Montag | 28. Mai 2012 | 01:59 Uhr
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  • FILM REVIEW | Crazy Heart
  • Crazy Heart

    Drama | USA 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Bad Blake war mal ein Country-Star, jetzt tingelt er durch Bowlingzentren und Bars, um mit kleinen Auftritten seinen Lebensunterhalt zu verdienen – sprich seine tägliche Ration Whisky. Als abgehalfteter Musiker hat er noch Fans, und für die spielt er seine alten Songs – und verzweifelt dabei an der Welt; und vor allem am Erfolg von Tommy Sweet, dem neuen Star der Szene, den Blake einst groß gemacht hat und der ihn nun überholt hat…
    Da lernt er die Journalistin Jean kennen, alleinerziehende Mutter, und sie kommen sich näher. Doch Bad Blakes Alkoholproblem wird immer schlimmer, und als er auf Jeans Sohn aufpassen soll, versagt er vollkommen…
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      • | FILMKRITIK

      • Die Musik von T-Bone Burnett und die Darstellung des abgehalfterten Country-Stars Bad Blake durch Jeff Bridges haben Golden Globes gewonnen; beide stehen deutlich im Mittelpunkt des Debütfilmes von Scott Cooper.

        Bad Blake lebt von Whiskey der Marke McClure’s und von seinen abendlichen Auftritten. Aber er lebt schlecht davon. Sein Agent bucht immer wieder Gigs, die finden in Bowlingzentren oder irgendwelchen Bars statt; und vertraglich ist festgelegt, dass die Drinks nicht gratis ausgeschenkt werden. Er kommt trotzdem an seine Ration Alkohol, denn er hat immer noch Fans, auch unter den Schnapsladenbesitzern. Und da kriegt er seinen Stoff; aber natürlich muss sich der Schnapsverkäufer dann nicht wundern, wenn Bad Blake abends auf der Bühne besoffen ist.

        Er spielt seine alten Hits vor den mit ihm gealterten Fans auf improvisierten Bühnen mit angeheuerten Begleitmusikern, gibt den Leuten das, was sie wollen – und das tut er einigermaßen zuverlässig, trotz Alkoholproblem – er ist zwar eingerostet, aber mit dem richtigen Schmiermittel funktioniert er noch in den Routinesachen, an der Gitarre und am Mikrophon. Cooper versteht es, diese Gigs auf kleinen Bühnen wirkungsvoll in Szene zu setzen, Jeff Bridges spielt gekonnt den abgehalfterten Bühnenveteranen – als wäre alles tatsächlich mit einer dokumentarischen Kamera eingefangen, und auch wer nicht auf Country steht, wird die besonderen Vibes spüren, die bei diesen quasi-Live-Auftritten von Bad Blake ausstrahlen. Hier ist Blake, hier ist Jeff Bridges, hier ist der Film ganz bei sich.

        Der Film atmet auch die Weite des Landes, die langen Straßen, der Staub, die Luft sind elementarer Teil von Bads Welt. Und natürlich hasst er das alles, diese langen Fahrten, den Pisse-Kanister im Auto, die Strecken von Stadt zu Stadt, von Auftritt zu Auftritt, ohne Aussicht auf irgendwas; immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass der junge Tommy Sweet, dessen Mentor er einst war, jetzt der große Star der Szene ist…

        Dieses Drama des abgefuckten Musikers bestimmt den ersten Teil des Films, der stimmig ist, geschickt inszeniert, mit Witz, Tragik und Emotion, mit Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit. Dann gerät „Crazy Heart“ in etwas anderes Fahrwasser, und obwohl Jeff Bridges noch immer trägt und hält – schließlich ist er „Big Lebowski“- und „Tideland“-erprobt – nimmt der Film eine andere Kurve – statt des Musiker-auf-absteigendem-Ast-Dramas kommt das Alkoholdrama in den Vordergrund, und obwohl beides natürlich zusammenhängt, gerät der Film etwas ins Schlingern – Schnapssucht interessiert mich hier schlicht weniger als der Karriereniedergang eines früheren Stars, die Gewichte sind mir hier etwas falsch verschoben worden.

        Und zu sehr geht der Film gegen Ende den Weg von Erlösung und Versöhnung – mittels des künstlichen, etwas unbeholfenen Tricks eines Zeitsprungs, „Sechzehn Monate später“. Was man allerdings Scott Cooper zugestehen muss in seinem kraftvollen Erstling; Coopers Name muss man sich jedenfalls merken.

      • | FAZIT

      • Kraftvolles Debüt um einen abgehalfterten Country-Star, glänzend dargestellt von Jeff Bridges.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 1.5/10 (2 votes)

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