Montag | 28. Mai 2012 | 01:57 Uhr
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  • FILM REVIEW | Valentinstag
  • Valentinstag

    Komödie, Romanze | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Der Valentinstag in Los Angeles von morgens bis abends – der Film präsentiert Liebesgeschichtenepisoden, die alle mehr oder weniger zusammenhängen, im Zentrum sinnigerweise der Blumenladen von Reed Bennett, der am Morgen seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hat; und so entspinnen sich love stories von erstem Verliebtsein bis zu langjährigen Beziehungen, von der Suche nach Liebe und Romantik, vom leidigen Singledasein, vom Zusammensein und -bleiben. Reeds beste (platonische) Freundin Julia ist glücklich mit einem Mann zusammen, der sich als Bigamist herausstellt; ein Zehnjähriger ist in seine Lehrerin verliebt; dessen Großeltern gehen in ihrer langen Ehe in eine Krise; eine Teenagerin erhofft sich an diesem Tag das erste Mal und fürchtet sich zugleich davor; und ein TV-Reporter soll das Glück des Valentinstags einfangen und findet die Romantik aber gar nicht so gut.
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      • | FILMKRITIK

      • Mädels, passt auf bei diesem Film! Er will euch in eine Falle locken.

        Denn natürlich ist „Valentinstag“ auf die Liebeausgelegt an diesem Feiertag der Liebenden, und alle verliebten Pärchen der Welt sollen sich den Film ankucken. Problem dabei: Dies ist ein typischer Frauenfilm, typischer geht es nicht. Denn was wollen Frauen in der Kategorie „Zielgruppe für romantische Komödie“? Sie wollen Stars und Liebesgeschichten. Beides bekommen sie hier in Hülle und Fülle: Genreveteranen wie Shirley MacLaine und Julia Roberts bis zu Newcomern wie Country-Pop-Sängerin Taylor Swift, gerade Grammy-ausgezeichnet. Und Liebe, viel Liebe: gefühlte 20, 30 Episoden, die sich um die Romantik drehen an diesem Valentinstag in Los Angeles.

        Was aber macht die männliche Hälfte des Paares? Hinterher sagt er entweder die Wahrheit: Dass er den Film scheiße fand. Oder er lügt – beides birgt die Gefahr, dass die Freundin hinterher sauer ist. Und das ausgerechnet am Heiligen Feiertag der Romantik à la Hollywood!

        Der Film ist also eine Art Lackmustest für die Beziehung: Wird sie den „Valentinstag“ aushalten, oder wird sie an ihm zerbrechen?

        Wobei klar ist: Wenn Garry Marshall draufsteht, ist wenigstens handwerklich alles einigermaßen in Ordnung; die Stars liefern ihre erwartet gute Leistung ab, die Situationen sind zwar an den Haaren herbeigezogen (nackig mit Gitarre vor der Mama der Freundin! Telefonsex im Chefbüro!), aber immerhin stimmt das Timing; und wenn die eine oder andere der vielen Geschichten nicht so gefällt, kommt schwups die nächste um die Ecke.

        Für Filme dieser Art wird gerne der Vergleich mit Robert Altmans „Short Cuts“ oder mit P.T. Andersons „Magnolia“ herangezogen, was aber hier ins Leere läuft. Denn „Valentinstag“ will nicht mehr erzählen, als was da ist, will keinen größeren Horizont haben als die Verbindung von Valentinstag und Liebe. Dieses Konzept der Nicht-Aussage hat er mit TV-Soaps gemein, mit ihren austauschbaren Handlungssträngen, die abwechselnd erzählt werden, mit ihren austauschbaren Schauspielern, mit der Eingängigkeit, die alles so leicht konsumierbar macht – nicht zuletzt ist auch das angestrebte Publikum dasselbe. (Aber ehrlich: wer würde mit seinem Liebsten in einem Anfall von Romantik zwei Stunden Telenovela gucken wollen?)

        Im Film heißt es mal als eine Art Credo: In einer Beziehung ist es am wichtigsten, den anderen auch zu lieben, wenn er Fehler macht oder Dinge tut, die einem nicht gleich gefallen. Diese Sentenz muss beherzigen, wer gemeinsam mit dem Schatzi den Film ansieht: Tolerant sein gegen den Geschmack des anderen.

        Entsteht der Eindruck, dass ich hier genderspezifische Rollen verteile und mich in Klischees über Romantikkomödien, über deren Zuschauerinnen und über Mann-Frau-Geschmacksdifferenzen ergehe? Der Film tut dasselbe. Im Zweifel ist für den Kinoabend am Valentinstag der ähnlich gelagerte, aber bessere „New York, I Love You“ die lohnendere Wahl, mit noch viel mehr Stars und der Möglichkeit, dass beide Teile des Pärchens zufrieden das Kino verlassen.
      • | FAZIT

      • Ich als Mann sage: Mist. Was meinst du als Frau?
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 5.4/10 (5 votes)

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              • 1 User hat den Film gesehen
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