Der Film beleuchtet das Phänomen Rassismus von mehreren Seiten. Ein packender Bilderbogen zeigt uns einen kleinen Lebensabschnitt von einem Dutzend Figuren, die alle irgendetwas mit einander zu tun haben. Und um das zu bemerken müssen sie ihren eigenen Dunstkreis verlassen und in irgendeiner Weise mit anderen kollidieren, sagt einer. Drum der Titel! Obwohl es mit einem Unfall anfängt und auch so endet. Neben Zynikern und Frustrierten, neben Illegalität und Aggression, Morddrohungen und Prügeleien sieht man aber auch wie sich Kinder hingebungsvoll um ihre alten Eltern kümmern. Und man beginnt zu verstehen, warum der eine so handelt und nicht anders. Die Story um Matt Dillon ist besonders gelungen, nicht nur weil er vom Saulus zum Paulus wird, sondern wegen der Beziehung zu seinem Vater. Intelligent und ergreifend gemachter Film, bei dem nur auf die Dauer die immer wiederkehrenden Klangwellen und Chorgesänge nerven.
Ich bin einfach ein Fan dieser Filme. Wenn mehrere Handlungsebenen scheinbar unabhängig voneinander erzählt werden und sich die Geschichten an irgendeiner Stelle kreuzen, dann fühle ich mich richtig wohl. Ich bestaune immer wieder die Kreativität die man für eine solche Geschichte an den Tag legen muss. Magnolia war da für mich das beste Werk. Ein richtiges Meisterwerk. L.A. Crash kommt dem auch schon sehr nah, aber durch die Begrenzung auf ein sehr konkretes Leitthema (Rassismus) erscheinen einem die Geschichten dann doch etwas zu konstruiert. So werden zwar alle Varianten des Rassismus abgedeckt, aber hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Besonders schön fand ich den positiven Grundtenor des Films. Die Höhepunkte des Films münden selten in einer Katastrophe. Sehr beeindruckend.
Dieser Film ist wahrlich ein Wechselbad der Gefühle. Teilweise sitzt man verstört da und schaut ungläubig zu. Jedenfalls gibt es so einige Szenen, bei denen ich dachte er schafft’s nie oder sie macht’s nie im Leben, doch wenn es den Charakteren dann doch gelingt, dann kommen einem fast die Tränen, so emotional wurde es teilweise dargestellt. Die Musik trägt natürlich wie immer sehr viel dazu bei. Die Geschehnisse wirken zwar konstruiert, aber das müssen sie eben sein um sie dann so schockierend, emotional und bedrückend rüberzubringen. Der ganze Film ist in mehrere Episoden aufgegliedert die sich immer wieder abwechseln und somit auch Abwechslung reinbringen. Dass das Hauptthema der Rassismus ist, muss ich aber glaub ich nicht weiter erwähnen. Paul Haggis, der hier sein Regiedebut feiert, hat dieses, meiner Meinung nach, sehr ernst zu nehmende Problem super dargestellt. Die Schauspieler wissen allesamt ebenfalls zu gefallen. Darunter sind bekannte Namen wie Sandra Bullock, Don Cheadle oder auch Matt Dillon, der mir als Polizist am besten gefiel.
Ein absolut bemerkenswerter Film. Er bietet die ganze Palette der Gefühle, Humor inklusive. Kann ich wirklich nur jedem weiterempfehlen und man darf gespannt sein auf weitere Filme mit Paul Haggis in der Regie.
29.01.2006
Bewertung:
Darius| Eine Facette aus dem täglichen Leben in L.A.
In L.A. fahren alle Einwohner mit dem Auto. Nur sehr selten treffen sich Personen auf dem Bürgersteig und kommen in Kontakt miteinander. Kontakt in ganz anderer Form finden die Personen in diesem Film, denn alle laufen sich früher oder später auf die eine oder andere Weise über den Weg.
Der Film "L.A. Crash" ist ein Film, der aus der Masse der Kinoproduktionen hervorsticht. Nicht nur in Bezug auf seine hochkarätige Besetzung, sondern vor allem mit einer sehr guten Story. Es wird ein Bild von Los Angeles gezeichnet, welches Gewalt und Diskriminierung enthält. Dabei bleibt es aber nicht, denn der Film zeigt auch die Ursachen dafür auf. Oft täuscht der erste Eindruck und am Ende ist der Zuschauer überrascht, dass schwarz und weiß doch meistens grau ergibt.
Für mich ist "L.A. Crash" ein must-see, also ein Film, den man unbedingt gesehen haben sollte. Niemand sollte sich von dem Film allerdings davon abschrecken lassen, diese Stadt zu besuchen.
BuffaloBill| Ruhiger Film der zum Nachdenken anregt
Als ich ins Kino ging habe ich nicht wirklich viel von dem Film erwartet. Doch ich wurde positiv überascht. Man denkt oft im Film man wisse was jetzt passieren würde, doch man wird oft getäuscht. Der Film zeigt ein Spiegelbild der Gesellschaft und zeigt vor allem den überall bestehenden Rassismus auf.
Der Film regte mich zum nachdenken an. Man sieht das der Rassismus weite Kreise zieht. Ob Pakistani, Amerikaner oder Puertorikaner, jeder hat irgendwelche Vorurteile über den anderen.