Man kann den Rachefeldzug mit viel Empathie verfolgen, weil es ja um eine gerechte Sache geht. Die beiden gedanklichen Rückblenden, in denen die ermordete Mutter (mit viel Wärme Fionnula Flanagan) auftritt, sind auch recht nett. Im Verlauf der Handlung gewinnt dann die Gewalt die Oberhand. Aber weil es ein ziemlich komplexes Gebilde ist, was da aufgedröselt wird, bleibt es spannend. Und die Jungs haben jede Menge coole Sprüche drauf, was den Unterhaltungswert hoch hält. Die vier Typen sind durchaus überzeugend handfest. Lediglich der Schluss ist nicht nur unglaubhaft, sondern auch noch sehr zuckersüß. Mammi ist gerächt und alles ist wieder F.F.E. Was man als Lösung in einem Western noch tolerieren würde, ist hier doch etwas fragwürdig. Es ist halt die amerikanische Antwort: Selbstjustiz, die uns Europäern eher etwas fremd vorkommt. Aber lassen wir mal die moralische Sinnfrage außen vor und opfern sie auf dem Altar der Unterhaltung.
Mark Wahlberg (Der olle Schwertfischfänger) und seine 3 filmischen Brüder bedauern den Mord an ihrer Adoptivmutter. Nach und nach stellt sich heraus, dass der Mord geplant war. Da die vier Jungs es allerdings nicht so wirklich mit dem Gesetz halten, machen sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach den Tätern und den Hintergründen. Niedrige Erwartungen stellten sich unmittelbar nach dem Einblenden des M-TV Logos im Vorspann ein. Meine schlimmsten Befürchtungen waren auf coolness getrimmte Pseudogangster, mehr als 1000 Schnitte in der Sekunde und ein Soundtrack mit dem man ansonsten aus Mitleid nicht mal die Zeugen Jehovas verjagen würde. Aber es kam alles ganz anders. Vier Brüder ist ein richtig guter Actionthriller. Er hat die nötige Härte, ist gut inszeniert und weiß die spärlichen Anfälle von Gefühlsduselei gekonnt einzusetzen. Keine meiner Erwartungen hat sich bestätigt. Sehr schön.