Montag | 28. Mai 2012 | 01:56 Uhr
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  • FILM REVIEW | Verdammnis
  • Verdammnis

    Thriller | Schweden 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Ein junger Kollegen bietet Starjournalist Mikael Blomkvist brisantes Material über eine Gruppe schwedischer Würdenträger an, die ihre Macht für einen Zwangsprostitutionsring mit illegal verschleppten jungen Russinnen missbrauchen. Schon kurze Zeit später wird der Informant ermordet aufgefunden, wobei die wahren Täter alle Spuren auf Hackerin Lisbeth Salander lenken. Einst unterstützte sie den ins Kreuzfeuer geratenen Reporter Blomkvist bei dessen Suche nach einem verschollenen Mädchen, zog sich jedoch nach Abschluss des Falles abrupt wieder zurück. Nachdem ihr korrupter Vormund, der schmierige Rechtsanwalt Nils Bjurman, gleichfalls in die Affäre verwickelt war und beseitigt wird, gerät sie erst Recht in Schwierigkeiten. Da er Lisbeth einst brutal vergewaltigte, besitzt die menschenscheue Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma ein unbestreitbares Mordmotiv. Einzig Mikael Blomkvist glaubt noch an die Unschuld der untergetauchten Verdächtigen.
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      • | FILMKRITIK

      • Konsequenterweise setzt „Verdammnis“ dort ein, wo der Vorgänger „Verblendung“ aufhörte. Die erste Adaption der „Milleniums“-Trilogie endet mit einer Rückblende in die trostlose Kindheit der Protagonistin Lisbeth Salander. Von ihrem Vater als Kind auf brutalste Weise missbraucht, rächte sich das jugendliche Mädchen an ihrem Peiniger mit drastischen Mitteln, weshalb sie für lange Zeit in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde. Dort gingen ihre Leiden weiter. Es verwundert nicht, dass die unter dem Namen „Wasp“ bekannte Hackerin zeit ihres Lebens besonders Männern gegenüber zumeist feindselig eingestellt ist. „Leg dich nie mit Lisbeth Salander an“, heißt es an einer Stelle des Romans.

        Quasi als Cliffhanger endete die erste Adaption mit einem Vorgriff auf den Beginn des zweiten Teils. Übersetzt lautet der Titel des ersten Bandes „Männer, die Frauen hassen“, was als Motto ebenso für die Fortsetzung gelten darf. Dieses Mal führen die Nachforschungen über einen Mädchenhändlerring und deren mysteriösen Kopf namens „Zala“ in höchste Kreise von Justiz und Politik, die angesichts weitreichender Verflechtungen in die schwedische Geschichte alles unternehmen, ihre Schuld zu vertuschen. Als Handlanger dienen neben einer Rockerbande noch ein blonder Hühne ohne Schmerzempfinden - eine Figur wie aus einem „James Bond“-Reißer. Erneut ermittelt das ungleiche Paar Blomkvist/Salander parallel in gleicher Sache, wobei sie dieses Mal erst im dramatischen Finale aufeinander treffen.

        Wie der Originaltitel von Stig Larssons zweitem Buch „Das Mädchen, das mit Feuer spielte“ unterstreicht, steht Lisbeth Salander und ihre schmerzhafte Vergangenheit stärker im Mittelpunkt, deren Zusammenhang mit dem Fall erst allmählich enthüllt wird. Die bisexuelle Amazone und Sicherheitsexpertin, deren Wohnung mit versteckten Kameras ausstattet ist, erweist sich als ebenso faszinierende wie ambivalente Persönlichkeit, die niemanden wirklich vertrauen will. Dadurch bringt sie allerdings ihre Freundin Miram Wu, eine „Bondage-Sadomaso-Lesbe“, in Gefahr, über die jeder an die Verschwundene heranzukommen versucht.

        Regie führt hier Daniel Alfredson, mit Werken wie „Varg - Der Wolf“ oder „Der Mann auf dem Balkon“ durchaus krimierfahren. Durch das Stilmittel, Handlungsabläufe parallel zu verfolgen, baut Alfredson ebenso wie der Roman seine Spannungsdramaturgie auf. War Niels Arden Oplevs Vorgänger jedoch in Kameraarbeit. Lichtsetzung und Inszenierung noch echtes Kino, wirkt die Fortsetzung wie ein – zugegeben immer noch spannend erzähltes – durchschnittliches TV-Movie. Mit 130 Minuten handelt es sich bei „Verdammnis“ um den kürzesten Teil der Trilogie, der zwangsläufig auf wichtige Passagen verzichtet und gelegentlich unter seinen Kürzungen leidet. So fehlt etwa auf das finale Zusammentreffen zwischen Blomquist und dem blonden Killer, womit man einen neuen Cliffhanger aufbaut. Fortsetzung folgt im Sommer 2010.
      • | FAZIT

      • Ein konventioneller, etwas atemloser Politthriller, der seiner Bestsellervorlage durchaus treu bleibt und weitgehend zu fesseln weiß.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 5.9/10 (9 votes)

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