In seinem neusten Fall muss sich der geniale Detektiv dem Übersinnlichen stellen. Die ganze Stadt London ist in Angst und Schrecken, als der gerade gehängte Lord Blackwood scheinbar von den Toten aufersteht. Holmes hatte ihn wegen fünf brutalen Ritualmorden überführt, und sein Kollege Dr. Watson selbst den Tod nach der Hinrichtung bestätigt. Trotzdem ist sein Leichnam verschwunden. Noch kurz zuvor hatte Blackwood Holmes davor gewarnt, dass der Tod für ihn nicht das Ende bedeuten würde, dass Schwarze Magie ihn schützen würde. Nun sieht alles danach aus, als würde sich die Drohung bewahrheiten.
Sherlock Holmes und Dr. Watson müssen all ihr Können in die Waagschale werfen, um einen große Gefahr nicht nur für London oder England, sondern die ganze Welt im ausgehenden 19. Jahrhundert abzuwenden. Denn Blackwood plant ein Komplott, dessen Drahtzieher und auch Opfer zu den höchsten Kreisen der englischen Gesellschaft gehören.
Zu allem Überfluss will Watson auch noch heiraten, was die bisher so fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Männer gefährdet. Ihr wichtigster Fall könnte zugleich ihr letzter werden. Und dann taucht auch noch die undurchsichtige Irene Adler auf, eine ebenso betörende wie gefährliche Frau, der nicht einmal Sherlock Holmes gewachsen zu sein scheint.
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| FILMKRITIK
Ein bisschen skeptisch könnte man nach den Trailern zum neuen “Sherlock Holmes”-Film schon sein. Ein “Action-Holmes” war da zu sehen, mit einem durchtrainierten, faustkämpfenden Robert Downey Jr. in der Hauptrolle und einem nicht weniger schlagfertigen Jude Law als Watson, rasant geschnitten und so gar nicht vergleichbar mit dem gediegenen Tempo und der Gentleman-Attitüde der bisherigen Filme.
Doch die Skepsis ist nicht gerechtfertigt. Regisseur Guy Ritchie interpretiert die Figur des Sherlock Holmes zwar neu, aber unterm Strich bleibt das Wesentliche erhalten: ein genialer Detektiv, dessen Sinnesschärfe ihresgleichen sucht, der kleinste Details bemerkt und richtig interpretiert und der die kompliziertesten Sachverhalte zu lösen vermag. Der neue Holmes kann sich neben seinem messerscharfen Verstand allerdings auch auf seine Fäuste verlassen. Er ist ein Martial Arts-Spezialist, der jedoch selbst in einem Kampf sein Gegenüber genau analysiert und ganz bewusst zuschlägt, um die gewünschte Wirkung beim Gegner zu erzielen – etwa, ihn eine bestimmte Zeit kampfunfähig zu machen, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, keine bleibenden Schäden zu hinterlassen.
Wie gesagt, das klingt zunächst recht unpassend, aber tatsächlich fügen sich die Action- bzw. Martial Arts-Sequenzen überraschend gut ins Gesamtbild ein. Zumal sie entgegen dem Eindruck, den der Trailer erweckt, gut dosiert sind. Holmes ist nach wie vor in erster Linie Detektiv, und Guy Ritchies Film ist keineswegs ein reiner Actionfilm, sondern funktioniert hauptsächlich als spannend erzählter Kriminalfilm. Der Fall, den Holmes und Watson zu lösen haben, steckt voller Geheimnisse und Rätsel, die das Detektiv-Duo lösen muss. Trotz einer Story um eine großangelegte Verschwörung einer im Geheimen operierenden, einflussreichen Loge und um die augenscheinliche Ausübung von Schwarzer Magie driftet der Film nicht ins Fantastische ab, und trotz der ausgesprochen actionlastigen Inszenierung, der schnellen Montage und der aufwendigen, großenteils computeranimierten Kulissen erzählt er zuallererst eine Detektivgeschichte, die im Kern der berühmten Vorlage treu bleibt.
Es ist geradezu erfrischend, wie Guy Ritchie und Robert Downey Jr. die Figur des Sherlock Holmes gewissermaßen fit für das neue Jahrtausend machen. Der Regisseur inszeniert seinen Detektiv vor der Kulisse einer bedrückenden, dreckigen Metropole, die London zur Hochphase der industriellen Revolution war. Und er inszeniert Holmes als Dandy anstatt als Gentleman, der perfekt in die Epoche passt. Nicht nur ein Detektiv, sondern ein Universalgelehrter, der sich mit Chemie ebenso beschäftigt wie mit Musiktheorie, der ebenso nach der Erweiterung seines Wissens strebt, wie er keine Gelegenheit auslässt, sein Bewusstsein zu erweitern.. Altbekannte Attribute wie die Geige, die Pfeife oder die Lupe werden kombiniert mit einer neuen Körperlichkeit, die der Figur des Sherlock Holmes durchaus gut zu Gesicht steht.
| FAZIT
Überraschend gut gelungene Neuinterpretation der klassischen Figur. Sir Arthur Conan Doyles wandelnder Intellekt bekommt in Guy Ritchies Film eine bisher unbekannte körperliche Komponente, die aber nicht das Wesentliche verdrängt: „Sherlock Holmes“ ist eine spannende Detektivgeschichte vor der Kulisse eines düsteren Londons zur Jahrhundertwende.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung