oder Horrorklassiker vor der Remake-Flut insbesondere aus dem Hause Sony sicher. „The Fog“, „When A Stranger Calls” (“Unbekannter Anrufer”), “Black Christmas”, „Halloween“ oder “Prom Night” dienten als Vorlagen für einfallsarme Routineware, die eine eigene Handschrift oder frische Inspiration weitgehend vermissen ließen. Zudem waren Thriller- und Gruselelemente lediglich in Ansätzen vorhanden, denn in Hinblick auf eine PG-13-Freigabe wurden die meisten Werke auf ein junges Publikum ausgerichtet. Doch selbst Gewalteinlagen können einem am Reißbrett entworfenen Endresultat keinen besseren Anstrich verleihen, wie an manchen „Unrated“-DVD-Versionen erkennbar ist.
Nun nahm sich das Team der „Prom Night“-Neuauflage mit „Stepfather“ einen weiteren B-Thriller vor, der, als Kassenflop gestartet, über Jahre hinweg seinen Ruf als präzise inszenierten, gradlinigen Schocker aus der „Gegner im eigenen Haus“-Ecke behaupteten konnte. Dazu beigetragen haben die stilsichere Regie von Joseph Ruben, der den Stoff später mit „Der Feind im eigenen Bett“ variierte, das schnörkellose Drehbuch des Ende 2008 verstorbenen Krimischriftstellers Donald E. Westlake sowie die Präsenz von Terry O’Quinn („Lost“) als scheinbar perfekter, todbringender Ehemann. Beim überraschungslosen Remake zeichnen sich dagegen weder das Drehbuch von J.S. Cardone („Shadowhunter“) noch Nelson McCormicks Regie durch sonderliche Finessen aus.
Für fast alle Rollen besetzte man TV-Schauspieler, mit denen McCormick teilweise schon gearbeitet hat, darunter Sherry Springfield (Dr. Susan Lewis aus „ER“) oder „Stiefvater“ Dylan Walsh. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, zumal Walsh zu den wenigen positiven Aspekten der aktuellen Variante zählt. Der sympathischere der beiden Chirurgen aus „Nip/Tuck“ brilliert als janusköpfiger, unberechenbarer Saubermann. Gegenüber seiner Frau mimt er den verständnisvollen Charmeur, doch wenn sein konservatives Familienbild in Frage gestellt wird, dem zufolge Kinder ihren Eltern bedingungslos zu gehorchen haben und Vater stets Recht hat, greift er zu rabiaten Methoden. Falls zudem die vage Gefahr besteht, seine Tarnung könne auffliegen, hinterlässt der wahnsinnige Pendant eine Blutspur durch die Nachbarschaft. Während Walsh mit freundlichem Auftreten als väterlicher Kamerad innerhalb von Sekunden die Maske des sympathischen Biedermanns fallen lassen kann, bleibt Posterboy Penn Badgley („Gossip Girl“) als sein jugendlicher Gegenspieler zu blass. Wünschenswert wäre es gewesen, McCormick hätte seinen unoriginellem Stoff mit mehr Dramatik angereichert und die gesellschaftskritischen Ansätze des Originals ausgearbeitet, anstatt sich darauf zu konzentrieren, Amber Heard, unlängst als infizierte Nachbarin in „Zombieland“, als Michaels blonde Freundin in Bikini oder Unterwäsche zu positionieren.
Da Story und Inszenierung auf überraschende Wendungen, psychologisch überzeugende Charaktere sowie - im Hinblick auf das Zielpublikum - harte Mordeinlagen verzichten, bleibt es bei routinierter Krimikost von der Stange. Selbst die im Trailer gezeigte Kettensägen-Einlage während des zu kurzen Finales fehlt in der endgültigen Kinofassung. Daher sollte man besser die alte Videokassette mit dem Irre führenden Titel „Spur in den Tod 2“ oder die DVD des Originals heraussuchen. Neben einer weitaus dichter angelegten Spannungskurve besitzt der im Kino einst „Kill Daddy Kill“ getaufte Klassiker den entscheidenden Vorteil, eine Viertelstunde kürzer zu sein als der lahme Neuaufguss.
| FAZIT
Ein zwar routiniert in Szene gesetztes, aber schnell vorhersehbares Remake, bei dem einzig Hauptdarsteller Dylan Walsh überzeugen kann. Ihn möchte man in besseren Stoffen wieder sehen
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung